Triplebogey kostet Medaille

  • vonRichard Albrecht
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(ria). Mit coronabedingter Verspätung richtete der Hessische Golfverband dieser Tage seine Einzelmeisterschaften aus. Der Winneröder Daniel Tack mischte bis in die Schlussrunde hinein im Titelrennen mit und wurde am Ende Siebter, der 14-jährige Lorenz Kuhn feierte schon mit dem Überstehen des Cuts in der Herrenkonkurrenz einen großen Erfolg.

In seinem Jubiläumsjahr, seinem 50-jährigen Bestehen, wurden die Planungen des Hessischen Golfverbandes durch Corona mächtig durcheinandergewirbelt. So gelang es erst im August, eine Woche nach den Vierermeisterschaften die Titelträger 2020 im Einzel zu ermitteln. Austragungsort war der Golfpark Rosenhof, ein hessischer Club, dessen Anlage aber auch auf bayerischem Gebiet liegt. Daher musste der HGV seine coronabedingten Vorgaben verschärfen. Das Teilnehmerfeld war begrenzt auf 70 Akteure bei den Männern, bei den Damen gingen 15 Aktive an den Start. Zuschauer und Caddies waren im Gegensatz zu den Vierermeisterschaften nicht erlaubt.

Der Platz hatte durchaus seine Tücken, vor allem das hohe Rough zwischen den Spielbahnen machte den Spielern das Leben schwer und präzises Spiel vom Tee erforderlich, dazu kam die Hitze, am Samstag sorgte der Wind nur selten für Abkühlung. Dass die Cuttlinie nach Runde eins bei sechs Schlägen über Par lag, unterstreicht dies. Die hiesigen Golfclubs Lich und Winnerod hatten vorwiegend junge männliche Akteure an den Start geschickt, die es entsprechend schwer hatten, sich gegen den Platz und die mit 18 Plus-Handicappern gespickte Konkurrenz zu behaupten.

Johannes Gärtner und Jonas Wack (beide GC Winnerod) notierten nach Runde eins 79 Schläge und verpassten so den Cut denkbar knapp um nur einen Schlag. Auch Luis Laurito (80) und Janis Erll (81; beide Licher GC) sowie Marlon Kapetanidis (82; GC Winnerod) war das Glück nicht hold, während seine Teamkollegen Jan Opderdeck (87) und Max Steinmüller (92) den Cut deutlich verpassten.

Umso überraschender und erfreulicher war es, dass einer von den beiden hiesigen Akteuren, die den Cut überstanden, Lorenz Kuhn vom Licher Golfclub war. Mit 4,0-Handicap und Startvorgabe sechs stand der erst 14-Jährige, der sein Debüt in einer Herrenkonkurrenz feierte, weit hinten in der Startliste. Mit einer 77er-Auftaktrunde blieb er unter seiner Startvorgabe. "Der Platz bot einige Stellen zum Scoren. Ohne Caddy zu spielen, war für mich kein Problem, ich kann mich dann besser auf mein Spiel konzentrieren", kommentierte der Licher Nachwuchscrack schon recht selbstbewusst: "Es war ein schönes Gefühl, bei den Herren auch am Sonntag weiter zum Starterfeld zu gehören."

In Runde zwei gelang Kuhn sogar die Verbesserung auf 74 Schläge (zwei über Par), mit denen er sich auf dem Scoreboard nach vorne schob: "Da sind einige Birdieputs gefallen", freute sich Kuhn über die Steigerung. In Runde drei musste er dann den Strapazen Tribut zollen, 82 Schläge wanderten diesmal auf die Scorekarte, was bei einem Gesamtergebnis von 233 Schlägen am Ende zu Rang 26 reichte: "36 Löcher an einem Tag bei der Hitze waren schon recht anstrengend."

Weniger überraschend war, dass der Winneröder Daniel Tack sich für die beiden Finalrunden qualifiziert hatte. Vom Bundesligisten Frankfurt zu seinem alten Stammverein zurückgewechselt, hatte Tack in der Corona-Pause seine Form konserviert und lag mit seiner 70er-Auftaktrunde (zwei unter Par) nach Runde eins in geteilter Führung. "In den ersten beiden Runden war mein langes Spiel sehr solide. Man musste die Bahnen treffen, entweder die eigene oder die daneben. War man im Rough dazwischen, hatte man Probleme." Auch in Runde zwei mischte Tack vorne mit, 72 Schläge bedeuteten zwischenzeitlich Rang drei. Er gehörte damit in der Schlussrunde zum letzten Flight und hatte bei drei Schlägen Rückstand weiterhin gute Chancen auf den Titel. Doch dann sollte ihn zweimal der Driver im Stich lassen. Ein Triple- und ein Doublebogey waren die Folge, die er mit drei Birdies nicht ganz kompensieren konnte. Auf der Schlussbahn erwischte sein Schlag zum Grün einen unglücklichen Bounce und landete knapp im Aus, statt der Birdiechance wanderte ein Bogey auf die Scorekarte. Die 75 zum Abschluss bedeutete Rang sieben. "Das Triplebogey auf der Bahn sieben hat mich aus dem Titelrennen geworfen, es hätten auch noch ein paar mehr Putts fallen können", war Daniel Tack am Ende mit seinem Abschneiden trotzdem nicht völlig unzufrieden.

Bei den Damen sicherte sich die Frankfurterin Marie Coors mit Runden von 70, 72 und 66 Schlägen zum insgesamt vierten Mal den Titel, bei den Herren durfte am Ende Christopher Sacher (GC Braunfels; 70+70+68) den Pokal in die Höhe stemmen.

Die nächsten Titelträger ermittelt der Hessische Golfverband in den Altersklassen 30/50/65 vom 15. bis 16. August auf der Anlage des Golfparks Winnerod.

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