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Tim Uhlemann – Scorer der U18-Mannschaft des VfB 1900 Gießen. (Foto: Friedrich)

Tim Uhlemann – Der mit dem feinen Händchen

(gae) Er ist 17 Jahre jung, zwei Meter groß und – wie man bei Scorern im Basketball auch sagt – mit einem feinen Händchen ausgestattet. 30 Punkte pro Spiel sind keine Seltenheit für Tim Uhlemann, der am Wochenende mit dem VfB 1900 Gießen nach dem deutschen Pokal in der U18 greift.

Das Herz schlägt immer lauter. Die Anspannung steigt mit jeder Stunde. Tim Uhlemann sagt frei heraus: "Ich bin sehr aufgeregt." Doch nicht nur der 17-jährige Basketballer des VfB 1900 Gießen ist angespannt – allen in seinem U18-Team geht es so. Sie wissen: Wir können am Wochenende Geschichte schreiben. Dazu müssen die Jungs von Trainer Tobias Bender am Samstag um 16 Uhr zuerst die Hürde Schwabing in der Sporthalle der Theodor-Litt-Schule nehmen – der wohl härteste Brocken beim Kampf um den deutschen Pokal. Im zweiten Halbfinale stehen sich am Samstag um 18.30 Uhr Alba Berlin und die Hertener Löwen gegenüber. Das Ziel von Uhlemann und Co. ist klar definiert: Finale am Sonntag um 12.30 Uhr – und dann natürlich gewinnen.

Im VfB-Spiel nimmt Uhlemannn eine tragende Rolle ein. Er ist der Scorer, der Rebounder und der emotionale Leader auf und außerhalb des Feldes. Seit seinem fünften Lebensjahr geht er auf Korbjagd – geprägt von seiner Familie und Verwandtschaft. Im Kreise der Basketballer wird er fast ausschließlich "Timbo" genannt. Das hat er seinem früheren MTV-Jugendtrainer Stefan Röll zu verdanken.

Damals gab es neben ihm noch einen weiteren Tim in der Mannschaft, und damit beide wussten, wer gemeint ist, verpasste Röll "Timbo" seinen Spitznamen.

Sind Sie schon aufgeregt – eine DBB-Pokal-Endrunde in eigener Halle hat man ja nicht alle Tage vor der Brust?

Tim Uhlemann: Ich bin sehr aufgeregt wegen des Turniers, weil wir dieses Mal vor heimischer Kulisse spielen. Dies will man natürlich auch nutzen und gewinnen, dementsprechen groß ist die Anspannung.

Wie schätzen Sie die Chancen Ihrer Mannschaft ein, was zeichnet sie aus?

Uhlemann: Die Chancen auf den deutschen Pokal kann ich leider nicht einschätzen, weil ich die anderen Mannschaften noch nicht habe spielen sehen. Ich hoffe natürlich, dass wir den Pott holen. Unsere Mannschaft zeichnet aus, dass wir eine gute Defense haben. Außerdem können alle im Team sehr gut von außen werfen. Das schafft Räume unter dem Korb, welche wir durch unser schnelles Spiel sehr gut nutzen können. Durch unser ausgeglichenes Team gibt es keinen Bruch im Spiel, wenn der Coach Auswechslungen vornimmt.

Sie müssen im Halbfinale gegen Schwabing ran. Wie sieht Ihr Gameplan aus?

Uhlemann: Mein Gameplan ist simpel. Ich gebe einfach mein Bestes, um mit dem Team ins Finale zu kommen. Rebound, Rebound, Rebound und ein paar Assists und Punkte.

Welche Rolle spielen Sie im Team – und außerhalb?

Uhlemann: Ich bin vor allem der Motivator auf dem Spielfeld und auf der Bank.

Beschreiben Sie bitte Ihre Stärken und Schwächen?

Uhlemann: Schwächen sind die Defensive und die Athletik – beides ist ausbaufähig (lacht). Stärken: guter Rebound, guter Wurf, gutes Spielverständnis, gutes Auge für den besser positionierten Mitspieler.

Wer hat Sie bisher als Trainer am meisten geprägt und warum?

Uhlemann: Am meisten geprägt hat mich Stephan Röll (damals MTV 1846 Gießen), der mir alle Basics in der Jugend beigebracht hat. Dazu haben mich meine beiden JBBL-Coaches Lutz Mandler und Rolf Scholz auf meine Fähigkeiten hingewiesen und motiviert, mich immer zu verbessern. Seit dieser Saison spiele ich noch bei Michael Müller, der mir viel Spielzeit in der Oberliga Herren beim TSV Krofdorf-Gleiberg gegeben hat. Dadurch ist mein Spiel stabiler geworden.

Haben Sie im Basketball ein Vorbild?

Uhlemann: Nein.

Was war bisher Ihr persönliches Basketball-Highlight?

Uhlemann: Mein größtes Highlight im Basketball war, dass ich vor zwei Jahren mit demselben Team, mit dem ich dieses Wochenende beim deutschen Pokal teilnehme, Vizepokalsieger wurde.

Welches sportliche Ziel verfolgen Sie in naher Zukunft?

Uhlemann: Den deutschen Pokal zu gewinnen. Danach möchte ich mein Spiel weiter verbessern – und vor allem an meinen Schwächen arbeiten.

Was tippen Sie fürs Wochenende?

Uhlemann: Mein Tipp: Wir werden deutscher Pokalsieger. Wir haben noch eine Rechnung aus der Zeit von vor zwei Jahren (U16) zu begleichen (lacht).

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