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Gemeinsam jubeln konnten die Kreisoberliga-Fußballer des TSV Lang-Göns nicht nach dem praktisch feststehenden Gruppenliga-Aufstieg. ARCHIVFOTO: VOGLER

"Trotzdem sind wir stolz"

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Die Freude ist verhalten, an eine Feier ist derzeit nicht zu denken. Aber natürlich sind die Aufsteiger TSV Lang-Göns, SG Birklar und FSG Lumda/Geilshausen erleichtert, dass die Fußball-Saison mit Aufsteigern abgebrochen werden soll. Auch wenn ein Makel in dieser "Corona-Saison" bleibt.

Nein, überrascht worden sind die Verantwortlichen des Gruppenliga-Aufsteigers TSV Lang-Göns sowie der Kreisoberliga-Aufsteiger SG Birklar und FSG Lumda/Geilshausen nicht. Sie hatten damit gerechnet, dass der Verbandsvorstand des Hessischen Fußball-Verbandes sich für einen Saisonabbruch mit Aufsteigern nach der Quotientenregel, aber ohne Absteiger aussprechen würde. Zweifel, dass diese Beschlussvorlage vom Samstag beim Verbandstag am 13. oder 20. Juni noch gekippt wird, haben sie nicht.

"Es fühlt sich schon seltsam an", sagt Matthias Janke, der Abteilungsleiter des TSV Lang-Göns, der als Erster der Kreisoberliga Süd in die Gruppenliga aufsteigt. "Es fehlt einfach so unglaublich viel - die Spannung, der Jubel auf dem Platz und die Fete." Immerhin in der WhatsApp-Gruppe haben sich die TSV-Kicker gemeinsam über den Erfolg gefreut, berichtet Janke, für den feststeht: "Die Entscheidung des Verbands ist für mich die fairste, die man unter diesen Umständen durch die Corona-Pandemie treffen konnte. Es gibt keine vernünftige Alternative."

Aber trotz des Makels, dass der Meister nicht auf dem Rasen ermittelt wurde, sind die Langgönser natürlich stolz auf den Erfolg - zumal sie sieben Punkte vor Verfolger SG Treis/Allendorf/Lda. liegen, der ebenso wie der TSV 19 Begegnungen absolviert hat. "Die Mannschaft hat unter den Trainern Marc Becker und Stefan Wanke eine tolle Entwicklung genommen. Und die Jungs haben sich den Aufstieg verdient", meint der TSV-Abteilungsleiter, der nicht ohne Stolz auf die hohe Anzahl von Spielern aus dem eigenen Nachwuchs verweist. Die Planungen für die neue Saison - dann in der Gruppenliga - laufen schon auf Hochtouren. "Wir bereiten uns so vor, als ob die Saison im August starten würde", sagt Janke. Und bis dahin soll bei einer Party auch der Erfolg gebührend gefeiert werden.

"Ich finde die Entscheidung total richtig. Die Saison aus- und später fortsetzen, hätte nichts gebracht", sagt Bernhard Müller, der Sportliche Leiter der SG Birklar, die als Erster der Kreisliga A Gießen feststeht. "Natürlich wirft die Situation einen Schatten auf die Meisterschaft. Es ist etwas ganz anderes, wenn der Schlusspfiff nach einem Spiel kommt und du Meister bist. Ich bin aber überzeugt davon, dass wir es auch so geschafft hätten", meint Müller. Schließlich habe die SG auf dem Feld nur eine Niederlage kassiert. In Birklar freuen sie sich trotz allem über eine sehr erfolgreiche Saison, zumal auch die zweite Mannschaft mit großem Vorsprung Erster der Kreisliga C Gießen wurde und damit künftig in der Kreisliga B spielen darf. Auch bei der SG laufen die Vorbereitungen für die neue Kreisoberliga-Saison schon seit geraumer Zeit, "weil wir davon ausgegangen sind, dass es so kommen würde". Auch über eine Aufstiegsfete, vielleicht zum Trainingsstart im Juli, haben Müller und seine Mitstreiter schon nachgedacht, denn feststeht für sie: "Eine richtige Feier haben sich die Jungs verdient. Das ist ein richtig verschworener Haufen geworden."

Ähnlich wie beim TSV Lang-Göns und der SG Birklar ist die Situation bei der FSG Lumda Geilshausen. "Wir wollten unbedingt nach sensationeller Hinrunde der Saison die Krone aufsetzen", meint Martin Steidl, der Sportliche Leiter der FSG, die durch die Quotientenregel noch an der SG Reiskirchen/Bersrod/Saasen und der SpVgg. Mücke vorbeigezogen und auf Platz eins gelandet ist. "So sind wir jetzt ›Corona-Meister‹. Es bleibt definitiv ein bitterer Beigeschmack bei dem Erfolg. Jedoch wäre der Unmut noch größer, wäre eine andere Lösung gefunden worden und uns der Aufstieg verwehrt geblieben", hatte Steidl schon am Samstagabend kommentiert. Angesichts der Tatsache, dass die FSG Lumda/Geilshausen in den ausgetragenen Partien ungeschlagen geblieben war, betonte Steidl aber auch: "Trotzdem sind wir stolz auf das Erreichte!"

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