Lenny Rubin ist beim 31:30 dem Göppinger Tim Kneule entwischt, Olle Forsell Schefvert von der HSG Wetzlar in der Rolle des Beobachters. FOTO: VOGLER
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Lenny Rubin ist beim 31:30 dem Göppinger Tim Kneule entwischt, Olle Forsell Schefvert von der HSG Wetzlar in der Rolle des Beobachters. FOTO: VOGLER

Handball-Bundesliga

Starker Start und Happy End für HSG Wetzlar

  • Daniela Pieth
    vonDaniela Pieth
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Das war am Ende noch einmal ganz knapp für die HSG Wetzlar, die sich mit 31:30 gegen Frisch Auf Göppingen durchsetzt und die Bundesliga-Punkte 26 und 27 bucht.

Von offenem Schlagabtausch über Wetzlarer Dominanz bis hin zum Zitterendspiel war beim 31:30 (16:12)-Sieg der HSG Wetzlar gegen Frisch Auf Göppingen alles drin. Am Ende waren es 13 Sekunden, die den Hausherren die Punkte 26 und 27 in der Handball-Bundesliga sicherten und dem 30-Punkte-Ziel näher brachten.

"Wir haben eine bärenstarke erste Halbzeit gespielt", freute sich HSG-Trainer Kai Wandschneider. Allerdings bekam seine Mannschaft in der ersten Viertelstunde noch keinen richtigen Zugriff auf die Angriffe der Göppinger. Demgegenüber standen jedoch auch zwei blitzsaubere Treffer von Olle Forsell Schefvert, der auf der linken Seite zur Mitte abhob und die Kugel in die Maschen drosch. Zwei Paraden von Till Klimpke, die zweite ein Siebenmeter gegen Marcel Schiller, ebneten den Weg zur 9:7-Führung durch Anton Lindskog per Gegenstoß und Lenny Rubin in der zweiten Welle. Beim 15:9 von Björnsen per Gegenstoß, das einem Stürmerfoul von FAG-Neuzugang Pouya Norouzinezhad folgte, war ein Sechs-Tore-Vorsprung herausgearbeitet.

Der HSG-Angriff brachte Göppingens Defensive mit vielen Kreuzbewegungen in Wallung, spielt Angriffe geduldig aus, erkannte die Lücken und nutzte sie. "Wir haben vor allem in der ersten Halbzeit super Gegenstoß gespielt, in der ersten und zweiten Welle viele Tore gemacht", lobte Wandschneider.

Frisch Auf kam aber aggressiv aus der Kabine und ging mit einer Portion Extradampf in der Abwehr zu Werke. Jedes Wetzlarer Tor war Schwerstarbeit, jede Unachtsamkeit konnte zum Ballverlust führen. So war vor dem 20:15 von Rubin die Kugel fast schon verloren, doch der Schweizer konnte sie sich im Fallen doch noch schnappen und versenken. Bei Göppingen waren im Gegensatz zur HSG alle Spieler torgefährlich. Tim Kneule und Norouzinezhad lieferten sich fast ein Privatduell, wer das Leder per Unterarmwurf kraftvoller in die Maschen dreschen kann. Bei Wetzlar waren es Björnsen mit neun und Rubin mit sieben Toren, die die Offensiv-Akzente setzten. Sie verwandelten die Arena mit ihrem Zusammenspiel in der 43. Minute zwischenzeitlich in ein Tollhaus: Rubin hatte Björnsen per Kempa-Anspiel in Szene gesetzt und dieser zum 22:18 eingenetzt.

"In der zweite Hälfte sind wir ein bisschen besser gestanden, bei Ballgewinnen konnten wir einfache Tore im Gegenstoß machen, die uns in der ersten Halbzeit gefehlt haben", erklärte Gäste-Coach Hartmut Mayerhoffer, der aber auch eingestehen musste: "Wetzlar war heute über die 60 Minuten gesehen die bessere Mannschaft."

In der letzten Viertelstunde nahm die Partie noch einmal Fahrt auf und es wurde, zum Leidwesen der Gastgeber, richtig spannend. Torhüterparaden auf beiden Seiten, Gegenstöße und Tempo brachten beide Mannschaften noch einmal auf die Platte. Die entscheidende Phase begann innerhalb der Zwei-Minuten-Strafe, die Göppingens Tim Kneule ab der 52. Minute absitzen musste. Zweimal scheiterte Stefan Cavor frei. Im Gegenzug trafen Kresimir Kozina und Till Hermann und so verkürzte Frisch Auf in der 55. Minute auf 26:28. Ganz wichtig war da das zweite Kempa-Tor von Björnsen. Nach Lindskogs 30:26 (57.) schien die Partie gelaufen, aber eine Zeitstrafe kurze Zeit später für den Kreisläufer und die offene Manndeckung der Göppinger brachten den HSG-Sieg noch einmal in Gefahr. Björnsens 31:27 folgten zwei technische Fehler und ein Fehlwurf von Holst - und so kam Göppingen 13 Sekunden vor Schluss bis auf 30:31 heran. In den letzten Sekunden behielten die Grün-Weißen die Nerven, die Hand am Ball und erlösten die mit "nur" 3673 Zuschauern gefüllte Arena. "Zum Schluss machen wir dann den Sack nicht zu. Wir haben heute im Gegensatz zu den letzten beiden Auswärtsspielen dennoch leichter ins Spiel gefunden", schnaufte Wandschneider erleichtert durch.

HSG Wetzlar: Klimpke, Ivanisevic; Feld, Björnsen (9), Weber, Mirkulovski (2), Torbrügge, Weissgerber, Frend Öfors, Holst (3/2), Waldgenbach, Forsell Schefvert (3), Rubin (7), Lindskog (5), Kristjansson, Cavor (2).

Frisch Auf Göppingen: Rebmann, Kastelic; Neudeck, Theilinger (1), Kneule (4), Bagersted (5), Sliskovic (4), Sörensen (1), Schiller (2), Rentschler (3), Hermann (2), Kozina (5), Norouzinezhad (3).

Im Stenogramm: SR: Thöne/Zupanovic (Lilienthal/Berlin). - Zuschauer: 3673. - Zeitstrafen: 8:8 Minuten. - Siebenmeter: 3/2:1/-.

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