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In der Vorsaison glänzten Kreisläufer Sebastian Weber und die HSG Wetzlar im Heimspiel gegen TuS N-Lübbecke und deklassierten die Ostwestfalen um Drago Vukovic (l.), Ales Pajovic (M.) und Gabor Langhans (r.) regelrecht. (Foto: Vogler)

HSG trifft auf TuS N-Lübbecke

(fk/ra) In einem Spiel der Handball-Bundesliga trift die HSG Wetzlar an diesem Mittwoch (19 Uhr/Rittal-Arena) auf TuS N-Lübbecke. Die Abendkasse öffnet bereits um 17.30 Uhr. Geleitet wird das Duell von den erfahrenen DHB-Schiedsrichtern Marcus und Andreas Pritschow.

"Ich kann entweder zwei bis drei Monate pausieren oder ich beiße mich durch und spiele Handball-Bundesliga", hatte Florian Laudt nach der Partie seiner HSG Wetzlar bei der MT Melsungen gesagt. Kurz zuvor war der Einsatz des Spielmachers noch mit einem großen Fragezeichen versehen gewesen, denn die Mannschaftsärzte der Mittelhessen hatten beim Blondschopf eine schmerzhafte Schambeinentzündung diagnostiziert. Laudt biss auf die Zähne, lieferte eine klasse Performance ab und belohnte sich und seine Teamkameraden beim 28:28-Unentschieden mit einem Punkt. Das unterstreicht den Kampfgeist des 30-Jährigen und der gesamten Wetzlarer Mannschaft. Die HSG hofft indes, dass der gebürtige Gießener auch heute wieder die Schmerzen verdrängt, wenn die Grün-Weißen den TuS N-Lübbecke in der Rittal-Arena empfangen.

Denn in die personelle Problemliste mussten seit dem Wochenende neue Namen eingetragen werden. Mit Torhüter Jose Hombrados (Schleimbeutelentzündung im Knie), Jens Tiedtke (Muskelzerrung im Rücken) und eben Florian Laudt (Schambeinentzündung) ist der Einsatz von gleich drei Leistungsträgern gefährdet. Da käme das Comeback von Steffen Fäth nach seiner ausgestandenen Fußverletzung gerade zur rechten Zeit. Überdies böte sich Magnus Dahl die große Chance, sich neben Andreas Wolff im Tor von Neuem zu beweisen.

"Bei den derzeitigen Ergebnissen in der Liga war der Punktgewinn am vergangenen Wochenende in Melsungen enorm wichtig für uns. Jetzt wollen wir gegen Lübbecke nachlegen", gibt HSG-Coach Kai Wandschneider dennoch klar die Marschrichtung für das Heimspiel am Mittwochabend vor, auch wenn der 54-jährige um die Schwere der Aufgabe weiß. "Lübbecke ist in dieser Saison enorm auswärtsstark, hatte alle fünf Pluspunkte in fremden Hallen eingefahren und ist ein ganz unangenehm zu spielender Gegner", so Wandschneider, der den Verantwortlichen um Gästetrainer Dirk Beuchler ein Kompliment ausspricht. "Sie haben ein gutes Team zusammengestellt, mit einem interessanten Mix aus gestandenen Spielern wie Blazicko, Schöngarth, Vukovic, Pajovic oder Loke und talentierten Nachwuchsakteuren wie Semisch, Tauabo, Pieczkowski oder Dissinger. Dazu spielt Lübbecke viele gute Konzeptionen. Sie sind für jedes Team der Liga ein brandgefährlicher Gegner."

Das Team von Trainer Dirk Beuchler ist durchwachsen in die Saison gestartet. Dem Auftaktsieg beim Aufsteiger HC Erlangen folgte eine ernüchternde Heimniederlage gegen den Lokalrivalen GWD Minden. In Balingen holte man beim 23:23-Unentschieden immerhin einen Punkt, beim TBV Lemgo konnte man derer zwei für sich verzeichnen. Allerdings gab es neben Niederlagen gegen Hamburg und Flensburg beim 28:35 bei der TSV Hannover/Burgdorf eine deutliche Klatsche. Mit 5:9 Punkten belegen die Ostwestfalen momentan den 14. Rang, könnten aber mit einem Sieg gegen die Schützlinge von Kai Wandschneider punktemäßig mit den Mittelhessen gleichziehen.

Die Ostwestfalen verfügen über keinen absoluten Star in der Mannschaft. Vielmehr ist das Team ein homogenes Gebilde, das in Drago Vukovic seinen Spielmacher hat. Der Rückraum hat mit Ales Pajovic, Christian Dissinger und Jens Schöngarth nicht nur Erfahrung, sondern auch Torgefährlichkeit zu bieten.

"Auswärts haben wir bis jetzt gut gespielt und wollen auch am Mittwoch voll angreifen", so der TuS-Trainer, der überzeugt ist, dass sein Team bei der HSG Wetzlar ein anderes Gesicht präsentieren wird als am letzten Samstag beim Heim-28:34 gegen den HSV. "Die HSG macht insgesamt wenig Fehler und stellt in der Abwehr ein gutes Bollwerk", so Beuchler. Teammanager Zlatko Feric verweist gleichfalls auf die eigene gute Auswärtsbilanz: "Wetzlar ist wieder eine große Herausforderung. Aber gerade wenn wir besonders unter Druck standen, haben wir oft gut gespielt."

Der Kader des TuS N-Lübbecke ist nahezu vollzählig. Einzig hinter Christian Klimek steht ein großes Fragezeichen. Der Kreisläufer war bereits gegen den HSV mit Rückenproblemen ausgefallen und wird wahrscheinlich auch in Wetzlar pausieren müssen. Dafür ist seit letzter Woche Frank Loke wieder zurück im Team. Der Norweger Loke wird nach mehrwöchiger Verletzungspause sowohl als Kreisläufer als auch als Defensivspieler die Qualität wieder erhöhen.

Ein großes Plus der Mittelhessen ist in dieser Saison die innere Ruhe. Die Mannschaft von Trainer Wandschneider lässt sich auch in prekären Situation nicht aus derselbigen bringen, wie sie auch wieder in Melsungen unter Beweis gestellt hat. "Wir bleiben konzentriert und spielen unseren Stiefel runter", hatte der Wetzlarer Coach im Anschluss an das Hessen-Derby gesagt. Dort lagen die Grün-Weißen schon früh weit zurück (1:4, 4:9, 12:16), schafften aber bis zur Pause den 14:16-Anschluss und gingen nach dem Wechsel beim 18:17 erstmals in Führung.

Bange ist dem Wetzlarer Trainer also nicht vor der heutigen Partie. "Wir gehen selbstbewusst an die Aufgabe heran, mit dem Wissen um die eigenen Stärken", so Kai Wandschneider. Für das Duell des aktuelle Tabellensechsten gegen den Vierzehnten der Liga sind aktuell noch Sitz- und Stehplatzkarten zu haben.

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