Stefan Hassler: "Wir stehen wieder auf"

(fro) An der Berechtigung der 1:3-Niederlage des VfB 1900 Gießen gegen Aufsteiger TuS Dietkirchen gab es in der Verbandsliga Mitte keine Zweifel. "Die waren uns in allen Belangen überlegen und hätten uns bei einer konsequenteren Ausnutzung ihrer Chancen aus dem Stadion schießen können", räumte Stefan Hassler ein.

Der VfB-1900-Trainer musste auf Pierre Chabou verzichten, der sich eine Zerrung zugezogen hatte. Der Ausfall des Routiniers machte sich gegen die robusten TuS-Stürmer Maximilian Zuckrigl und Michael Schmitz von Beginn an bemerkbar.

"Unsere junge Elf hat Lehrgeld bezahlt. Oliver Pusch und Sören Schneider sind an ihre Grenzen gestoßen. Ihnen fehlt die körperliche Härte in den Zweikämpfen. Da müssen sie durch und ihre Lehren ziehen", hält Hassler aber an dem eingeschlagenen Weg, auf den eigenen Nachwuchs zu setzen, fest.

Die Gäste schufen immer wieder Überzahl in Ballnähe und erstickten das VfB-1900-Aufbauspiel damit im Keim. Die von Trainer Stefan Hassler bereits früh immer wieder geforderten Spielverlagerungen blieben weitgehend aus. So hatte die von TuS-Spielertrainer Florian Dempewolf-Reichling organisierte Gäste-Abwehr keine Mühe, den Ball vom eigenen Tor fernzuhalten. Der TuS schaltete nach Ballgewinn blitzschnell um und brachte die Defensive der Hausherren immer wieder in Verlegenheit. Nach einem Querpass von Miguel Granja kam ein Abwehrversuch von Maximilian Ott gegen Michael Schmitz zu spät. Das Leder trudelte zum 1:0 für den Gast über die Linie (8.

). Nach einem Fehler von Sören Schneider scheiterte Schmitz an Keeper Florian Säglitz, der an diesem Abend zu den Besten seiner Elf gehörte (14.). Als Andrew Iyasere nach einem Steilpass von Maximilian Ott auf dem Weg zum Tor von Emanuel Polonio zu Fall gebracht wurde, blieb die fällige Karte von Schiedsrichter Christian Golditz stecken (17.). Die größte Chance der Hassler-Elf resultierte aus der 27. Spielminute. Oliver Pusch hatte zunächst die Latte des TuS-Tores getroffen. Den Nachschuss von Gino Parson kratzte TuS-Stürmer Michael Schmitz von der eigenen Linie. Sergej Maro kam dann den berühmten Schritt zu spät. Gäste-Torjäger Schmitz blieb weiterhin ein Unruheherd. Erneut scheiterte Schmitz aber an Torwart Säglitz (34.). Statt seines zweiten Treffers glänzte Schmitz kurz darauf als Vorbereiter. Nach einem Ballverlust von Sören Schneider nutzte Miguel Granja die Schmitz-Flanke um 2:0-Pausenstand (38.).

In der Offensive zu umständlich

Auch nach dem Wechsel waren Offensivaktionen der Hausherren Mangelware. Stattdessen musste Maximilian Ott nach einer Flanke von Marco Müller mit letztem Einsatz vor Michael Schmitz klären (55.). Ein Flachschuss aus 16 Metern von Schmitz parierte Florian Säglitz mit einer Glanzparade (61.). Keine Chance hatte der VfB-1900-Keeper allerdings, als Maximilian Zuckrigl das Leder aus 20 Metern zum 3:0 in den Winkel hämmerte (62.). Erkan Hasan sorgte nach Ablage von Maykel Samun für das zum 1:3 (67.) und eröffnete damit eine kurze Drangphase. Ein Schlenzer von Ngolo Ouattara ging über das TuS-Gehäuse (79.). Insgesamt agierte die Hassler-Elf bei ihren Offensivaktionen jedoch zu umständlich. Auf der Gegenseite musste Säglitz einen Fehlpass von Volkan Vural ausbügeln. Per Fußabwehr verhinderte er einen weiteren Treffer durch Stefan Stöhr (81.). Eine gegen Erkan Hasan ausgesprochene Gelb-Rote Karte wurde von Schiedsrichter Golditz zurückgenommen, da der Gießener Mittelfeldspieler bis dato noch nicht vorbelastet war (82.). Die Gäste spielten in der Schlussphase ihre Konter schlecht aus und vergaben durch Schmitz (87./90./91.) mehrfach gute Chancen. Ein Kopfball von Kai Ranke wurde kurz vor dem Abpfiff von Sascha Merfels von der Linie gekratzt (93.).

"Wir sind umgefallen, aber wir stehen wieder auf. Durch diese Niederlage wird meine Elf wachsen. Die Arbeit mit jungen Spielern ist unser Weg. Dabei sind Rückschläge einkalkuliert", sagte Hassler.

VfB 1900 Gießen: Säglitz; Ott, Schneider, Ranke, Pusch (ab 71. Binz), Vural, Hasan, Parson, Iyasere, Maro (ab 56. Ouattara), Samun.

TuS Dietkirchen: Lanois; Sancak, Merfels, Polonio (ab 57. Egenolf), Balmert, Dempewolf-Reichling, Stöhr (ab 85. Erbach), Zuckrigl, Müller (ab 71. Dietrich), Granja, Schmitz.

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Golditz (Bad-Soden-Salmünster) – Zuschauer: 200. – Torfolge: 0:1 (8.) Schmitz, 0:2 (38.) Granja, 0:3 (62.) Zuckrigl, 1:3 (67.) Hasan. – Gelbe Karten: Hasan, Parson – Polonio, Stöhr, Granja.

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