Syring: "Ich bin nicht mit Vladi verheiratet"

Christoph Syring spricht Klartext. Für den Geschäftsführer der LTi Gießen 46ers stellt sich nach der achten Niederlage in Folge "selbstverständlich" die Trainerfrage.

Christoph Syring spricht Klartext. Für den Geschäftsführer der LTi Gießen 46ers stellt sich nach der achten Niederlage in Folge "selbstverständlich" die Trainerfrage. "Ich bin nicht mit ›Vladi‹ verheiratet. Wir sind kein doppeltes Lottchen", gibt er zu verstehen, dass eine Veränderung beim mittelhessischen Basketball-Erstligisten auf der Headcoach-Position möglich ist. Noch schenkt Syring Vladimir Bogojevic das Vertrauen. "Ich bin nach dem Trier-Spiel nicht mit der Überzeugung nach Hause gefahren, dass wir sofort etwas ändern müssen. Es war eine deutliche Verbesserung im Vergleich zu den vergangenen Spielen zu erkennen - vor allem in der Defensive", erklärt der Geschäftsführer. Dennoch steht ein Ultimatum für Bogojevic im Raum. "Wenn wir die nächsten beiden Spiele (beim Mitteldeutschen BC und gegen Hagen) verlieren, werden wir uns zusammensetzen", sagt Syring, fügt aber auch an: "Wenn wir beide gewinnen, haben wir eine gute Hinrunde gespielt. Wir brauchen ein Erfolgserlebnis."

Die Hoffnung, dass am 2. Weihnachtsfeiertag in Trier der Knoten für die Gießener platzt und die Niederlagenserie gestoppt wird, hielt bis zwei Minuten vor dem Schluss. Zwei Punkte waren die beiden Kontrahenten bis zu diesem Zeitpunkt voneinander getrennt, die Trierer führten mit 65:63. Letztlich waren es erneut Kleinigkeiten, die den Unterschied ausmachten. Vor allem aber fehlte - wie so oft zuvor - die Abgeklärtheit in der Crunch-Time. Wenn man insgesamt 20 Ballverluste in einer Partie produziert, die den Turnaround herbeiführen soll, ist ein Erfolg gegen einen gleichwertigen Gegner nur schwer zu realisieren. Der freie Fall der LTi Gießen 46ers konnte somit an der Mosel nicht aufgehalten werden. Zum letzten Mal gewannen die Lahnstädter am 3. November beim Rangletzten Giants Düsseldorf. Da war mit 10:4 Punkten und Platz drei die Basketballwelt in Gießen noch in Ordnung. Viele träumten von den Playoffs, wurden anschließend aber brutal auf den Boden der Realität geholt. Und die heißt - mal wieder - Abstiegskampf.

Zwar haben die LTi 46ers noch vier Punkte Vorsprung zu einem direkten Abstiegsplatz, den nimmt zurzeit der BBC Bayreuth mit 6:24 Zählern ein, aber sie sehen sich am Mittwoch (19.30 Uhr) beim Mitteldeutschen BC (8:20) und im neuen Jahr am 2. Januar (17 Uhr) mit den Phoenix Hagen (10:20) zwei weiteren Teams gegenüber, die ebenfalls um das sportliche Überleben in der BBL kämpfen.

Nur gut, dass der nach seiner auskurierten Knieverletzung ins Team zurückgekehrte Anthony Smith gleich seinen Rhythmus fand und in Trier mit 21 Punkten zum Topscorer avancierte. Der Allrounder war der Lichtblick im Gießener Team, das zum Jahreswechsel für Veränderungen sorgen kann. (gae)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare