Treffen der Wetzlarer Torhüter

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(jl). Mit Andreas Wolff, Benjamin Buric und Till Klimpke stehen im Qualifikationsspiel der deutschen Handball-Nationalmannschaft gegen Bosnien-Herzegowina gleich drei Torhüter mit grün-weißem Blut auf dem Spielberichtsbogen. Alle drei sind im Trikot der HSG Wetzlar in der Rittal-Arena aufgelaufen und sie verbindet ihre gute Entwicklung mit der Arbeit von Torwarttrainer Jasmin Camdzic.

Andreas Wolff machte von diesem Trio den Anfang im Bundesligator der Grün-Weißen. 2013 wechselte der Schlussmann vom TV Großwallstadt nach Mittelhessen und stand schnell als Nummer eins im Kasten. Durch starke Leistungen empfahl sich der inzwischen 30-Jährige für die deutsche Nationalmannschaft, mit der er im Januar 2016 sogar die Europameisterschaft gewinnen konnte. Gemeinsam mit Steffen Fäth und Jannik Kohlbacher entfachte Andy Wolff einen echten Handball-Boom in Mittelhessen rund um die Europameister. Nach drei erfolgreichen Jahren inMittelhessen zog es Wolff zum Rekordmeister THW Kiel, inzwischen spielt er beim polnischen Spitzenclub KS Kielce und läuft dort auch als Kapitän auf.

Auf Wolff folgte Benjamin Buric im Tor der Grün-Weißen. Diesen hatte Jasmin Camdzic das erste Mal bei der bosnischen Nationalmannschaft im Mai 2012 gesehen und ihm imponierte damals vor allem die Spielintelligenz. Seinen Vorgänger hatte Buric zuerst auch noch im Hinterkopf: »Ich war sehr nervös, das war mein Problem im ersten Spiel. Ich musste Andreas Wolff ersetzen. Immer ›Andi, Andi, Andi‹. Das ist Stress für mich, deshalb war ich anfangs nervös.« Der Bosnier riss die Zuschauer mit seiner emotionalen Art und vielen Paraden aber ebenfalls schnell mit und wurde zu einem Publikumsliebling. Der heute 30-Jährige lief in 67 Spielen für die Wetzlarer Jauf, bevor er dem Ruf des Topclubs SG Flensburg/Handewitt folgte. Dort ist Buric die unumstrittene Nummer eins und wurde in seinem ersten Jahr an der Förde mit dem Champions-League-Teilnehmer direkt Deutscher Meister. Um mit den Flensburgern die aktuelle Tabellenführung zu verteidigen, ist auch die Partie am 8. Mai gegen die HSG Wetzlar mit entscheidend.

Im Tor der Mittelhessen steht aktuell der dritte Torhüter des Trios, Eigengewächs Till Klimpke. Der 23-Jährige bildete anfangs noch das Torwart-Trio gemeinsam mit Benjamin Buric und Nikolai Weber. »Benko und Niko haben mich in meiner ersten Saison an die Hand genommen und mir in jeder Situation geholfen«, so Klimpke im hauseigenen Podcast der HSG. Inzwischen hat der gebürtige Dutenhofener schon über 100 Partien im Oberhaus bestritten und seinen Vertrag vorzeitig bis 2025 verlängert. Till Klimpke ist für den verletzten Johannes Bitter in den Kader der deutschen Mannschaft gerückt und freut sich über die neuerliche Nominierung: »Ich werde wie immer alles geben, um das Vertrauen zu rechtfertigen.«

Hinter den erfolgreichen Torhütern der HSG Wetzlar ist vor allem ein Mann entscheidend: Torwarttrainer Jasmin Camdzic. Dieser hat sich als Klasse-Ausbilder von Keepern einen Namen gemacht.

Andreas Wolff: »Jasmin ist ein feiner Kerl, der auch Spaß versteht. Aber vor allem ist er ein sehr guter Mentor, der weiß, was er sagt und will.« Benjamin Buric: »Jasko ist ein Jugo-Torwarttrainer und wie ich Bosnier. Er hat mir viel geholfen, mit der Sprache, der Mannschaft, im Training.« Till Klimpke: »Die Arbeit mit Jasmin im Club ist seit Jahren optimal. Jeder weiß, dass ich ohne ihn längst nicht da wäre, wo ich bereits in jungen Jahren als Torhüter bin. Jasmin ist weit mehr als nur eine Starthilfe für mich gewesen, er macht mich - das klingt zwar abgedroschen, ist aber so - täglich besser.«

Im Training legt der gebürtige Bosnier besonders »viel Wert auf Emotion, Mentalität, Fleiß und Vertrauen. Der Athlet gibt für mich alles und ich alles für ihn.« Jasmin Camdzic hat schon viele Talente weitergebracht und beurteilt das Trio folgend: »Auf die Entwicklung von Andi Wolf, Benjamin Buric und Till Klimpke bin ich besonders stolz. Für einen entscheiden kann ich mich jedoch nicht.«

Eine weitere Gemeinsamkeit haben alle drei Torhüter: an einem guten Tag können sie ein Spiel fast allein entscheiden. Auf die Schlussmänner wird es heute Nachmittag also ankommen. Das Qualifikationsspiel für die EM 2022 zwischen Bosnien-Herzegowina und Deutschland wird um 16.10 Uhr angepfiffen und von der ARD live übertragen.

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