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Lea Roth beweist bei ihrem Debüt für die TSG Blau-Gold Gießen ihre Klasse mit zwei DM-Titeln im Einzel.

Pole-Sport

TSG Blau-Gold Gießen hat die DM fest im Griff

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Die TSG Blau-Gold Gießen dominiert die deutschen Meisterschaften im Pole Sport und Aerial Hoop. Und sie vermeldet einen bemerkenswerten Wechsel.

(bf). Die TSG Blau-Gold Gießen dominierte die deutschen Meisterschaften im Pole Sport und Aerial Hoop. Die TSG war am Wochenende in Osnabrück mit elf Titeln und sieben WM-Qualifikanten der erfolgreichste Verein. Erstmals wurde die DM auch in der Disziplin Aerial Hoop, der Artistik am Luftring, ausgetragen - eine Sportart, die bei Blau-Gold großen Zuspruch hat.

72 Teilnehmer, darunter 13 aus Gießen, stellen sich in verschiedenen Alters- und Leistungsklassen dem internationalen Wertungsgericht, zu dem erstmals auch die Gießenerin Dóra Szöke gehörte. Gewertet wird nach einem vom internationalen Verband vorgegebenen Punktsystem, das dem im Turnen ähnlich ist. Die tänzerischen und akrobatischen Elemente müssen vorab der Jury vorliegen und an einer festen (Static Pole) und rotierenden Stange (Spinning Pole) in einer Zeit von vier Minuten auf eigene Musik dargeboten werden. Ähnlich ist die Bewertung bei Aerial Hoop.

Im Vorfeld konnte die Pole-Abteilung der TSG Blau-Gold einen spektakulären Zugang verzeichnen. Mit Lea Roth hat sich dem Verein eine erfahrene Profisportlerin aus Mannheim angeschlossen, die in der höchsten Elite-Kategorie mehrfache und amtierende deutsche Meisterin ist und auf zahlreiche internationale Erfolge zurückschauen kann.

In Osnabrück starteten am Samstagvormittag die Pole-Wettkämpfe der Jugend mit der 13-jährigen Finja Rolshausen. Sie hatte sich 2019 für die Weltmeisterschaften in Kanada qualifiziert und als jüngste Teilnehmerin einen beachtlichen Mittelfeldplatz belegt. In diesem Jahr war die vom Leistungsturnen kommende, trainingsfleißige Sportlerin klare Favoritin in der Kategorie »Elite Novize weiblich« - und sie wurde dieser Rolle eindrucksvoll gerecht. Neben dem überlegenen Titelgewinn konnte sie damit auch ihre zweite WM-Teilnahme sichern.

Am Nachmittag starten die Männer und Frauen in der Amateur- und Professional-Klassen. Hier stellte sich Irene Bückendorf und Elena Trebert starker Konkurrenz aus Leipzig und Berlin. Der siebte Platz von 15 Startern stellte Bückendorf nicht zufrieden. Trebert freute sich dagegen über Bronze. Benjamin Sklarek zeigte sich gegenüber seinen bisherigen Wettkämpfen stark verbessert, agierte sicher an der Stange und gewann eine weitere Goldmedaille für Gießen.

Roth beeindruckt durch ihre Athletik

Die Höhepunkte der Samstagveranstaltung waren die Wettkämpfe in den höchsten Elite-Kategorien. Nur die Platzierungen hier gelten auch als Qualifikationen für die Online-WM im Oktober. Lea Roth traf hier auf Anna-Janine Bertuleit, die beide sehr unterschiedliche Stile an den Poles vertanzen. Während Roth ihre Darbietungen sehr athletisch interpretiert, legt Bertuleit ihre Schwerpunkte auf die tänzerischen, musikalischen Elemente. Die Meisterschaft wurde zu einem internen TSG-Wettkampf, den Roth als Titelverteidigerin für sich entschied. Durch die erreichten hohen Punktzahlen qualifizierten sich beide für die WM.

Simon Koch war zwar bei den Männern als amtierender deutscher Meister und WM-Dritter klarer Favorit, durfte aber Antonny Silva Gamboa nicht unterschätzen. Der Kraftprotz aus Dortmund verkrampfte aber zusehends und musste Koch einen klaren Erfolg überlassen. Keine Fragen gab es dagegen bei der Doppel-Konkurrenz. Lea Roth/Simon Koch demonstrierten hier ihre Überlegenheit, holten nach den Einzelkonkurrenzen jeweils ihre zweiten Meistertitel an diesem Tag für Blau-Gold.

Bei »Ultra Pole« treten männliche und weibliche Athleten gegeneinander im K.-o-System an. Bea Vanessa Müller erreichte gegen Magdalena Tüpke das Finale und traf hier auf Silva Gamboa. Als Außenseiterin trat Müller unbeschwert auf und konnte mit einer publikumswirksamen Darbietung das Wertungsgericht überzeugen.

Am Sonntag startete der Wettkampf in der Artistik-Kategorie. Hier geht es vorrangig darum, eine Geschichte zu vertanzen. In der Kategorie »Semi Professional weiblich« traten Bea Vanessa Müller und Magdalena Tüpke in der Doppelkonkurrenz an. Ihre Darbietung zum Thema »Game of Thrones« sorgte für spontane Beifallskundgebungen. Mit der rekordverdächtigen Punktzahl von 80,3 gewannen sie überlegen. Der Zuschauerpreis für »die beste Performance« ging auch an die Gießenerinnen.

Erstmals wurden in Deutschland die Meisterschaften Aerial Hoop ausgetragen. Nicole Gouriya hatte schon 2019 für einen Paukenschlag gesorgt, als sie überraschend die offenen Europameisterschaften gewann. Sie war auch klare Favoritin auf die Goldmedaille in der Elite- und in der Artistik-Kategorie, in der sie mit dem Thema »Carmen« überzeugte und klar gewann. Direkt nach ihr startete Finja Rolshausen in der Elite-Schülerkategorie ihre Darbietung am Luftring. Sie hatte bei dem Fernsehformat »Klein gegen Groß« schon einen vielbeachteten Auftritt am Ring, als sie gegen Lili Paul-Roncalli mit Aufschwüngen einen deutlichen Sieg errang. Auch in Osnabrück dominierte sie die Konkurrenz und holte sowohl die zweite Goldmedaille als auch die zweite WM-Qualifikation.

Maren Julia Arabins Debüt bei den Professionals war von großer Nervosität geprägt. Ihr zweiter Platz hinter Ramona Pfeifle aus Freudenstadt ist trotzdem als Erfolg zu werten. Ganz anders ihr Auftritt in der Artistik-Doppel-Disziplin mit Rebecca Weber. Hier war von Aufregung nichts mehr zu merken, und das Duo holte seine weitere Goldmedaille für Blau-Gold. Nicole Gouriya setzte einen begeisternden Schlusspunkt der Meisterschaften. Im finalen Zweikampf gegen Jennifer Kim Thiem (Frankfurt) gewann sie klar.

Das Trainergespann Adina Brill und Valerie Ruddat war mehr als zufrieden mit den Erfolgen ihrer Schützlinge. Elf Goldmedaillen, zweimal Silber und einmal Bronze, dazu sieben Qualifikanten für die WM sind eine überragende Ausbeute und zementieren die Vormachtstellung der Gießener Pole- und Aerial-Hoop-Sportler.

Die 13-jährige Finja Rolshausen holt zwei Einzel-Titel bei der DM.

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