Tabellenführer Hüttenberg gibt eine Lehrstunde

"Geht nicht, gibt’s nicht!", wurde im Hallenheft der Turn- und Sportgemeinde Obernburg die Parole für die Begegnung am Samstag gegen Tabellenführer TV Hüttenberg in der 2. Handball-Bundesliga ausgegeben. Mit seiner jungen Mannschaft wollte Trainer Christoph Barthel dem anscheinend übermächtigen Favoriten ein Bein stellen. Da dies nur phasenweise gelang, verlor das punktlose Schlusslicht am Ende recht deutlich mit 25:32 (11:16).

Und Barthel zollte dem Gegner nach dem Spiel Respekt: "Wir konnten heute vom TV Hüttenberg viel lernen. Die Disziplin, mit der diese Mannschaft auftritt, fehlt uns noch", und mit dieser Aussage traf der Coach der Obernburger den Nagel auf den Kopf.

Denn immer wenn es im Spiel des TVH klemmte, überbrückte die Truppe von Trainer Jan Gorr diese Minuten mit Disziplin und Routine. So ließ man sich nicht aus der Ruhe bringen, als Johannes Beck in der 14. Minute zum 6:8 für die Gastgeber einnetzte. Bis dahin war es vor allem Torhüter Matthias Ritschel gewesen, der seinem Team den Rücken stärkte und die Fehlwürfe seiner Vorderleute im Angriff mit Paraden kompensierte. In der Folge agierte der TVH kontrolliert und profitierte von den sich häufenden Fehlwürfen und technischen Fehlern der Obernburger. Nach einer Auszeit der TuSpo stellte diese in der Abwehr auf eine offensivere Variante um und versuchte, TVH-Denker und -Lenker Sven Pausch aus dem Spiel zu nehmen. Das gelang zunächst allerdings auch nicht, und so ging Hüttenberg in der 20. Minute durch Pausch mit 14:8 in Führung. Nächster Versuch: Obernburgs Coach nahm den bis dahin glücklos agierenden Torwart Tim Lübker raus und brachte Johannes Klimmer.

Dieser führte sich mit vier Paraden ein und rettete sein Team über eine Zeitstrafe. Dem TVH gelang es acht lange Minuten nicht, ein Tor zu erzielen, und zu allem Überfluss musste Tomasz Jezewski nach einer Abwehraktion verletzt vom Feld. Kurz zuvor hatte er noch einen Wurf an den gegnerischen Pfosten geknallt. Der TVH-Motor geriet ins Stocken und die TuSpo schöpfte Hoffnung. Nach sechs gänzlich torlosen Minuten erlöste Obernburgs überragender Cornelius Maas mit dem 10:14 in der 27. Minute die Zuschauer, ehe Marc Langenbach aufseiten der Gäste die TVH-Torflaute eine Minute später mit dem 15:10 beendete. Der Tabellenführer hatte die Ruhe bewahrt, die Konzentration hochgehalten und letztlich gut auf die Veränderungen im TuSpo-Spiel reagiert.

Nach der Pause versuchte sich die Obernburger Abwehr in einer 4:2-Variante, nahm Timm Schneider und Andreas Scholz aus dem Spiel, landete damit aber auch keinen Treffer. Die Gäste schafften es durch ihre individuelle Klasse immer wieder, sich in Position zu bringen und zogen in der 35. Minute durch Michael Stock auf 18:12 davon. Eine Minute später die turbulenteste Aktion des Spiels: Marc Ratley aufseiten der Gastgeber und Stock gerieten im Kampf um den Ball aneinander.

Stock traf seinen Gegenspieler dabei unglücklich mit der Hand im Gesicht. Beide flogen vom Platz - der Obernburger mit einer Zeitstrafe, Stock per Roter Karte. Einen kurzen Zwischenspurt der Gastgeber konterte der TVH postwendend und erstickte jedwede Hoffnung in der Sparkassen-Arena im Keim. In der 49. Minute stellte Jonas Faulenbach mit dem 27:17 erstmals eine Zehn-Tore-Führung her. Gorr wechselte munter durch und konnte es sich letztlich erlauben, den angeschlagenen Florian Laudt (Ellbogenverletzung aus dem Pokalspiel am Mittwoch) auf der Bank zu lassen. An der Dominanz und dem letztlichen 32:25-Sieg änderte dies nichts. Sorgen machen sich die TVH-Verantwortlichen indes um Jezewski, der sich an der Schulter verletzt hat. "Bei einer Abwehraktion ist die linke Schulter wohl kurz raus- und wieder reingesprungen. Genaues wissen wir aber noch nicht", sagte Trainer Jan Gorr, der meinte: "Routine und Robustheit haben sich in diesem Spiel durchgesetzt." Auch Florian Billek war mit dem Ergebnis zufrieden. "Die Niederlage im Pokal hat uns zwar geärgert, aber die haben wir abgehakt. Das hier ist der Alltag, und der ist wichtig, darauf gilt es die Konzentration zu lenken und das ist uns gut gelungen."

Obernburg: Lübker, Klimmer; Kujundzija (1), Moritz Beck, Ratley (1), Kern, Fetser (3), Justus (2/1), Schüßler (1), Claussen (3), Wengerter, Johannes Beck (2), Maas (11), Djurdjevic (1).

Hüttenberg: Ritschel, Redwitz; Faulenbach (5), Laudt, Jezewski (3), Weber (2), Scholz (4), Fernandes, Bepler (1), Schneider, Langenbach (1), Billek (8/1), Pausch (7/1), Stock (1).

Im Stenogramm: SR: Hörath/Hofmann (Zirndorf/Bamberg). - Zu.: 750. - Zeitstrafen: 6:12 Min. - Rote Karte: Stock (36., Tätlichkeit). - Siebenmeter: 3/1:5/2. Danny Pieth

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