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Überragend bei Mailand - der US-Amerikaner Shavon Shields ist beim Showdown um den Einzug ins EuroLeague-Final-Four nicht zu stoppen, trotz der heftigen Gegenwehr der Bayern-Spieler Vladimir Lucic (l.) und Dennis Jerome Seeley (r.). IMAGO

Traumreise endet in Mailand

(sid). Mit hängenden Köpfen schlurften die Bayern vom Hotelausgang zum Mannschaftsbus von Armani Mailand, ihre Rollkoffer im Schlepptau. Nach einer unruhigen Nacht begann für die Basketballer mit der Fahrt zum Flughafen die letzte Reise einer Traumsaison, die so niemand hatte kommen sehen. Enttäuscht und stolz zugleich ging es aus Italien zurück nach München, das knappe Aus im Viertelfinale der EuroLeague steckte in den Köpfen.

»Wie die Mannschaft bis zur letzten Sekunde an den Sieg geglaubt hat, ist einfach die Geschichte dieser EuroLeague-Saison«, sagte Geschäftsführer Marko Pesic nach dem dramatischen 89:92 (40:50) im entscheidenden fünften Duell gegen den Titelkandidaten: »Hut ab. Wir haben unseren Mann gestanden.« Und das ohne die verletzten Leistungsträger Nick Weiler-Babb und Nihad Dedovic.

Auch der Vereinspräsident verneigte sich. »Wir sind wahnsinnig stolz auf das, was das Team in dieser anspruchsvollen Saison geleistet hat, es wurden wirklich alle Erwartungen übertroffen«, sagte Herbert Hainer. Und Bayerns Fußballstar Thomas Müller twitterte: »Kopf hoch. Das war eine fantastische EuroLeague-Saison mit so vielen brillanten Spielen. Ich danke Euch!«

Der Showdown im Mediolanum Forum war in vielerlei Hinsicht sinnbildlich. Die Bayern ließen den Gegner davonziehen, mal wieder, 17 Punkte betrug zwischenzeitlich der Rückstand (55:72/28. Minute). Und dann folgte, mal wieder, eine Aufholjagd.

78 Sekunden sind noch auf der Uhr, es steht 79:91, plötzlich wackelt Mailand. Die Bayern machen zehn Punkte am Stück und bekommen nach einem erfolgreichen Freiwurf der Italiener die Chance, durch einen Dreier die Verlängerung zu erzwingen. Doch Paul Zipser muss aus ungünstiger Position abdrücken und setzt den Ball klar vorbei.

Es fehlte nicht viel, so wie in Spiel eins, als Mailand eine Sekunde vor dem Ende zum Sieg getroffen hatte. Das Aus sei »natürlich schade«, sagte Pesic, »man hat gesehen, was die Erfahrung ausmacht in der EuroLeague. Die Erfahrung hat heute gesiegt.«

Zwar wurde das Ticket für das Final Four in Köln (28. bis 20. Mai) verpasst, doch die Perspektiven sind glänzend. Bei den Bayern, die bald die Dauerlizenz für die Euroleague bekommen werden, haben Pesic und Sportdirektor Daniele Baiesi nach der enttäuschenden vergangenen Saison ein sportlich und charakterlich starkes Team zusammengestellt. Und jetzt passt auch der Trainer, Andrea Trinchieri hat alle Erwartungen erfüllt.

Die Niederlage in seiner Heimatstadt nahm er mit Größe. »Sie waren für die längste Zeit des Spiels besser«, sagte der 52-Jährige über die Mailänder, »aber wir haben uns nicht aufgegeben. Wenn du in so einem Spiel am Ende doch die Chance hast, zu gewinnen, dann bedeutet das, dass du als Team etwas ganz Spezielles hast.«

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