Streit um Zuschauer

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(op). Der Kampf um die Frage, wie viele Zuschauer während der Corona-Pandemie zu Heimspielen des Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach zugelassen werden, geht in die nächste Runde. Nachdem die Stadt Offenbach am Dienstag ihre Untersagung (keine Zuschauer) zurückgezogen hatte, weil ihr vom Verwaltungsgericht Darmstadt klargemacht worden war, dass ein Ausschluss aufgrund des fehlenden Hinweises auf Profisport nicht durch die städtische Allgemeinverfügung getragen werde, will der OFC nun "auf Basis der erlangten Rechtssicherheit ein neues Hygienekonzept einreichen", wie Geschäftsführer Thomas Sobotzik mitteilte.

Wie verhärtet die Fronten sind, hat der Versuch des Gerichts gezeigt, per Vergleich eine Lösung fürs Spiel gegen den FC Gießen (Endstand: 1:0) herbeizuführen. Der letzte Vorschlag der Stadt sah 250 Zuschauer vor - auf der Osttribüne, auf Einzelplätzen und ohne Alkoholkonsum. Die Kickers lehnten ab, begnügten sich mit 100 Zuschauern. Grund: Die Vorbereitung war auf die größere Haupttribüne ausgelegt, da man dort die Logistik für die Bewirtung habe. Ein Wechsel wäre so kurzfristig gar nicht möglich gewesen.

Wichtig war für Sobotzik die Bestätigung durch das Gericht, "dass pauschale Ausschlüsse von Zuschauern unverhältnismäßig" sind. Die Verhandlungsposition habe sich insofern gebessert, dass die Stadt nun mehr machen müsse. Bisher habe der OFC im Vergleich mit Klubs aus anderen Städten stets "die schlechteste Lösung" gehabt. Die Stadt sieht das anders. Das Minimum von 100 Zuschauern habe man in Abstimmung mit den anderen Städten in Rhein-Main nur aufgrund des Beschlusses der AG Sportveranstaltungen (unter 35er-Inzidenz 20 Prozent Stadienkapazität, ab 35er-Inzidenz keine Zuschauer) aufgegeben, auf das der OFC stets verweise, wenn es ihm nutze.

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