Startschuss fällt heute in Steinbach

(se) Aufatmen bei den heimischen Fußball-Freunden. Die durch die WM in Südafrika veredelte Sommerpause ist vorüber, jetzt geht es wieder um Punkte. Dabei fällt der Hessenliga-Startschuss an diesem Freitag um 19 Uhr in Steinbach, wenn sich mit dem FSV Fernwald und dem SC Waldgirmes zwei heimische Mannschaften gegenüberstehen. Eine erste Standortbestimmung für beide, doch wie viel Aussagekraft eine Partie des ersten Spieltages besitzt, wird sich wohl erst im Laufe der langen Saison zeigen.

In Steinbach treffen heute zwei Mannschaften aufeinander, die unterschiedliche Wege zur Veränderung ihres Kaders gegangen sind. Beim FSV ist die Fluktuation (traditionell) recht groß, der SCW hat seinen Kader nur geringfügig geändert. Eines aber wollen beide: auf den heimischen Fußball-Nachwuchs setzen.

"Wir freuen uns, dass es endlich losgeht." Daniyel Bulut, Trainer des FSV Fernwald, spricht das aus, was vermutlich alle Fußballer in Steinbach und Waldgirmes denken. Die Zeit des Probierens und Experimentierens ist vorbei, nun kann das Einstudierte angewendet werden, soweit der Gegner zulässt. Und das könnte sich heute in Steinbach als Hemmschuh erweisen, denn mit dem SC Waldgirmes stellt sich eine Mannschaft in dem Fernwälder Ortsteil vor, die in den vergangenen Jahren das Geschehen in Hessens höchster Spielklasse an entscheidender Stelle mitgeprägt hat.

"Für mich ist der SC Waldgirmes der eigentliche Hessenmeister", stellt Bulut fest und verweist darauf, dass der tatsächliche Titelträger im verstärkten Maße personelle Anleihen beim Profikader genommen hat. Der SC Waldgirmes steht bei den Hessenliga-Mitbewerbern am höchsten im Kurs, und das zu Recht. Dass die Lahnauer bereits am ersten Spieltag ihr ganzes Können, ihre ganz Erfahrung und das in die Waagschale werfen, ist kein Automatismus, und so betätigt sich SCW-Trainer Thorsten Krick als Mahner: "Der Mannschaft muss bewusst sein, dass man Fußball auch arbeiten muss." "Wir müssen Gas geben, und dann bin ich zuversichtlich." Die Lahnauer haben allen Grund, im Gefühl der eigenen Stärke optimistisch an die heutige Aufgabe heranzugehen, zumal Thorsten Krick die Qual der Wahl hat, der Spieler aus seinem Kader für das 18-köpfige Aufgebot heute streichen musste. Die Erfahrung lehrt aber, das irgendwann einmal auch beim SCW personelle Engpässe auftreten werden. Allerdings ist man in Waldgirmes darauf besser vorbereitet als die anderen Hessenligisten.

Daniyel Bulut weiß (natürlich) um die Stärke des Kontrahenten, und so darf nicht unbedingt eine Fernwälder Mannschaft erwartet werden, die gegen den amtierenden Vizemeister das Heil in der Offensive suchen wird. "Wir müssen bei den schnellen Kontern der Waldgirmeser schon aufpassen", berichtet Bulut, der sich noch nicht auf eine Aufstellung festlegen wollte. "Ich hoffe, das Spiel sehen zahlreiche Zuschauer", wünscht sich der FSV-Trainer, der außerdem einen spannenden Verlauf erwartet.

Beide Trainer waren mit der Vorbereitung nicht zufrieden. Dass der FSV in dieser Wochen mit dem Darmstädter Michael Bodnar noch einen erfahrenen Innenverteidiger verpflichtet hat, kommt den Wünschen von Trainer Bulut entgegen und dürfte gerade gegen die Lahnauer mit ihren gefährlichen Angreifer Fadi Michel, Leif Langholz, Rafael Szymanski und Denis Weinecker von einem großen Nutzen sein. Der ehemalige Hamburger Jerry Sampaney ist heute (noch) nicht dabei. Beim SCW wird Peter Bätzel (Riss des Syndesmosebandes) wohl mehr als drei Monate ausfallen. Steffen Schmitt musste in dieser Woche zwar einmal das Training abbrechen, er dürfte aber mitwirken.

In personeller Hinsicht haben beide Trainer keinen Grund zur Klage, und so dürfen sich die heimischen Fußball-Freunde auf einen interessanten Schlagabtausch der beiden ranghöchsten heimischen Mannschaften freuen. Die Rolle des Favoriten ist zwar vergeben. Das Spiel wird zeigen, ob sich das für Waldgirmes als Bürde oder zusätzlicher Ansporn erweisen wird.

FSV Fernwald, Aufgebot: Schmitt, Mundine; Erben, Helbig, Vural, Völk, Bodnar, Herbert, Öztürk, Schadeberg, Gashi, Buycks, Buß, Golafra, Ehser, Beck, Di Rosa, Marankoz. - Matthias Geist steht nur noch bei Bedarf zur Verfügung, Kais Gouri befindet sich noch im Urlaub, und Neuzugang Jerry Sampaney ist privat verhindert.

SC Waldgirmes, Aufgebot: Holzhäuser, Ried; Frenz, Neubert, Kaguah, Pötzl, Andre Weinecker, Kuche, Ehm, Schmitt, Schappert, Michel, Langholz, Aljusevic, Denis Weinecker, Szymanski, Hartmannn. - Bis auf Peter Bätzel (verletzt) stehen alle Spieler zur Verfügung.

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