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Elisa Mevius ist die Topscorerin im Team Mittelhessen, das am Sonntag in der U18-Bundesliga Bonn erwartet.

Team Mittelhessen will bisherige Leistungen bestätigen

(grm). Fünf Spiele, fünf Siege - bislang weist das Team Mittelhessen in der WNBL, Gruppe Mitte, eine perfekte Bilanz auf. Vor dem ersten Spiel des Jahres gegen die BG Bonn 92 am Sonntag (12 Uhr, Sporthalle der Theo-Koch-Schule) schauen wir auf den Gegner sowie die bisherige Spielzeit der Nachwuchs-Korbjägerinnen - und wagen einen Ausblick auf den Rest der Saison.

Die Gäste aus Bonn belegen derzeit mit acht Punkten den dritten Tabellenplatz und könnten daher mit einem Sieg zum Spitzenduo aufschließen, das ihnen die bislang einzigen Niederlagen beibrachte: Nach der 50:67-Auftaktpleite gegen das Team Mittelhessen setzte es eine Woche später ein 46:64 bei den Rhein-Main Baskets. Danach gelangen allerdings vier Siege in Serie, bei denen die BG vor allem defensiv überzeugte und im Schnitt nur 42 Punkte zuließ. Offensiv sieht es hingegen mit 62 Punkten pro Spiel eher mau aus, von denen noch dazu mehr als die Hälfte auf ein Trio entfällt: Zu Greta Kröger (12,7 Punkte pro Spiel) und Karoline Steffen (15,8 PpS) gesellt sich Centerin Alexa Hans, die sowohl scort (8,8 PpS) als auch Rebounds (7,7 pS) holt. »Es wird kein einfaches Spiel, weil sich Bonn nach schwierigen Start gut gefangen hat und auch in die Playoffs kommen wird«, so Ralf »Ralli« Römer, Coach des Team Mittelhessen.

Obwohl er und Manuel Jung die Leitung der Mannschaft nur als »Übergangslösung« übernommen und zu Saisonbeginn keine konkrete Tabellenplatzierung ausgegeben hatten, spielte das Team Mittelhessen dank der Auftakt- siege in Bonn und Bamberg (87:51) von Beginn an oben mit und übernahm schließlich mit einem umkämpften 64:59 bei den Rhein-Main Baskets die Tabellenführung. Beim Derbysieg über Marburg (64:45) erwies sich abermals die Defense als Schlüssel zum Sieg - im letzten Spiel gegen die Dragons aus Rhöndorf überzeugte beim 94:62 hingegen die Offense. Gleich vier Spielerinnen des Teams scoren im Schnitt zweistellig: Linn Villwock (14 PpS), die Horvath-Schwestern Cora (15,2 PpS) und Nina (18 PpS) sowie Liga-Topscorerin Elisa Mevius (23,8 PpS), welche außerdem die Liga-Statistiken bei Effektivtität und Steals mit deutlichem Abstand anführt - hinzu kommt noch Platz zwei bei den Rebounds und Assists. Einziges Manko der 17-Jährigen ist, dass sie sich manchmal zu sehr auf ihre indivuellen Qualitäten verlässt und dabei ihre Teamkolleginnen übersieht.

Solche Szenen missfallen auch Römer, der mit seinem »Co« Jung vor Saisonbeginn Team-Defense und Team-Spirit als Basis für Erfolg skizziert hatte - was die Mannschaft allerdings mit jedem weiteren Spiel besser umsetzt. Unabdingbar dafür sind aber auch die Leistungen der Spielerinnen, die weniger durch Offensiv-Highlights auffallen, sondern mit Kampfgeist und Ausdauer glänzen: So dürften es die BG-Guards Kröger und Steffen am Sonntag vor allem mit den beiden Defensivspezialistinnen Sixta Herzberger und Lynn Schmadel zu tun bekommen, während Mara Hildebrand (1,84 m) gegen die deutlich größere Hans (1,92 m) ein schwieriges Spiel bevorstehen könnte. Um diesen physischen Nachteil auszugleichen, ist es somit unabdingbar, dass die Mittelhessen-Mädels als defensives Kollektiv agieren. Bei diesem Unterfangen stehen Römer wohl alle Spielerinnen zur Verfügung, nur hinter dem Einsatz von Amelie Brach steht ein Fragezeichen.

Bislang hat die mannschaftliche Geschlossenheit dafür gesorgt, dass das Team Mittelhessen nicht nur von der individuellen Klasse einiger Spielerinnen abhängig und somit schwerer auszurechnen ist. Im Dezember gaben mit Brach, Amelie Müller und Aylin Dalkilic außerdem gleich drei Jugendspielerinnen ihr WNBL-Debüt und zeigten dabei vielversprechende Ansätze.

Diese Kaderbreite könnte sich im weiteren Saisonverlauf dann als Vorteil erweisen, um den Doppellizenzlerinnen im Kader Ruhepausen gewähren zu können. Wenn dies gelingt und das Team von schlimmeren Verletzungen verschont bleibt, sind der erste Tabellenplatz und eine Qualifikation für das Final-Four möglich - für den herausragenden 2004er-Jahrgang des Team Mittelhessen wäre es der krönende Abschluss ihrer WNBL-Zeit.

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