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Sein letzter Auftritt im 46ers-Trikot in Chemnitz: BJ Blake hat seinen Vertrag mit den Gießenern aufgelöst und steht Trainer Pete Strobl (l.) nicht mehr zur Verfügung.

Gießen 46ers

Topscorer Blake hat die Gießen 46ers verlassen

  • Markus Konle
    VonMarkus Konle
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Die Gießen 46ers haben ihren zuverlässigsten Scorer verloren: Brayon »BJ« Blake hat nach dem tragischen Tod seines Bruders vor wenigen Wochen nun seinen Vertrag aufgelöst.

Blake ist in seine Heimat USA zurückgekehrt und wird somit schon im Bundesliga-Heimspiel am Samstag (18 Uhr/Sport 1 und MagentaSport) gegen Bonn nicht mehr das 46ers-Trikot tragen.

»BJ Blake teilte mir vor zwei Tagen mit, dass er psychisch und physisch aktuell und in absehbarer Zeit nicht mehr in der Lage sei, professionellen Basketball zu spielen und er für seine Familie in den USA da sein muss. Nach der erschütternden Nachricht von vor wenigen Wochen ist das nur allzu menschlich«, erklärte 46ers-Geschäftsführer Sebastian Schmidt in einer Pressemitteilung vom Freitag.

Der Bruder von Blake war Anfang November in den USA erschossen worden. Zwar war der Flügelspieler zwischenzeitlich in seiner Heimat, hat aber wegen des dramatischen Ereignisses keine Partie seines Klubs verpasst. »Ich kann seine Entscheidung absolut nachvollziehen und somit haben wir uns auf eine Vertragsauflösung verständigt. Sportlich ist das für uns natürlich sehr bitter und eine weitere Hiobsbotschaft«, sagte Schmidt.

Er und Trainer Pete Strobl legten dem 26-Jährigen keine Steine in den Weg, auch wenn der Abgang eine herbe Schwächung des Teams bedeutet. Denn Blake war mit im Schnitt 13,2 Punkten und 5,5 Rebounds der zuverlässigste Punktesammler und beste Rebounder der Gießener in den bisherigen zehn Saisonspielen. Die 46ers sind bereits auf der Suche nach einem neuen Forward. »Jedoch wird es sehr schwer werden, einen adäquaten Ersatz zu finden«, weiß Schmidt.

Idealerweise sollte der neue Profi einen europäischen Pass besitzen - dann müsste keiner der US-Amerikaner aussetzen. Auch nach dem Abgang von Blake haben die 46ers durch die kürzliche Verpflichtung von T. J. Williams, der in der Vorwoche bei der Niederlage in Chemnitz sein Debüt gab, noch die bei Spielen maximal erlaubte Anzahl von sechs Import-Spielern im Kader.

»Nach langen Gesprächen mit meiner Familie musste ich eine sehr schwere Entscheidung treffen. Letztlich werde ich den Rest dieser Saison aussetzen, um mich auf meine psychische Gesundheit zu konzentrieren«, schrieb Blake bei Instagram zum Abschied. Er bedankte sich bei den 46ers, »die mir die Chance gegeben haben, mein Talent auf einem hohen Level zu zeigen und nun die Möglichkeit geben, für meine Familie da zu sein.«

Die Partie am Samstagabend gegen Bonn ist für die Gießener der Auftakt in einen Jahresendspurt mit vier Begegnungen in zwölf Tagen. Umso bemerkenswerter ist es, dass die 46ers Blake ohne zu zögern ziehen lassen. Sie schreiben in der Pressemitteilung: »Es gibt wichtigeres als Scoring, Reboundarbeit oder Basketball - die 46ers-Familie wünscht ihm und seiner Familie Frieden, Ruhe und alles erdenklich Gute!«

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