Vorweihnachtliche Bescherung: Vor genau einem Jahr triumphierten die Bundesliga-Hanballer der HSG Wetzlar beim SC DHfK Leipzig und wollen dieses Kunststück heute in der Messestadt wiederholen. FOTO: IMAGO
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Vorweihnachtliche Bescherung: Vor genau einem Jahr triumphierten die Bundesliga-Hanballer der HSG Wetzlar beim SC DHfK Leipzig und wollen dieses Kunststück heute in der Messestadt wiederholen. FOTO: IMAGO

Handball

Till Klimpke droht Knie-OP

  • Daniela Pieth
    vonDaniela Pieth
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Den Auswärtscoup vor exakt einem Jahr beim SC DHfK Leipzig würde die HSG Wetzlar gerne wiederholen. Im Duell der Handball-Bundesliga sind die Mittelhessen dennoch Außenseiter.

Die Parole von Trainer Kai Wandschneider im Hinblick auf die Auswärtsfahrt in den Corona-Hotspot Leipzig lautet ""Augen zu und durch". Heute Abend um 19 Uhr ist seine HSG Wetzlar beim SC DHfK in der Handball-Bundesliga gefordert - und außer Bus, Hotel und Halle werden die Mittelhessen nichts zu sehen bekommen, wofür der 61-jährige Chefcoach in der momentanen Lage durchaus dankbar ist.

Personal:Bei der HSG Wetzlar fällt Maximilian Holst weiterhin aus. Bei Klimpke wird fieberhaft daran gearbeitet, ihn therapeutisch aufzubauen. Eine Knie-Operation steht im Raum, der Zeitpunkt ist jedoch unklar. Zudem konnte Stefan Cavor in dieser Woche nicht trainieren.

Auf Seiten der Gastgeber könnten Milosevic und Torhüter Kristian Saeveras wieder zur Mannschaft stoßen, eine Entscheidung darüber wird erst am Spieltag fallen. Die personellen Ausfälle von Bastian Roscheck, Maximilian Janke und Luca Witzke stehen dagegen fest.

Leipzig und Corona:Den SC DHfK hat es im Hinblick auf positiv getestete Akteure arg gebeutelt. Nachdem die Leipziger am 29. Oktober in Stuttgart ohne Trainer auskommen mussten, wurde die gesamte Mannschaft aus dem Verkehr gezogen. Zwei Wochen ohne gemeinsames Training sind für Mannschaften auf diesem Niveau kaum förderlich. Das Zusammenspiel leidet, die Verletzungsgefahr steigt. Seitdem hat der SC vier Partien absolviert und die Spieler kommen nach und nach aus der Corona-Quarantäne zurück. Im letzten Heimspiel-Derby hat die Mannschaft von Coach Andre Haber den SC Magdeburg aber mit 33:29 geschlagen. Die Favoritenrolle schiebt Wandschneider daher gerne den Gastgebern zu.

Die Leistung gegen Magdeburg fußte auf einer starken Abwehr, hinter der Torhüter Joel Birlehn zur Höchstform auflief. Die Körperkulturellen drücken während ihrer Partien auf das Tempo, wollen im Gegenstoß und der zweiten Welle bevorzugt zum Torerfolg kommen. Im Positionsangriff zeigt sich Leipzig sehr variabel, hier zogen zuletzt im Wechsel Niklas Pieczkowski und Philipp Weber die Fäden. Ihnen zur Seite stehen mit Marko Mamic, Martin Larsen und Gregor Remke torgefährliche Rückraumschützen. Am Kreis hat Maciej Gebala seinen Kapitän Alen Milosevic gut vertreten, auf den Außenpositionen glänzten in den letzten Spielen abwechselnd Lukas Binder und Patrick Wiesmach.

Das Torhüterduell:Was am Sonntag gegen Stuttgart Tibor Ivanisevic war, war Birlehm gegen Magdeburg - der Matchwinner. Auch bei der Leipziger Pleite in Erlangen letzten Samstag war der SC-Keeper der einzige Spieler in Normalform. Daraus folgert wie so oft, ohne eine vernünftige Torhüterleistung wird es in der Bundesliga schwer, ein Spiel zu gewinnen. Wetzlars Till Klimpke ist gut in die Saison gestartet, doch der Kopftreffer gegen Melsungen Ende Oktober hat Wirkung hinterlassen. Mitte November gegen Coburg hat Ivanisevic, der zuvor oftmals nur für die Siebenmeter eingewechselt wurde, überzeugt und gegen Stuttgart noch einen draufgesetzt.

Das sagen die Trainer:"Sie müssen uns schlagen. Sie haben das klares Saisonziel Europapokal und das können sie auch mit der Mannschaft", nimmt Wandschneider den Druck von seiner Truppe. "In der Tabelle ist es eng, wenn du zwei Spiele verlierst bist du 15., wenn du gewinnst Sechster. Deshalb bin ich sehr froh, dass wir schon zwölf Punkte haben. Es kommen aus heiterem Himmel Leistungen zustande, die weit über der Norm sind und plötzlich wieder unter der Norm. Das betrifft fast alle Mannschaften, außer vielleicht die Rhein-Neckar Löwen und die SG Flensburg/Handewitt. Wir dürfen uns nicht unterkriegen lassen, müssen Rückschläge wegstecken. Wir können jedes Spiel gewinnen bis zum Jahreswechsel, aber wir können auch jedes Spiel verlieren. Das wird immer von unserer mentalen Verfassung abhängen."

Andre Haber warnt auf der Homepage der Leipziger eindringlich. "Es gibt nicht viele Teams in der Bundesliga, die das Saisonziel Klassenerhalt ausgeben und dann den Deutschen Meister mit neun Toren besiegen", schmunzelt Haber. "Wetzlar ist eine Mannschaft mit einer guten Abwehr und einem gefestigten Spielsystem. Mit Filip Mirkulovski haben sie einen sehr erfahrenen Spielmacher, der weiß, wie er seine Nebenleute in Szene setzt. Darauf haben wir uns gut vorbereitet und viel Videoanalyse gemacht. Wir haben unsere Schlüsse aus dem Spiel in Erlangen gezogen und wollen wieder besser verteidigen und angreifen."

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