Torwart-Methusalem Mattias Andersson (rechts) wird zur Kieler Aushilfskraft. FOTO: DPA
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Torwart-Methusalem Mattias Andersson (rechts) wird zur Kieler Aushilfskraft. FOTO: DPA

Torhüter Andersson als Aushilfskraft

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(dpa). In der 25. Spielminute war es soweit: Mattias Andersson feierte sein Comeback im Tor des THW Kiel. Und dass der deutsche Handball-Rekordmeister seine Bundesliga-Partie gegen die TSV Hannover am Ende mit 34:31 (17:18) gewann, lag auch an dem 42-jährigen "alten Schweden", der zwei wichtige Paraden zeigte.

Andersson, der zuletzt am 3. Juni 2018 für die SG Flensburg-Handewitt ein Ligaspiel bestritten hatte und eigentlich als Torwarttrainer für den THW arbeitet, war nach der Verletzung von Stammkeeper Niklas Landin reaktiviert worden, um Dario Quenstedt zu unterstützen. Und diese Aufgabe meisterte er mit Bravour.

"Bei Mattias Anderssons Einwechslung ging es darum, Dario eine Pause zu verschaffen", sagte "Zebra"-Coach Filip Jicha nach der Partie. Und ergänzte: "Mattias hat dann gleich seine Erfahrung und Klasse unter Beweis gestellt - das verliert man einfach nicht."

Durch die Paraden von Andersson verkürzte der THW den Rückstand vor der Pause von 12:15 auf 15:16. Nach der Pause kehrte Quenstedt dann zwischen die Pfosten zurück und sicherte mit insgesamt elf abgewehrten Bällen den zweiten Saisonsieg der Kieler. "Dario hatte vorher unglaubliches Pech, ist dann aber cool geblieben und hat mit seinen Paraden den Sieg festgehalten", lobte Jicha.

Andersson, der bereits von 2001 bis 2008 für den THW gespielt hatte, blieb bescheiden. "Wer hätte gedacht dass ich 19 Jahre später wieder für den gleichen Club spielen würde?", schrieb er auf seinem Instagram-Kanal: "Ich nicht! Danke an meine Mannschaftskameraden, den Verein und die Fans für die Unterstützung und einen fantastischen Empfang." Am Samstag (18.30 Uhr/Sky) geht Anderssons Reise weiter. Mit den "Zebras" tritt er dann bei der HSG Wetzlar an.

Filip Jicha unterdes wird die Trainerbank beim deutschen Handball-Rekordmeister THW Kiel nicht mit einem Platz auf dem Spielfeld tauschen. Auf die Frage, ob er trotz der aktuellen Verletzungssorgen im Rückraum der "Zebras" an ein Comeback denke, antwortete der 38 Jahre alte Tscheche in den "Kieler Nachrichten" mit einem klaren "Nein".

Bei den Norddeutschen ist die Not vor allem im Rückraum groß. Beim Heimspiel am Dienstagabend gegen die TSV Hannover-Burgdorf fehlte außer Nikola Bilyk (Kreuzbandriss) auch Neuzugang Sander Sagosen, der beim Auftaktsieg über den HC Erlangen (36:30) einen Muskelfaserriss im Oberschenkel erlitten hat und mindestens drei Wochen ausfällt.

In Miha Zarabec und Domagoj Duvnjak stehen Trainer Jicha aktuell nur noch zwei Rechtshänder für den Rückraum zur Verfügung, die von Nachwuchsakteur Philip Wäger unterstützt werden.

Sunnefeldt verpflichtet

Der deutsche Handball-Rekordmeister THW Kiel hat auf die schwere Verletzung seines Rückraumspielers Nikola Bilyk (Kreuzbandriss) reagiert und Oskar Sunnefeldt verpflichtet. Der Jahre alte Schwede kommt vom dänischen Erstligisten SonderjyskE und erhält bei den Zebras einen Einjahresvertrag.

"Wir haben nach Nikola Bilyks Verletzung in den vergangenen Wochen intensiv nach einer Verstärkung für unsere Mannschaft gesucht", sagte THW-Geschäftsführer Viktor Szilagyi: "Oskar ist ein großes Talent, dem wir den nächsten Schritt in seiner Entwicklung zutrauen. Er ist ein junger, torgefährlicher Rückraumspieler, der auch in der Abwehr eingesetzt werden kann und uns insgesamt bestimmt helfen wird."

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