Mit Körperkontakt und Zweikämpfen wollen die Amateurfußballer - wie hier Dominik Pfeil (rechts) von der FSG Homberg/Ober-Ofleiden - bald wieder in den Wettkampfmodus zurückkehren. Dafür muss ihnen die Politik allerdings den Weg frei machen. FOTO: VOGLER
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Mit Körperkontakt und Zweikämpfen wollen die Amateurfußballer - wie hier Dominik Pfeil (rechts) von der FSG Homberg/Ober-Ofleiden - bald wieder in den Wettkampfmodus zurückkehren. Dafür muss ihnen die Politik allerdings den Weg frei machen. FOTO: VOGLER

Fußballkreis Alsfeld

Termindruck und Pokal-Hoffnung

  • Christoph Sommerfeld
    vonChristoph Sommerfeld
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Im September soll der Ball rollen. Vielleicht schon Ende August. Für die noch ausstehenden Spiele im Pokal will sich Alsfelds Kreisfußballwart Frank Heller gar um eine Sondergenehmigung bemühen.

Seit dem 20. Juni ist die kurioseste Fußball-Saison der deutschen Nachkriegsgeschichte offiziell beendet. Nachwirken wird sie noch lange. Denn noch weiß keiner so recht, wie es weiter gehen soll. Im Fußballkreis Alsfeld bastelt man derweil an der neuen Spielzeit. "Ich gehe davon aus, dass wir ab September wieder spielen", blickt Kreisfußballwart (KFW) Frank Heller optimistisch in die Zukunft. Außerdem weist er auf das noch bis Sonntag geöffnete Fenster für die Mannschaftsmeldung 2020/21 hin.

Einige Eckdaten hat der Hessische Fußball-Verband seinen Kreiswarten schon mit auf den Weg gegeben. So soll am 5./6. September die Punktrunde starten. Am 1./2. September ist ein Pokalspieltag für die noch auszutragenden Partien der Saison 2019/20 vorgesehen. Das ganze ist nur dann möglich, wenn es die Vorgaben der Behörden zulassen. Derzeit gilt in Hessen, dass zwar Wettkampfsport betrieben werden kann. Mit Körperkontakt und ohne Abstand ist dies allerdings nur in einer Gruppe von bis zu zehn Personen möglich. Für den Fußball müsste diese Regel also gekippt werden.

Sollten behördliche Anordnungen es zulassen, wäre ein Pokalspieltag sogar schon am 29./30. August denkbar. Das ist auch das Ziel von Heller. Das Halbfinale war im April der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen. "Wir versuchen, vom Landrat eine Sondergenehmigung zu bekommen. Wir haben die Möglichkeit, den laufenden Pokal zu Ende zu spielen. Das würden wir am letzten August-Wochenende in Nieder-Gemünden auch gerne so durchführen", sagt der KFW. Einer Fortsetzung der Pokalrunde hatte der Verbandstag ausdrücklich zugestimmt. Neben Heller waren übrigens stimmberechtigt für den Kreis Alsfeld: Gerhard Kunz, Clemens Rupp, Peter Wiederhold, Thorsten Eick, Sigfried Spangehl und Dieter Welker.

Alternativpläne noch in Arbeit

Der HFV teilte durch Verbandsfußballwart Jürgen Radeck zudem mit, dass Alternativpläne für die Meisterschaft in Arbeit seien. Das ist auch dringend nötig. Denn bei einem späteren Beginn des Spielbetriebs braucht es zumindest einen Plan B, wenn nicht sogar C oder D. "Ich gehe davon aus, dass dann Einfachrunden gespielt werden. Oder man plant mit zweigleisigen Ligen, dadurch reduziert sich die Anzahl der Partien", erklärt Heller.

Der Alsfelder Fußball-Boss gab zu verstehen, dass im kommenden Sommer keine Relegation zu erwarten ist und an Ostern regulär gespielt werden soll. In der Kreisoberliga Süd kommt man laut Heller auf 18 Vereine, in der A-Liga Alsfeld/Gießen auf 17 Klubs. In der Kreisliga B verbleiben nach dem Rückzug der SG Romrod/Zell (siehe Extra-Artikel) dagegen nur 14 Mannschaften, ebenso wie in der C-Klasse. Für die Kreisoberliga geht der KFW von vier Absteigern aus, in der A-Klasse von drei.

"Man wird sich außerdem über eine künftige Spielklassenreform Gedanken machen müssen", ließ Heller durchblicken. "Wir müssen sehen, dass wir in die unteren Klassen mehr Mannschaften bekommen." Nicht zuletzt deswegen nahm der Fußball-Chef aus Nieder-Ofleiden heuer nicht nur die Gespräche mit dem Kreis Gießen auf, sondern tauscht sich auch mit Marburger Vertretern aus.

Als weitere Unwägbarkeit in Sachen Spielbetrieb gilt die Anwesenheit von Zuschauern. Unklar bleibt weiterhin, ob Besucher bei Spielen zugelassen werden und wenn ja, wie viele. "Gibt es Fassbier? Dürfen Würstchen gegrillt werden? All das muss man sehen", gibt Heller zu bedenken.

Kreisfußballtag am 11. September

Mittlerweile wurde auch der Kreisfußballtag für den Kreis Alsfeld neu angesetzt. Die Veranstaltung im März musste abgesagt werden. Neuer Termin ist der 11. September. Veranstaltungsort ist die zwischen Burg- und Nieder-Gemünden gelegene Mehrzweckhalle "Blaue Lagune". Sollten die Corona-Verordnungen eine Ausrichtung unmöglich machen, rechnet Heller mit einer erneuten Verschiebung. "Eine elektronische Abstimmung wie beim Verbandstag in Grünberg kann ich mir nicht vorstellen", sagte der 50-Jährige. Zu groß seien die technischen Anforderungen.

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