+
Sven Groß (rechts) und Stefan Müller sind bei der schweißtreibenden Bike-Transalp mit Etappen durch atemberaubende Landschaften belohnt worden.

Mountainbike

Sven Groß und Stefan Müller überwinden in Alpen 18 500 Höhenmeter

  • schließen

Die Augen können sich nicht sattsehen am Naturschauspiel, das Sven Groß/Stefan Müller (AMC Rodheim-Bieber) während der 550 km langen Bike-Transalp erleben. Sie meistern 18 500 Höhenmeter.

Das wohl bekannteste Mountainbike-Etappenrennen mit Start in Österreich und Ziel in Italien war auch bei seiner 22. Auflage mehr als nur eine Herausforderung. Dauerregen, ruppige Trails, Schiebepassagen, atemberaubende Abfahrten, nicht enden wollende Anstiege - all das wartete auf die 700 Teilnehmer aus 37 Nationen. In der Altersklasse Grandmaster am Start vertreten waren vom Team delta-bike.de Sven Groß und Stefan Müller, die unter 40 klassierten Mannschaften im Ziel auf dem starken siebten Platz notiert wurden.

Schon die erste Etappe verlangte den Mountainbikern alles ab. Bei frischen Temperaturen ging es über 1200 Höhenmeter bis hinauf zum Tuxer Joch, dann folgte ein "Spitzkehren-Massaker" runter ins Schmirntal, ehe hinter Sterzing die nächste Kletterpassage über 1200 Höhenmeter zum Valser Jöchle folgte. "Ein paar richtig geile Trails" auf dem Weg zum Ziel oberhalb von Brixen belohnten die beiden, die sich nach 5:47 Stunden über Rang sechs und einen Platz im Startblock A für die zweite Etappe freuten. 24 Stunden später folgte mit "nur" 56 km der kürzeste Transalp-Abschnitt, dennoch warteten 2400 Höhenmeter auf die AMC-Biker. Und der längste Anstieg: Vom Start weg 1450 Höhenmeter am Stück auf den Brixener Hausberg Plose. Danach folgten "ein feiner Flowtrail, fiese Rampen im Wald sowie schmale Wald- und Wiesenpfade". Nach 3:37 Stunden stoppten die Uhren für das Team des AMC Rodheim-Bieber - Platz sieben im Tages- und Gesamtklassement.

Einrollen? Fehlanzeige auf der dritten Etappe. 93 Kilometer und 3400 Höhenmeter sah das Roadbook vor. Als St. Vigil und Ritjoch passiert waren, schauten Groß und Müller "auf die Königin der Dolomiten, die Marmolata". Das entschädigte schon ein wenig für die Mühen, die hinter, aber auch noch vor dem Team des AMC Rodheim-Bieber lagen. Das Grödner Joch zum Beispiel, oder das Sellajoch ("steil, loser Grobschotter, was für ein Mist"). Nach 6:03 Stunden war das Ziel erreicht, Tagesplatz acht, Rang sieben in der Gesamtwertung verteidigt.

Keine Atempause, die vierte Etappe von Welschnofen nach San Martino di Castrozza wollte erst nach 2600 Höhenmetern und 75 Kilometern enden. Nach dem Fleimstal folgte "der schönste Streckenteil des Tages, die Auffahrt zur Baita Segantini durch das Val Venegia mit Blick auf die Palagruppe, den wohl schönsten Dolomitenstock". 4:28 Stunden im Sattel, erneut als Achte der Tageswertung über die Ziellinie gefahren, verteidigten Groß/Müller den siebten Gesamtrang.

Der längste Abschnitt der Bike Transalp 2019 wartete am fünften Tag auf die Mittelhessen mit 112 Kilometern und 3000 Höhenmetern. "Bei Kilometer acht stand eine etwa zehnminütige Schiebeeinlage steil durch den Wald nach oben an", auch das gehörte zur Transalp. Dafür entschädigte die "erste Trailabfahrt des Tages; durch den gestrigen Regen alles andere als griffig, machte es aber trotzdem einen Riesenspaß". Während der Abfahrt zum Castello Tesino regnete es in Strömen, und im Val Sugana folgten knapp 30 Kilometer "Windschattenfahren auf Radwegen und Nebenstraßen", an solchen Tagen war der ganze Radfahrer gefragt. 6:11 Stunden nach dem Start konnten Groß/Müller einen Haken an die fünfte Etappe machen, mit Rang neun verteidigten sie Gesamtplatz sieben mit einer Minute Vorsprung.

Der vorletzte Tag hielt 1450 Höhenmeter auf 58 Kilometern bereit, "das klang wie Dünsbergmarathon". Vom Start weg in Folgaria waren zehn Kilometer auf einer alten Militärstraße (700 hm) zum Dosso del Sommo mit Überresten einer alten Festung aus dem Ersten Weltkrieg zu bewältigen. Wie bei einem Mittelgebirgsrennen "folgten kurzen Aufstiegen stets kurze Abfahrten und kleine Traileinlagen". Oberhalb von Trento war noch ein Kilometer auf einem Karrenweg bergab zu bewältigen, ehe die Zeitnahme oberhalb der Stadt erreicht war. "Heute lief es für uns ganz ordentlich. Wir sind im Gegensatz zu vielen anderen pannenfrei durchgekommen", schauten Groß/Müller nach 2:45 Stunden und Tagesrang sechs zurück. "Wichtiger war dabei, das hinter uns auf Rang acht liegende Team bekam von uns 22 Minuten aufgebrummt", ein schönes Puffer für die abschließende siebte Etappe.

Der Startschuss zum Bike-Transalp-Abschluss fiel in der Altstadt von Trento. "Hier wurde uns ein richtiger CrossCountry-Kurs geboten. Steile Rampen, immer wieder unterbrochen von kurzen Traileinlagen", dennoch wurden unterwegs 2300 Höhenmeter aufgesammelt. Ab Kilometer 37 folgte der Anstieg nach Ranzo, "hier war der Gardasee nur 20 Kilometer entfernt und im Dunst der Monte Brione zu sehen". Groß und Müller konnten die Zieldurchfahrt kaum erwarten, "die letzten zwölf Kilometer waren nur noch zum genießen. Wir rollten auf leicht welligem Profil vorbei am Lago di Nembia zum Ufer des Molvenosee", und kurz später hieß es: "Rechts abbiegen und wir sind im Ziel". Als Siebte der Grandmaster-Gesamtwertung gab es dort auch einiges zu feiern für die Delta-Biker vom AMC Rodheim-Bieber.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare