Steigern in allen Bereichen – HSG Wetzlar Sonntag in Leipzig

Die letzten beiden Spiele der HSG Wetzlar liefen nicht optimal und fast alle Spieler zeigten gravierende Schwächen. Vor dem kommenden Spiel in Leipzig haben wir einen Blick auf das Training, den Gegner und die personelle Situation geworfen.

Zwei Niederlagen haben die Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar in den letzten beiden Spielen hinnehmen müssen. Die Gegner hießen THW Kiel und HSV Hamburg. Definitiv Mannschaften, gegen die man verlieren darf. Was allerdings Kopfschmerzen bereitet, ist die Art und Weise, wie die Mittelhessen in den beiden Heimspielen aufgetreten sind. Sowohl beim 26:30 gegen Kiel als auch beim 23:29 gegen den HSV blieben fast alle Spieler unter Normalform, zeigten gravierende Schwächen. Am Sonntag erwartet die Schützlinge von Kai Wandschneider nun die schwere Auswärtsaufgabe beim SC DHfK Leipzig (17.15 Uhr). Eine Leistungssteigerung ist unabdingbar.

Worauf hat Kai Wandschneider unter der Woche den Fokus im Training gelegt? Was muss verbessert werden? "Wir haben vermehrt das Spiel in Kleingruppen trainiert, haben an der Abwehr und deren Abstimmung gefeilt und viel im individuellen Bereich gearbeitet", sagt Wandschneider, der den Auftritt seiner Mannschaft gegen Hamburg mit "einfach schlecht" bezeichnet hatte. Deswegen gilt gegen Leipzig die Devise: "Wir müssen in allen Bereichen zulegen.

" Das heißt auch, dass seine Truppe eine andere Körpersprache an den Tag legen, in der viel gelobten aber zuletzt mehr löchrigen denn sattelfesten Abwehr griffig und aggressiv agieren muss. Nicht umsonst hatte Geschäftsführer Björn Seipp gegen Hamburg dort "die letzte Galligkeit" vermisst.

Wer ist bei Leipzig hervorzuheben? Außer Frage steht, dass die Sachsen individuell stark besetzt sind. Der Rückraum ist dabei das Prunkstück. Dort wirbeln unter anderem Philipp Weber, Aivis Jurdzs, Philipp Pöter, Christoph Steinert und Maximilian Janke, wobei Letzterer wohl verletzt ausfällt. "Auf Außen gefällt mir Lucas Krzikalla", sagt Wetzlars Trainer.

Wie ist die bisherige Saison der Sachsen einzuordnen? Mit 14:16 Punkten steht der Aufsteiger derzeit auf Rang elf im gesicherten Mittelfeld. Als Abstiegskandidat wurde der ambitionierte Aufsteiger schon im Vorfeld der Saison nicht gesehen. Zu Hause schlug man unter anderem Hamburg und Magdeburg. Die HSG dürfte also gewarnt sein und muss an die schon gezeigten starken Leistungen anknüpfen, um aus Sachsen etwas Zählbares mitzunehmen.

Was erwartet die HSG in der Arena Leipzig? Kurz gesagt: ein Hexenkessel. Die gute Stimmung beim SC DHfK hat sich wie ein Lauffeuer in der Liga herumgesprochen. Hamburg und Magdeburg sind auch an der Atmosphäre gescheitert. Für die Partie gegen die HSG Wetzlar, bei der die Zuschauer mit Nikolaus-Präsenten beschenkt werden sollen, wurden im Vorverkauf über 3000 Karten abgesetzt. Der Schnitt liegt in der Saison bei etwa 4150 Besuchern und damit noch ein bisschen höher als bei den Mittelhessen.

Wie sieht die personelle Situation beider Teams aus? Die HSG kann aller Voraussicht nach personell aus dem Vollen schöpfen. Trainer Wandschneider hatte am Donnerstagnachmittag keinen Ausfall zu beklagen. Bei der Mannschaft von Christian Prokop steht Keeper Milos Putera vor der Rückkehr. Marvin Sommer und Janke sind fraglich.

Beide Vereine spielen auch mit ihrer A-Jugend in der Bundesliga. Wie erfolgreich ist die Anschlussförderung der Talente? Leipzig hat mit Krzikalla einen Rechtsaußen, der zum Stamm gehört. Der 18-jährige Franz Semper, der mit der A-Jugend letzte Saison das Finale der deutschen Meisterschaft gegen die HSG gewann, erhält im rechten Rückraum seine Spielanteile. Dahinter stehen mit Sebastian Naumann und Gregor Remke zwei weitere Talente, die den Sprung bisher aber nicht geschafft haben. Bei der HSG setzt man derzeit auf Fabian Kraft und Stefan Hanemann, die mit Doppelspielrecht in der dritten Liga antreten (Groß-Umstadt/Konstanz). In der A-Jugend ruhen die größten Hoffnungen auf Spielmacher Lukas Gümbel und Keeper Till Klimpke, die aber beide noch zulegen müssen. Vorteil für Leipzig: Der Nachwuchs konnte im letzten Jahr schon zweite Liga spielen. (fk)

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