Turnier als Wegweiser

  • VonPeter Hett
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HSG Lollar/Ruttershsn.

Beim Handball-Landesligisten aus dem Gießener Norden war man trotz zweier Niederlagen mit dem Auftritt der neu zusammengestellten Mannschaft durchaus zufrieden. »Nimmt man die Neuzugänge aus der Saison 2020/2021, in der wir nicht ein einziges Punktspiel bestritten, gilt es für uns acht neue Leute in die Mannschaft einzubauen«, zeigt Trainer Martin Sänger die Aufgabenstellung auf, die er zusammen mit seinem Trainerkollegen Dino Dragicevic bis zum Rundenbeginn zu bewältigen hat. Den vielerorts diskutierten späten Rundenstart am letzten Oktoberwochenende findet er daher »nicht schlecht«. Bedingt durch die Abgänge von etlichen Leistungsträgern hat sich das Spiel der HSG grundlegend geändert. »Während früher vieles über herausragende Einzelspieler lief, werden wir in Zukunft mehr über das Kollektiv und hohes Tempo kommen«, klärt er über den Spielstil der »neuen HSG« auf.

Obwohl das Turnier für seine Mannschaft nach einer vierwöchigen Trainingspause an sich etwas zu früh kam, hat sein Team nicht enttäuscht. Die Ergebnisse mit einer knappen Niederlage gegen den Landesliga-Ribalen TSF Heuchelheim und einer weiteren gegen den hochgehandelten Bezirksoberligisten HSG Dilltal zeigen, dass der eingeschlagene Weg stimmt. »Die Jungs haben es in beiden Spielen ordentlich gemacht und sich so präsentiert, wie wir es wollen«, lobte er, schränkte aber gleichzeitig ein, dass der »Feinschliff« noch fehlt. »Wie eigentlich immer, hat es wieder einmal Spaß gemacht, hier bei diesem Turnier in Werdorf zu spielen«, fand er zum Schluss noch anerkennende Worte für die Dilltaler Turnierorganisatoren.

TSF Heuchelheim

Die Freude darüber, ihren Sport wieder in der gewohnten Art und Weise auszuüben, war den Akteuren der TSF, ähnlich wie auch bei den anderen Turnierteilnehmern, wichtiger als das nackte Ergebnis. »Für alle Beteiligten, gleich ob es sich jetzt um Spieler, Trainer, Zuschauer oder Veranstalter handelt, war es ein Testlauf, den man als gelungen bezeichnen darf«, unterstrich Trainer Claus Well die Wichtigkeit darüber, endlich wieder unter Wettkampfbedingungen zu spielen. Trotz zweier Niederlagen in den letzten beiden Turnierspielen, war er mit dem, was er von seiner Mannschaft gesehen hatte, zufrieden. »Wir kommen langsam wieder in den normalen Ablauf, brauchen aber noch Zeit, bis die Dinge optimal laufen«, analysierte er und beklagte die noch fehlende Konstanz. »Zu oft sind wir zwar über zwei Drittel des Spiels dominierend, brechen aber entweder zum Ende des Spiels ein, verschlafen den Beginn der zweiten Hälfte oder es unterlaufen blöde Fehler wie im Spiel gegen Griedel«, bemängelte Well.

»Sicherlich kann man im Training viele Spielsituationen nachstellen und einstudieren, aber das Wichtigste ist die Spielpraxis«, urteilte der Heuchelheimer Coach. Mehr Spiele werden für die TSF auch notwendig sein, damit sich ein endgültiger Landesliga Kader herauskristallisiert.

»Wir haben einen breiten Kader mit insgesamt 18 Feldspielern, darunter auch einige jüngere Spieler. Da braucht es schon noch einige Spiele, damit ich die richtige Auswahl für den endgültigen Kader treffe«, ist das für Well ein wichtiger Aspekt für die verbleibenden Wochen bis zum Rundenstart.

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