Trainerin Zeltinger mit Entwicklung zufrieden

  • VonAndreas Joneck
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(aj). Der RSV Lahn-Dill hat die zweiwöchige Rollstuhlbasketball-Bundesliga-Spielpause bestens genutzt und sich nach der kurzen Saisonvorbereitung im Heimspiel gegen Hannover United bereits deutlich gereifter präsentiert. So sprang am Samstagabend ein auch in dieser Höhe verdienter 85:59-Erfolg (25:17/44:29/65:39) gegen die Niedersachsen heraus, bei dem die rund 550 Zuschauer in der Rittal Arena voll und ganz auf ihre Kosten kamen.

Beide Teams starteten dabei offensiv furios und boten in den Anfangsminuten bereits begeisternden Tempobasketball mit einer Trefferquote, die beim mittelhessischen Gastgeber im ersten Viertel bei spektakulären 91 Prozent lag. Auf der Gegenseite war es vor allem Nationalspieler Jan Sadler, der mit drei Dreiern zwischen der vierten und siebten Spielminute sein Team im Rennen hielt. Die Zwischenstände kletterten über 10:10 (4.) und 16:13 (6.) entsprechend rasant nach oben, während sich die Wetzlarer Rollis bis zum 27:19 (11.) erstmals leicht absetzten. Doch die Gäste aus der niedersächsischen Landeshauptstadt hielten die Partie bis Mitte des zweiten Spielviertels offen und schlossen durch den ehemaligen Lahn-Diller Jan Gans beim 29:27 (15.) sogar wieder auf.

Doch spätestens in dieser Phase hatte der RSV nicht nur offensiv seinen Rhythmus, sondern in der Folge auch defensiv das spielentscheidende Mittel gegen die Mannschaft von Trainer Martin Kluck gefunden. Vor allem Neuzugang Reo Fujimoto lief nun zur Höchstform auf. Egal, ob aus der Mitteldistanz, von der Freiwurflinie oder jenseits der 6,75-m-Markierung, mit elf Punkten in Serie binnen vier Spielminuten, wusste der Center das Publikum in der Rittal Arena zu überzeugen. Eine 44:29-Führung zur Halbzeitpause war der Beleg für starke erste 20 Spielminuten des Gastgebers.

Bereits beim Seitenwechsel war die Begegnung des vierten Spieltages in der RBBL ein klarer Beleg dafür, dass das Team des deutschen Rekordmeisters mehr und mehr zusammenwächst sowie spielerisch und taktisch zu einer Einheit wird. »Am Samstag haben wir gezeigt, dass wir uns gut entwickeln und unseren Rhythmus schon deutlich besser gefunden haben als noch vor zwei Wochen gegen Köln«, so die kanadische Cheftrainerin Janet Zeltinger in ihrer Analyse: »Wir hatten sehr gute Phasen in unserer Verteidigung, haben uns selbst gute Würfe erarbeitet und diese dann auch hochprozentig in Punkte umgewandelt. Hierauf müssen wir aufbauen und nächste Woche bereits den nächsten Schritt machen«.

Aus der Kabine der Rittal Arena kamen die Hausherren dann erneut mit viel Schwung. Mit breit gestreuten Einsatzzeiten und Punkteverteilungen überzeugte der RSV Lahn-Dill vor allem dank einer geschlossenen Teamleistung. Und das Ergebnis sollte sich weiter sehenlassen, stieg der Vorsprung doch von 48:31 (23.) über 67:39 (31.) bis auf 85:45, nach einem Dreier von Simon Brown (35.), kontinuierlich an. Damit hatten die Wetzlarer Rollis die Partie zwischen der 15. und 35. Spielminute und einem 48:18-Lauf für sich entschieden.

Was folgte, war jedoch auch der verdiente Lohn für den nie aufsteckenden Gast aus Hannover, dem in den letzten Minuten bis zur Schlusssirene noch eine deutliche Ergebniskosmetik gelang.

Während die Niedersachsen offensiv mit Jan Sadler und Jan Gans sowie mit zehn Assists von Jan Haller Akzente setzen konnten, überzeugte beim RSV Lahn-Dill Weltmeister Simon Brown und Paralympicssieger Brian Bell. Während der Brite Brown mit zehn Punkten, neun Rebounds und vier Assists überzeugte, trumpfte der US-amerikanische Center Bell mit 19 Punkten bei einer Trefferquote von nahezu 89 Prozent aus der Mitteldistanz auf.

Lahn-Dill: Böhme (20/2 Dreier), Bell (19), Fujimoto (15/1), Kozai (14), Brown (10/1), Zantinge (4), Mizan (2), Mosler (1), Beissert, Blair, Weiß.

Hannover: Sadler (17/3), Gans (16), Budde (6), Jantz (6), Lübrecht (6), Beijer (4), Haller (4), Erskine, Hell.

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