Aufstiegsfavorit VfL Gummersbach hat sich mit Timm Schneider verstärkt. FOTO: ARCHIV
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Aufstiegsfavorit VfL Gummersbach hat sich mit Timm Schneider verstärkt. FOTO: ARCHIV

Unberechenbar

(jsa). Vieles ist anders und ungewiss, dennoch startet an diesem Wochenende die 2. Handball-Bundesliga in die neue Saison. Über allen Vereinen schwebt die große Ungewissheit der Pandemie-Zeit. Da ist der HSV Handball, der zuletzt wegen mehrerer positiver Corona-Tests ein Testspiel gegen Ligakonkurrent Lübeck-Schwartau absagen musste, weshalb auch die ersten beiden Spiele der Hamburger verschoben wurden. Die Frage ist: Wie lange geht das gut?

Ein Spielplan, der sich von Anfang Oktober bis zum letzten Juni-Wochenende erstreckt, dennoch kaum freie Zeit für Spielverlegungen lässt und im Januar noch eine - durchaus in Pandemiezeiten fragwürdige - Mammut-WM in Ägypten verkraften muss. Dieudonne Mubenzem vom TV Hüttenberg, der aller Voraussicht nach für Tschechien an der WM teilnehmen wird, weiß um die aufkommende Belastung: "Wir spielen am 30. Dezember unser letztes Ligaspiel, am 1. Januar treffen wir uns dann wohl mit der Nationalmannschaft. Zeit zur Regeneration bleibt uns da nicht." Gleiches könnte für seinen Teamkollegen Vit Reichl gelten.

Mit Sorgen über eine zu hohe Belastung für die Spieler und Ungewissheit bezüglich der Corona-Pandemie läuft also an diesem Wochenende der Spielbetrieb der 2. Handball-Bundesliga an. Als klare Favoriten um den Aufstieg gelten der VfL Gummersbach und der ASV Hamm-Westfalen. Beide Teams haben sich namhaft verstärkt, in Gummersbach unter anderem mit dem bestens in Mittelhessen bekannten Timm Schneider. Im Dunstkreis der Aufstiegskandidaten bewegen sich dann eine ganze Menge an Vereinen. Da ist die SG BBM Bietigheim, die ohne Regisseur Michael "Mimi" Kraus in die Saison geht, oder der TuS N-Lübbecke mit Ex-TVH-Coach Emir Kurtagic. In Lübbecke steigt allmählich der Druck, da die letzte Saison hinter den Erwartungen zurückblieb. Allerdings bleibt abzuwarten, wie schnell der Umbruch mit zehn Neuzugängen und acht Abgängen vonstattengehen wird.

Zu erwähnen sind HSV Handball, VfL Lübeck-Schwartau, TSV Bayer Dormagen - drei Teams, die sicher zur erweiterten Spitze der Liga zu zählen sind, wenn sie konstant ihr Potenzial abgerufen bekommen. Vielleicht ist dann die ein oder andere Überraschung im Spitzenfeld der 2. Bundesliga möglich.

Die Liga hat in den letzten Jahren oft genug bewiesen, wie unberechenbar sie sein kann. So gibt es diese Saison drei Absteiger und da könnte es gefühlt am Ende jeden der anderen zwölf Vereine treffen. Wilhelmshaven ist sicher nicht als "normaler" Aufsteiger aus der 3. Liga zu sehen und hat einen anderen Anspruch, als um den Klassenerhalt mitzuspielen. Spannend wird sicher die Entwicklung bei Aufsteiger Fürstenfeldbruck zu beobachten sein. Die "Brucker Panther" setzen auf Kontinuität, haben lediglich zwei externe Spieler verpflichtet. Einer davon ist Torwart Stefan Hanemann, zuletzt im Trikot der Eulen Ludwigshafen und aus seiner Jugendzeit bei der HSG Wetzlar den Mittelhessen bekannt.

Dazu ist mit dem TV Großwallstadt einer der großen Namen im deutschen Handball zurück in der 2. Handball-Bundesliga. Es erwartet die Fans wohl eine spannende und packende Saison, mit einigen Unklarheiten und Befürchtungen, die in diesen Zeiten aber nicht zu vermeiden sein und denen sich alle Vereine stellen werden. Für Podcast-Fans haben die Verantwortlichen der 2. Handball-Bundesliga zum 5. Oktober noch ein besonderes Saisoneröffnungsgeschenk: Ab dann gibt es jeden Montag den neuen 2. HBL-Podcast.

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