Trainer wochenlang auf Intensivstation

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(dpa). DHB-Vizepräsident Bob Hanning, Weltmeister Torsten Jansen oder HBL-Präsident Uwe Schwenker: Die schwere Covid-19-Erkrankung von Stephan Swat, Trainer von Zweitligist EHV Aue, ließ auch diese drei Persönlichkeiten des deutschen Handballs nicht unberührt. "Sie haben sich genauso wie viele andere Menschen telefonisch bei mir gemeldet, um sich nach Stephans Zustand zu erkundigen", erzählt Rüdiger Jurke. Der Manager des EHV kann inzwischen leichte Entwarnung geben: "Seine Werte stabilisieren sich, er macht jeden Tag kleine Fortschritte. Darüber sind wir alle sehr erleichtert."

Nach dem Heimspiel gegen Bietigheim am 14. November 2020 hatte es in der Mannschaft der Erzgebirger einen größeren Corona-Ausbruch gegeben. Auch der 43 Jahre alte EHV-Cheftrainer und Familienvater infizierte sich. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich so sehr, dass er in das Auer Helios-Klinikum eingeliefert werden musste. Stephan Swat wurde auch während der Weihnachtsfeiertage auf der Intensivstation behandelt.

"2020 ist ein Jahr, welches uns allen sicher nachhaltig in Erinnerung bleiben wird. Wir mussten lernen, das liebgewordene Gewohnheiten und menschliche Nähe plötzlich keine Selbstverständlichkeit mehr sind", schrieb Swats Familie an Heiligabend auf der Facebookseite des EHV. Neben dem Wunsch nach Genesung für alle Erkrankten wandte sich die Familie auch mit der Bitte an die Öffentlichkeit, die Corona-Schutzmaßnahmen einzuhalten: "Dies ist besonders für Stephan ein besonderes Anliegen."

Während Swat im Krankenhaus kämpft, muss Jurke den EHV am Laufen halten. "2020 war das schwierigste Jahr, seit ich für den EHV arbeite", sagt der Manager, der diese Funktion immerhin schon seit 1996 ausübt. In dieser Zeit haben sich für Jurke auch viele Freundschaften entwickelt. Zum Beispiel mit Runar Sigtryggsson. Der Isländer fungierte zwischen 2012 und 2016 als Cheftrainer in Aue. "Rüdiger hat mich angerufen und mir die Situation erklärt. Für mich war sofort klar, dass ich helfe", erzählt Sigtryggsson. Der 48-Jährige wird wahrscheinlich bis zum Saisonende als Cheftrainer beim EHV arbeiten. Er soll dafür sorgen, dass der Traditionsverein aus dem Erzgebirge die Klasse hält.

Für 2021 wünscht sich Jurke "wieder mehr Normalität". Am wichtigsten ist dem EHV-Manager aber Swats Genesung: "Stephan soll wieder gesund werden. Wir sind alle sehr optimistisch, aber es kann noch ein langer Weg werden. Wir unterstützen ihn dabei nach besten Kräften."

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