Titelkämpfe in Heuchelheim: "Mehr Planung als Training"

(cso) Die TSF Heuchelheim betreten am Wochenende Neuland. Sie richten die Deutschen Tischtennis-Meisterschaften der Behinderten aus und schließen damit in der Sporthalle an der Schwimmbadstraße auch einen monatelangen Organisationsmarathon ab.

Die Wettkämpfe beginnen am heutigen Freitagmittag (ab 13 Uhr) mit dem offenen Wettbewerb, in dem die Sportler aller Wettkampfklassen antreten können (siehe Artikel rechts). Weiter geht’s mit den Doppeln, ehe am Samstagmorgen (ab 9 Uhr) die Matches in den gesonderten Klassen beginnen. Christine Lenke, Tischtennis-Abteilungsleiterin bei den TSF, gehört nicht nur dem Heuchel-heimer Orga-Team an, sondern geht in der Wettkampfklasse AB selbst an die Tische. Lenke war vor zwei Jahren an Krebs erkrankt, hat nun nicht mehr mit der Krankheit zu kämpfen. "Es ist frühzeitig entdeckt und entfernt worden. Aber man weiß natürlich nie, ob es zurückkommt", sagte sie damals. Im Interview blickt Lenke auf die Vorbereitung des umfangreichen Events zurück und spricht über ihre sportlichen Chancen im Wettbewerb.

Frau Lenke, wie kam man in Heuchelheim überhaupt auf die Idee, diese Veranstaltung auszurichten?

Christine Lenke: Udo Winkler (u. a. Fachwart Tischtennis im HBRS; Anm. d. Red.) aus Büßfeld stand vor zwei Jahren bei uns in der Halle, da sein Sohn hier trainiert. Er sagte dann: "Wäre das nicht etwas für euch, 2016 die DM auszurichten?" So kam das ganze ins Rollen.

Wie liefen die Vorbereitungen?

Lenke: Wir sind sehr zufrieden. Wir konnten uns im Verein auch spartenübergreifend auf Unterstützung verlassen. Von der Sponsorensuche bis hin zur Vorbereitung des Caterings. Dieser Tage sind noch die 16 neuen Tische gekommen. Jetzt hoffen wir nur noch auf guten Besuch. 150 Zuschauer wären toll.

Können Sie etwas zum Teilnehmerfeld sagen?

Lenke: Uns liegen 119 Anmeldungen vor. Mit dabei sind vier der zehn Paralympics-Starter. Dazukommen aus Heuchelheim Elias Monden (Klasse 8), Thomas Richel (Klasse 6), Merten Teichmann (Klasse 7), Uwe Weber (Klasse AB) und ich.

Wie sieht es mit weiteren Spielern aus der Region aus?

Lenke: Im Team Hessen sind es insgesamt 37 Spieler, die starten. Die TTG Büßfeld stellt ein großes Aufgebot. Yannik Rüddenklau (Klasse 9) und Marlene Reeg (Klasse 10) gehen für Büßfeld als Titelverteidiger ins Rennen.

Sie haben ebenfalls in Ihrer Klasse den Titel zu verteidigen…

Lenke: Das ist richtig. Aber das wird wohl sehr schwer. Ich habe mehr Zeit der Vorbereitung und der Planung der Veranstaltung gewidmet, als dem Training. Vielleicht geht im Doppel etwas. Da spiele ich mit Juliane Wolf zusammen (ehemalige TSF-Spielerin; Anm. d. Red.).

Wie kam es, dass sich so schnell Spieler gefunden haben, die für die TSF Heuchelheim bei dieser Veranstaltung antreten?

Lenke: Drei von unseren sechs Spielern haben vorher schon in der normalen Tischtennis-Abteilung mitgemacht. Dann kam noch der Sohn eines Spielers dazu. Das ging ganz schnell. Demnächst werden wir alles dabei haben: Fußgänger, einen Rollstuhlfahrer und einen geistig behinderten Sportler.

Was macht für Sie die Faszination Tischtennis ganz allgemein aus?

Lenke: Die Vielfalt. Tischtennis ist Athletik, Dynamik, Schnelligkeit, Taktik und Grips. Und man kann die Sportart bis ins hohe Alter betreiben.

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