Jenna Jensen steht der kurzen Vorbereitungszeit vor dem Saisonstart für den Aufsteiger TSG Leihgestern in die Handball-Oberliga der Frauen kritisch gegenüber. FOTO: HF
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Jenna Jensen steht der kurzen Vorbereitungszeit vor dem Saisonstart für den Aufsteiger TSG Leihgestern in die Handball-Oberliga der Frauen kritisch gegenüber. FOTO: HF

Ungewisse Vorfreude

  • Daniela Pieth
    vonDaniela Pieth
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Viel Zeit bleibt den drei heimischen Teams nicht, sich auf die neue Saison in der Handball-Oberliga der Frauen vorzubereiten. An den Ambitionen ändert das aber nichts.

Wenn alles nach Plan verläuft soll am Wochenende des 12. und 13. September die Handball-Oberliga der Frauen in die Saison 2020/2021 starten. Mit dabei, wie auch in der letzten Runde, drei mittelhessische Vertreter. Allerdings hat der Aufsteiger aus der Landesliga, die TSG Leihgestern, die HSG Lumdatal abgelöst, die ihrerseits den Sprung in die 3. Liga geschafft hat.

Es war eine enge Kiste Anfang März, als sich der TuS Kriftel und Lumdatal ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den ersten Tabellenplatz lieferten. Vier Spieltage vor dem geplanten Saisonende stand die HSG mit 25:11 Punkten und 29 Toren plus punktgleich vor Kriftel auf Rang eins. Eigentlich fieberten alle auf den Showdown am vorletzten Spieltag hin, an dem die Lumdatalerinnen den TuS in eigener Halle empfangen sollten. Der Lockdown bescherte den Damen um das Trainergespann Michael Gilbert und Marcel Köhler jedoch den vorzeitigen Aufstieg.

In der auf 14 Mannschaften aufgestockten Liga sind die Favoriten mit dem TuS Kriftel und der TSG Oberursel schnell ausgemacht. Beide Teams waren in den letzten Jahren immer oben mit dabei und werden von den heimischen Trainern erneut ins obere Tabellenviertel eingestuft.

TV Hüttenberg

Der TV 05/07 Hüttenberg ist aus mittelhessischer Sicht der letzten Jahre der erfahrenste Verein in der Oberliga. Für Neu-Trainer Peter Tietböhl kam das Engagement beim TVH eher unverhofft. Eigentlich wollte er, nachdem er die A-Jugend der SG Kleenheim/Langgöns nach der letzten Saison abgegeben hatte, mal eine Pause machen. Doch dann kam der Ruf aus Hüttenberg, wo er nun zusammen mit Andreas Scholz die Oberliga-Damen übernimmt. Tietböhl kommt mit einer klaren Zielsetzung zum TVH, der sich punktuell verstärkt hat, aber auch einige Spielerinnen ziehen lassen musste. "Ich will im oberen Drittel der Tabelle landen, das heißt bei mir so zwischen Platz drei und fünf."

Eine klare Ansage des erfahrenen Coaches, der eine Zitterpartie zum Ende der Runde vermeiden will. Beim Abbruch im März standen acht Siege, ein Unentschieden und neun Niederlagen zu Buche, die gleichbedeutend mit Rang sieben einhergingen. Tietböhl setzt auf seinen positionsbezogen sehr ausgeglichenen Kader und kann auf die Rückendeckung seiner Spielerinnen bauen. "Wir haben eine gute Trainingsbeteiligung und die Damen gehen ohne Murren volle Lotte mit", lobte der Coach. Der Startpfiff soll für die Hüttenbergerinnen am Sonntag, dem 13. September, um 17 Uhr beim TSV Eintracht Böddiger erfolgen.

HSG Wettenberg

Die HSG Wettenberg wird ihre vierte Saison hintereinander in der höchsten hessischen Spielklasse bestreiten und hat sich dafür Kai Nober an die Seitenlinie geholt. Der Wechsel auf der Trainerposition war notwendig, weil Christoph Fähler frühzeitig seinen Abschied verkündet hatte.

Der 29-jährige Nober war seit 2014 an der Seite von Thomas Weber als Co-Trainer der Bundesliga-A-Jugend der HSG Wetzlar und zuletzt auch des Drittligateams unterwegs. Der B-Lizenz-Inhaber findet eine gewachsene Mannschaft vor, die die Abbruchsaison mit acht Siegen, vier Unentschieden und sechs Niederlagen auf dem sechsten Tabellenplatz beendet hat. "Alle sind engagiert dabei und haben sich riesig gefreut, dass es wieder losgeht", beschreibt Nober die ersten Trainingseindrücke.

"Der ungewisse Zeitpunkt des Saisonstarts macht die ganze Sache zwar ein bisschen schwierig, aber wir werden auch dafür Lösungen finden. Ich bin da relativ entspannt."

Beeindruckt hat Nober das Angriffsspiel seiner neuen Truppe, die mit viel Tempo den Gegner unter Druck setzt und mit seiner Eingespieltheit punktet. Daher steht für ihn in der kommenden Trainingsarbeit vor allem der taktische Bereich und die körperliche Vorbereitung im Vordergrund. In Fragen der Zielsetzung tut sich Nober hinsichtlich der Gegebenheiten schwer. "Wir müssen erst mal schauen, wann es losgeht, wie es losgeht. Man ist einfach davon abhängig, was da noch kommt."

Der erste Einsatz ist am 12. September um 19.30 Uhr bei der TSG Oberursel anberaumt.

TSG Leihgestern

Neuling TSG Leihgestern hat sich als souveräner Tabellenführer der Landesliga Mitte unter der Leitung von Trainerin Jonna Jensen für die Oberliga qualifiziert. "Wir hätten das auch ohne den Abbruch durchgezogen", ist sich die Sportwissenschaftlerin sicher. So stand ihre Mannschaft vier Spieltage vor Schluss mit vier Punkten Vorsprung als Aufsteiger fest.

Den terminierten Saisonbeginn sieht Jensen kritisch. "Nach fünf Monaten Pause, sollen dann erst Mitte August Testspiele durchgeführt werden dürfen. Das erachte ich drei Wochen vor dem Start als wenig sinnvoll, was die körperlichen und mentalen Voraussetzungen der Spielerinnen angeht. Das kann man Körper und Geist gar nicht zumuten. Man braucht eine gewisse Zeit, sich wieder reinzufinden. Der Beginn im September wäre für mich fahrlässig, was das Verletzungsrisiko angeht."

Daher geht Jensen eher von einem Start Mitte Oktober aus. Nichtsdestotrotz bereitet sie sich mit ihrer eingespielten Mannschaft auf den geplanten Saisonbeginn bereits seit einigen Wochen vor. Der Kader umfasst 13 Spielerinnen mit einem Mix aus erfahrenen Akteurinnen und ein paar jungen Wilden, die von Jensen an das Oberliga-Niveau herangeführt werden sollen.

Los geht es am 12. September um 19.30 Uhr mit dem Kracher gegen den TuS Kriftel.

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