Christoph Spang trifft heute Abend mit seinem SC Teutonia Watzenborn-Steinberg in Wetzlar auf Kickers Offenbach.
+
Christoph Spang trifft heute Abend mit seinem SC Teutonia Watzenborn-Steinberg in Wetzlar auf Kickers Offenbach.

Teutonia geht mutig in den Kickers-Kracher

(sno) Offenbach viele Zuschauer kommen heute Abend nach Wetzlar. Die Vorfreude bei Fußball-Regionalligist Watzenborn-Steinberg ist groß. Verloren gegangene Punkte sollen wiedergeholt werden.

Dass heute Abend die Kickers aus Offenbach zum Ligaspiel nach Wetzlar kommen, spürt derzeit auch Andreas Heller. Der Teammanager der Teutonia aus Watzenborn-Steinberg hat wie so häufig viel zu tun und sorgt dafür, dass in Wetzlar heute alles reibungslos abläuft. Er spricht von einer "deutlich größeren Medien- und Polizeipräsenz". 1600 Tickets wurden bis zum gestrigen Nachmittag im Vorverkauf abgesetzt, insgesamt rechnet der Fußball-Regionalligist mit rund 4000 Zuschauern. "Die meisten kommen an die Tageskasse", sagt Heller vor dem lang ersehnten Kracher zwischen Watzenborn-Steinberg und Kickers Offenbach (heute, 19.30 Uhr, SCT Sportpark Wetzlar). Vor zwei Jahren noch waren die Pohlheimer Sechstligist, nun treffen sie in der Fußball-Regionalliga Südwest auf den Traditionsverein vom Bieberer Berg und werden im Hessischen Rundfunk übertragen. Dieser ist mit einem Kamerateam vor Ort und wird im "heimspiel!" am Samstag (17 Uhr) Ausschnitte von der Partie zeigen.

"Frisch, fromm und fröhlich" will Trainer Steuernagel mit seiner Teutonia nach vorne verteidigen und dem Favoriten ein Bein stellen. Dass die Offenbacher das sind, daran besteht kein Zweifel. Am Montagabend lieferten sie dem Zweitligisten Hannover 96 einen Pokalfight, kassierten erst in der Schlussphase der Verlängerung das 2:3. "Sie hatten den Top-Favoriten aus der zweiten Liga am Rande einer Niederlage. Das war absolut beeindruckend", sagt Teutonen-Trainer Daniel Steuernagel.

Die Offenbacher starteten zwar mit minus neun Punkten in die Regionalliga Südwest, haben sich zuletzt aber viel Selbstvertrauen geholt. Abseits des Platzes deutet alles darauf hin, dass die Insolvenz abgewendet werden kann. Auf dem Platz sind die Kickers nach drei Ligaspielen, in denen die robuste Spielweise und das schnelle Umschaltspiel hervorstachen, noch ungeschlagen.

Zwei Neuzugänge, die in der letzten Saison noch in der Hessenliga gegen Watzenborn-Steinberg aufliefen, ragen derzeit heraus. Serkan Firat (kam von Viktoria Griesheim) und Ko Sawada (RW Frankfurt) haben sich ihren Platz in der Offenbacher Offensive vorerst erarbeitet. "Sie sind ein gutes Beispiel für uns, dass man sehr viel erreichen kann, wenn man ein Ziel hat", meint Steuernagel.

Der Start der Teutonen in diese Saison war unglücklich. Einem schmeichelhaften Sieg über dem TSV Steinbach folgten drei Niederlagen gegen Abstiegskandidaten aus Kassel, Ulm und Koblenz. In keinem Spiel waren die Grün-Weißen wirklich unterlegen und doch weiß der Coach: "Du kannst dir das noch so schönreden – am Ende haben wir gegen drei Mannschaften verloren, die voraussichtlich ums Überleben kämpfen. Diese Punkte müssen wir uns in anderen Spielen zurückholen." Das heutige Heimspiel gegen Offenbach soll so eines sein.

{newPage}Daniel Steuernagel sieht die Chancen seiner Pohlheimer bei "20:80. Aber das heißt nicht, dass wir nicht gewinnen können." Der Plan: "Kompakt stehen und über die flinken, wuseligen Spieler gefährlich werden." Einer von diesen klein gewachsenen Offensivspielern ist Denis Weinecker. Der Gießener zählte in den ersten vier Partien zu den auffälligsten Akteuren. Er setzte gestern aufgrund von Kopfschmerzen mit dem Training allerdings aus.

Fraglich ist noch der Einsatz von Sechser Jonatan Kotzke. Der Neuzugang von Drittligist VfR Aalen bekam gegen den SSV Ulm einen Schlag auf den Knöchel und musste zuletzt pausieren. Aktuell hat der 26-Jährige leichte Beschwerden, soll heute aber im Kader stehen. Genauso wie Innenverteidiger Oliver Laux. Die Neuverpflichtung von Eintracht Trier ist nach Rückenproblemen wieder einsatzbereit und wird in der Startelf erwartet. Ähnlich wie das Gießener Außenverteidigerduo Julian Scheffler und Julian Simon. "Beide haben zuletzt gezeigt, dass sie in der Regionalliga körperlich mithalten können", sagt ihr Trainer.

Garantiert verzichten müssen wird die Teutonia auf Abdenour Amachaibou (Riss des Innen- und Außenbandes), Kian Golafra (tastet sich nach Knieproblemen wieder heran), Rafael Szymanski (Risswunde an der Ferse) und Francis Adomah (Leistenprobleme).

Watzenborn-Steinberg: Dauth, Jäckel – Koutny, Laux, Scheffler, Simon, Bartel, Lemke, Talevski, Schadeberg – Spang, Azaouaghi, Goncalves, Kotzke, Ficara, Koyuncu, Weinecker – Müller.

Kommentare