Starkes Grünberger Trio

Die "Jungdamen" Julia Gaudermann, Finja Schaake und Nicola Happel haben mit ihrem Heimatverein TSV Grünberg alle nationalen Basketball-Titel in U16, U18 und U19 geholt. Dafür gibt es ein Sonderlob von Trainer Eberhard Spissinger

(vr) Ären gehen zu Ende. Es sind die von Julia Gaudermann, Finja Schaake und Nicola Happel. Die Rede ist von drei außergewöhnlichen Basketball-Laufbahnen des TSV Grünberg, die deutschlandweit im Jugendbereich einmalig sind. Die "drei" beendeten kürzlich offiziell ihre Jugendspielzeit mit einem Höhepunkt: Bei den B-Europameisterschaften in Klatovy/Tschechien sicherten sich die Grünberger Eigengewächse mit der U20-Nationalmannschaft des Deutschen Basketball-Bundes (DBB) die Silbermedaille und schafften somit den erhofften Aufstieg in die A-Gruppe. Nur Europameister Griechenland schlug die deutsche Auswahl.

Großes Lob gab es nach der EM für das Grünberger Trio von Landestrainer Eberhard "Ebi" Spissinger, ihrem jahrelangen Wegbegleiter, Vertrauten, Vereins- und Hessenkadertrainer, der sich den letzten Auftritt seiner Schützlinge im nationalen Dress im Jugendwettbewerb vor Ort in Tschechien nicht entgehen ließ: "Julia war die absolute Chefin auf der ›Eins" mit herausragenden Führungsqualitäten und hatte mit Nicola eine hervorragende Back-up-Spielerin an ihrer Seite, die wieder mit viel Leidenschaft verteidigt hat. Finja gehörte auf der Flügelposition ebenfalls zu den Top-Spielerinnen des Turnieres und wurde völlig zu Recht ins All-Star-Team gewählt."

Ein Blick auf die Erfolgsliste der "Jungdamen" unterstreicht ihre Ausnahmekarriere noch einmal: Alle drei 92erinnen gewannen mit ihrem Heimatverein TSV Grünberg alle nationalen Titel in ihrer Altersklasse (U16, U18 und U19). Die beiden DBB-Vorzeigeathletinnen Gaudermann und Schaake vertraten ihr Land darüber hinaus von der U16 bis zur U20 bei allen sechs möglichen Jugend-Europameisterschaften. Nicola Happel war ebenfalls bei zwei EMs am Start.

Unter dem Strich sind diese Erfolge zumindest im Jugendbereich jetzt schon einzigartig. "Für mich sind diese drei Mädels an der Entwicklung, die sich in den letzten Jahren im Grünberger Basketball vollzogen hat, maßgeblich beteiligt. Ich würde sogar sagen, dieses Trio steht in der nationalen Basketballszene Exempel für den Grünberger Frauenbasketball und hat unser Programm über die Landesgrenzen hinaus bekannt gemacht", ist Spissinger voll des Lobes.

Ihre jahrelange Bundestrainerin Alex Maerz, die seit Mai 2011 am DBB-Stützpunkt in der Gallusstadt arbeitet und wohnt, hebt nicht nur das professionelle Umfeld in Grünberg heraus, sondern sieht den Erfolg vor allem im Charakter jeder Einzelnen begründet: "Das sind alle drei außergewöhnliche Mädels, die den Kopf sehr gerade haben und den Basketball leben. Sie sind grundsympathisch. Es ist diese vorbildliche Einstellung, die den Erfolg erst möglich macht. Ich kenne die Mädchen durch die Nationalmannschaft nun sehr gut und weiß, sie sind durch alle Höhen und Tiefen gegangen. Ich freue mich sehr, dass sie sich jetzt mit dem Aufstieg in die A-Gruppe noch einmal selbst belohnt haben. International haben sie sich unheimlich gut entwickelt."

Der Erfolg der Mädchen ist nicht nur ein Indiz für jahrelange harte Arbeit und dem nahezu kompletten Verzicht auf Freizeit inklusive sechs Sommerpausen, in denen pausenlos in der Halle geackert wurde, sondern auch ein Indiz für "optimale Förderung am Landes- und DBB-Stützpunkt Mittelhessen mit den entsprechenden Einrichtungen in Grünberg und Marburg", so Landestrainer Spissinger. Die Installation des Basketball-Teilzeit- und Vollzeit-Internats (BTI) kann wohl als entscheidender Fortschritt im Zuge der Ausbildung von jungen Talenten in der Gallusstadt charakterisiert werden.

Entscheidend ist in diesem Zusammenhang "die beispiellose Verzahnung von Verein und Schule, die duale Karriereplanung am BTI sowie die einzigartige Hallensituation", beschreibt Maerz. "Hinzu kommt das sehr engagierte Trainerteam", lobt die Bundestrainerin die Coachs vor Ort.

Das Ziel des BTI-Konzepts, junge Mädchen so zu fördern, dass sie irgendwann in der ersten Bundesliga ankommen, ist in ihrer ersten Runde, der Schaake- und-Co-Generation, beispielhaft erreicht worden: Finja Schaake stand bereits im A-Kader des DBB und spielt mittlerweile im vierten Jahr beim benachbarten Erstligisten BC Marburg, besitzt aber auch noch eine Doppellizenz für ihrem Heimatverein Bender Baskets Grünberg in der 2. Bundesliga Nord. Für Julia Gaudermann geht die Reise in der bevorstehenden Saison in den Osten der Bundesrepublik zum deutschen Vizemeister SV Halle Lions, bei dem die 20-Jährige einen Dreijahresvertrag unterschrieben hat. Nicola Happel wird auch künftig das Trikot der Bender Baskets tragen und gleichzeitig mit Doppellizenz im zweiten Jahr beim BC Marburg an den Start gehen. Nun gilt es für die drei Top-Athletinnen, ihre Laufbahn auch im Seniorinnenbereich nahtlos fortzusetzen. Die Vorzeichen dafür zumindest stehen gut.

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