Training, Kurzarbeit, Urlaub

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(op). War es die richtige Entscheidung, die Fußball-Regionalliga Südwest im November pausieren zu lassen? Die Meinungen dazu gehen auseinander - sogar innerhalb der Vereine. Dabei zeigt sich abermals, wie schwierig es ist, in einer aus Amateuren und Profis bestehenden Spielklasse eine Lösung zu finden, die allen Seiten gerecht wird. Zumal nicht überall mit offenen Karten gespielt wird.

So gehört auch zur Wahrheit, dass 17 der 22 Teams der Regionalliga Südwest von ihren Landesregierungen nicht als Amateure eingestuft wurden, auch wenn sie sich teilweise selbst als solche sehen. Wie der TSV Eintracht Stadtallendorf, der sich als "Dorfclub" bezeichnet. Dessen Torwart Aykut Bayar sagt allerdings. "Es gibt viele Profiteams, die in der Überzahl sind. Aber auch Amateurclubs, wo Leute wie ich noch Vollzeit arbeiten. Ich sage letztlich aber, dass es eine Profiliga ist, da sie nicht mehr nur vom HFV organisiert ist." Er hätte gerne weitergespielt, gibt jedoch zu, dass es eine "schwierige Phase" sei. Sein Trainer Dragan Sicaja nennt die Unterbrechung "eine plausible Entscheidung" und weist auf ein Problem der Amateure hin: "Wir dürfen nicht vergessen, dass wir nicht nur Fußball spielen. Wenn wir die Krankheit an die Arbeit mitschleppen oder in Quarantäne müssen, hat der Arbeit-geber das Problem."

Kritik an der Liga-Leitung

Für andere in der Liga ist Fußball jedoch der Hauptberuf. Und so stößt die Pause nicht bloß bei den U23-Mannschaften der Erstligisten SC Freiburg, TSG Hoffenheim, VfB Stuttgart und FSV Mainz 05 auf wenig Gegenliebe. Auch die zwei saarländischen Klubs sind alles andere als begeistert. "Die Liga-Leitung sollte das Ziel haben, dass weiter Fußball gespielt wird. Hier hat mir der richtige Einsatz gefehlt. Für uns ist diese Entscheidung nicht verständlich. Es wurde mit uns nicht geredet, auf Anfragen gab es keine Antwort", sagte Ole Book, Sportdirektor der SV Elversberg, der "SZ". Rafael Kowollik, Geschäftsführer des FC Homburg und zugleich Ligasprecher, ergänzte: "Wir hätten gerne weitergespielt. Wir versuchen nun, dass es zumindest im Dezember weitergehen kann. Dazu müssen die Mannschaften aus Rheinland-Pfalz Ausnahmegenehmigungen beantragen. Von RW Koblenz weiß ich, dass sie es versuchen möchten."

Auch der FSV Mainz 05 II ist an einer Fortsetzung ab Dezember interessiert, ebenso offenbar der FK Pirmasens. Till Pleuger, Manager des TSV Schott Mainz, betonte hingegen: "Wir tragen die Haltung der Landesregierung mit."

Ein Sportchef geht in Urlaub

Dem TSV Steinbach Haiger, der punktgleich mit Spitzenreiter Freiburg II auf Platz zwei rangiert, tut die Pause "richtig weh", wie Sportchef und Geschäftsführer Matthias Georg gegenüber "Reviersport" zugab. Er könne die Entscheidung jedoch "schweren Herzens" nachvollziehen. Daher haben Steinbach sowie einige andere Clubs für Spieler und Trainer Kurzarbeit angemeldet. In Einzelfällen drängt sich aber der Eindruck auf, dass man von dieser Möglichkeit gerne Gebrauch macht und wenig Interesse daran hat, sich für eine schnelle Fortsetzung des Spielbetriebs einzusetzen. Untermauert wird das auch dadurch, dass sich der Sportchef eines Vereins am Tag der Verkündung der Spielpause in den Teneriffa-Urlaub verabschiedete. Bei Kickers Offenbach wurde derweil die Entscheidung, ob Kurzarbeit beantragt wird, "notgedrungen vertagt", wie Präsident Joachim Wagner betonte.

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