Jürgen Radeck Verbandsfußballwart
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Jürgen Radeck Verbandsfußballwart

Nur Ungewissheit ist gewiss

  • vonRalph Görlich
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(goe). Noch immer ist unklar, wann auf den Sportplätzen der Region endlich wieder Fußball gespielt werden kann. Am Montagabend präsentierte Verbandsfußballwart Jürgen Radeck den Hessenliga-Vereinen mögliche Szenarien für einen Restart, grundsätzlich bemängelt der Ortenberger allerdings die fehlende Perspektive: Eine Entscheidung, wann und wie es weitergeht, könne frühestens im Januar fallen.

"Wir haben den HessenligaVereinen letztlich das Gleiche gesagt, was wir schon auf der HFV-Vorstandssitzung besprochen haben. Auch, was wir noch an Nachholspielen haben und wie es entsprechend bei Starts im Februar, März oder April sein könnte", erklärt Radeck.

Nachdem die Verbandsspitze auf ihrer Sitzung Ende November alternativen Spielmodellen eine Absage erteilte, gilt umso mehr: Noch soll versucht werden, eine komplette Spielrunde mit Hin- und Rückspielen über die Bühne zu bringen, dazu sind mindestens drei Wochen Vorbereitungsstart vorgesehen. Das ist in der Hessenliga bei bis zu 27 noch ausstehenden Spielen eine Mammutaufgabe, könnte allerdings funktionieren, wenn denn Mitte Februar wieder begonnen werden könnte.

Problematisch wird es, wenn die Saison erst später wieder beginnen kann, zumal zumindest die Hessenliga aufgrund der feststehenden, unveränderbaren Relegationstermine zur Regionalliga am Wochenende 12./13. Juni beendet sein muss. Fakt ist: Jede Woche, die es später losgeht, kommen mehr Wochenspieltage hinzu.

Wirklich planen können Radeck und seine Mitstreiter momentan allerdings nicht: Zwar sollen nach Möglichkeit erst die noch ausstehenden Spiele aus der Hinrunde absolviert werden, um im Zweifelsfall nur eine Einfachrunde werten zu können - Spielpläne wurden allerdings noch nicht ausgearbeitet. "Warum sollen wir irgendwelche Pläne machen, die nachher eh keinen Bestand haben?", fragt Radeck, der sich schon in seiner Vermutung, dass im Januar kein Ball rollt, bestätigt fühlen durfte. "Und wenn man die Zahlen sieht, wird der Lockdown vielleicht schon in 14 Tagen bis Ende Januar verlängert. Das macht so alles keinen Sinn", sagt der Verbandsfußballwart.

Die Unsicherheit sei allerdings auch bei den Hessen- ligisten zu spüren gewesen: "Spielen wir überhaupt nochmal Fußball? Wann spielen wir wieder Fußball? Aktuell sind einfach alle vorsichtig, da man ja einfach keinen Startschuss prognostizieren kann. Das Einzige, was momentan gewiss ist, ist, dass alles un- gewiss ist."

Radeck - aber auch den Vereinen - fehlt dabei vor allem eins: Eine klare Perspektive. "Die fehlt einfach, weil wir komplett von behördlichen Vorgaben abhängen. Deshalb brauchen wir auch gar nicht spekulieren, wann und wie es weitergehen könnte. Wir müssen erstmal die Reaktion und die Entscheidungen der Politik abwarten." Vorher könne der HFV keine Entscheidung treffen.

Ein Spielen ohne Zuschauer lehnt ein Großteil der Hessenligisten übrigens weiterhin ab, zumindest kurz thematisiert wurde aber auch eine Reduzierung der Anzahl der Absteiger, auch wenn das von HFV-Seite bisher kategorisch abgelehnt wurde. Radeck zeigt sich zumindest gesprächsbereit: "Wir werden darüber mal reden, aber es muss stimmig sein und das ist ein ganz heißes Thema. Das hängt dann auch davon ab, wie viele Spiele tatsächlich gespielt werden können."

Was das angeht, hat der Ortenberger zumindest Verständnis für alle Bedenken: Ein (womöglich verfrühter) Start nur um des Starts willen sei nicht zwangsläufig die richtige Entscheidung: "Es gibt eine sportliche Sichtweise - es gibt aber auch eine menschliche. Das sieht man ja auch an der Klage der sechs Regionalligisten", gibt Radeck zu bedenken. Mit dem TSV Steinbach, dem FC Gießen und Eintracht Stadtallendorf hatten sich gleich drei hessische Vereine der Klage gegen die Wiederaufnahme des Spielbetriebs (siehe oben auf dieser Seite) noch in diesem Jahr mit Verweis auf die weiterhin angespannte Corona-Lage angeschlossen. FOTO:HFV

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