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Timo-Wilhelm Weimer vom RSC Ruttershausen gewinnt auf Galando beim Reitturnier in Grünberg die Springprüfung der Klasse M*. (Foto: ov)

Über Stock und Stein

(pic) Den Busch auf den Reitplatz geholt hat am Wochenende der Reit- und Fahrverein Grünberg.

Auf der großzügigen Anlage "In der Au" boten sich die besten Voraussetzungen für Prüfungen wie A-Springen über Naturhindernisse, angelehnt an eine Geländestrecke bei Vielseitigkeitswettbewerben, die Hunterklasse, bei der sich Wiedereinsteiger in den Reitsport in freundlicher Atmosphäre im Wettkampf messen. Und selbst die Führzügelklasse für die Jüngsten führte über den Wall und war Cross Country ausgeschrieben.

Der Schwerpunkt lag also auf Wettbewerben "über Stock und Stein". Der weitläufige Grasplatz mit Sandauflage, der zu solchen Konkurrenzen geradezu einlädt, bietet mit Wall und Wassergraben beste Bedingungen. Um die robusten Herausforderungen zu überstehen, war die richtige Ausrüstung von Reiter und Pferd erforderlich. Wer seinem Vierbeiner keine Wanderschuhe angezogen, sprich Stollen unter die Eisen geschraubt hatte, sondern auf Slipper, die glatten Eisen, setzte, kam vor allem am Samstag und am Sonntagmorgen bei Regen schnell ins Rutschen.

Jessica Schmidt aus Rodheim-Bieber hatte mit dem erst sechsjährigen Castello alles richtig gemacht und den Parcours über Baumstämme und Strohballen der Klasse A als Siegerin beendet. In der Hunterklasse über Hindernisse bis 75 Zentimeter Höhe landete Janina Moser von den Pferdefreunden Alten-Buseck im Sattel von Farino auf dem zweiten Platz.

Auch die klassischen Disziplinen waren in Grünberg vertreten. Bis zur Klasse M* standen Dressur- und Springprüfungen auf dem Programm; auf eine Ausschreibung bis zur Klasse S im Parcours hatte man in diesem Jahr zugunsten der Vielseitigkeitswettbewerbe verzichtet. Im Viereck trugen die Rösser denn auch Lackschuh. Die Paare waren exzellent herausgebracht und zeigten ansprechende Leistungen. Julia Wörner aus Hungen gewann mit dem sechsjährigen Oldenburger Quantico die Dressurreiterprüfung der Klasse L, in der A**-Dressur wurden sie Zweite. Kirsten Rudrich holte für den Ausrichterverein den zweiten Platz in der A*-Dressur.

Über die klassischen bunten Stangen ging es am Sonntagnachmittag im M*-Springen. Der Veranstalter entschied sich, ein "echtes" Stechen auszutragen und ließ alle neun Paare mit null Fehlern aus dem Umlauf in die Siegerrunde einziehen. Gleich mit zwei Pferden hatte sich Timo Weimer qualifiziert, der erneut auf zahlreiche Siege und Platzierungen an diesem Turnierwochenende verweisen kann. Mit Cessandra kassierte er vier Fehler, aber auf Galando legte der Ruttershäuser den Turbo ein. Pfeilschnell schoss der Wallach über das weitläufige Gelände und fegte gekonnt über die Hindernisse. Der letzte Starter, der Wetterauer Heiko Schmidt, war ebenfalls mit zwei Pferden in der Siegerrunde vertreten. Doch er konnte Weimer den Sieg nicht mehr streitig machen. Freudestrahlend drehte er noch eine Extra-Ehrenrunde, bevor er sich eilig auf den Weg machte, zum letzten Mal an diesem Wochenende den Parcours abzugehen für die noch anstehende letzte Wertung: die Mannschaftsspringprüfung als Finale des OHM-Cups. Die vier Mannschaften, die alle sechs Turniere der Serie wahrgenommen hatten, gingen auch in Grünberg an den Start. Ruttershausen war der Sieg nicht mehr zu nehmen, auf dem zweiten Gesamtrang landete Laubach vor Nidda und Alten-Buseck.

In der Dressur-Wertung des OHM-Cups trug das Team aus Reiskirchen den Gesamtsieg davon vor Nidda und den Reitern vom Busecker Luisenhof. Den vierten Rang belegte die Mannschaft vom RuF Horlofftal-Hungen.

Von dem angekündigten wechselhaften Wetter hatten sich einige von der Teilnahme abhalten lassen. Dennoch fanden vor allem am Sonntagnachmittag auch Besucher den Weg zum Reitplatz. Die Beteiligung an der ebenfalls erstmals angebotenen Hunterklasse ließ noch Spielraum nach oben, aber: "Wir werden an dem Konzept festhalten und uns auch nächstes Jahr wieder auf die Vielseitigkeit konzentrieren", sagte Lisa Keil vom Ausrichterverein. "Denn unsere Anlage ist wie dafür gemacht." Das stimmt, und anders als bei der klassischen Vielseitigkeit sind die Zuschauer "In der Au" hautnah am Geschehen und können tatsächlich den Busch auf dem Reitplatz erleben.

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