Starker Parson führt VfB 1900 zum Sieg

Die Hände gefaltet und den Blick dankend zum Himmel gerichtet. So feierte Gino Parson seinen Treffer zum zwischenzeitlichen 1:1, mit dem er den 5:2 (1:1)-Sieg seines VfB 1900 Gießen in der Fußball-Verbandsliga über Viktoria Kelsterbach einleitete.

(cso) Überhaupt war Parson beim letzten Saisonspiel seines Teams in der abgelaufenen Runde der stärkste Akteur auf dem Feld. In der Defensive zweikampfstark und sehr agil auch im Kopfball; nach vorne ständig um den entscheidenden Pass bemüht. Nach diesem Erfolg belegt die Mannschaft von Fußball-Lehrer Stefan Hassler zum Saisonende den fünften Platz.

"Mit dem Tabellenplatz bin ich zufrieden. Ich habe vor der Saison gesagt, wir wollen im oberen Drittel mitspielen. Das ist uns gelungen", zog Hassler Bilanz, meinte aber auch: "Ich hatte schon gehofft, dass wir ein wenig mehr am Lack der Großen kratzen können." Die Hoffung auf den ganz großen Wurf, nämlich den zweiten Tabellenplatz angreifen zu können, musste der Gießener Trainer nach der 1:3-Heimniederlage gegen den VfB Unterliederbach im März aufgeben.

Die Partie am Sonntag schien zunächst eine klare Sache zu werden. Sehr druckvoll agierten die Lahnstädter in den Anfangsminuten. Richy Zimmermann setzte mit seinem Lattenknaller in der siebten Minute ein erstes Ausrufezeichen. Nach zwölf Minuten war der Ball dann zum ersten Mal im Tor. Gino Parson köpfte eine Zimmermann-Flanke über die Linie. Der Schiedsrichterassistent wollte jedoch eine Abseitsstellung erkannt haben.

Nach zwei guten Aktionen von Richy Zimmermann leistete sich dieser allerdings wenig später einen fast folgenschweren Fehler. Gäste-Akteur Franco Jung bekam den Ball mustergültig in den Lauf gespielt, als der Gießener Linksverteidiger einen Moment nicht aufpasste. Jung schob das Spielgerät auch am herauseilenden Kristian Kühn vorbei. Pierre Chabou rettete jedoch für seinen schon geschlagenen Keeper. Nach 17 Minuten fiel dann etwas überraschend das 1:0 für die Gäste, allerdings unter tatkräftiger Unterstützung der Gießener Hintermannschaft. Ein verunglückter Rückpass von Nebil Celik brachte Chabou in Bedrängnis, der plötzlich allein gegen zwei Kelsterbacher war. Auch Kühn kam noch aus dem Gehäuse und versuchte, außerhalb des Strafraums per Kopf zu klären. Er war zwar vor den Kelsterbacher Stürmern am Ball, konnte diesen jedoch nicht aus der Gefahrenzone befördern. So war plötzlich Jeffery John Nathaniel in Ballbesitz, der aus etwa zehn Metern zur Gästeführung einnetzte. Die Hausherren reagierten aber nicht geschockt, sondern konzentrierten sich weiter auf ihr Spiel. Nach einer vergebenen Weber-Chance (27.) schlich sich in der 34. Minute Gino Parson in den Strafraum und bekam eine tolle Flanke von Steffen Spottka bei dessen erster gelungenen Aktion. Von der Viktoria-Abwehr sehr stiefmütterlich bewacht, köpfte Parson aus vier Metern zum Ausgleich ein.

In Halbzeit zwei legten die Gießener los wie die Feuerwehr. Claudius Weber (50.) und Sebastian Bubbel (51.) blieben noch glücklos, ehe Steffen Spottka nur 60 Sekunden später zum Freistoß anlief. Aus etwa 20 Metern schlenzte er den Ball lehrbuchmäßig zum 2:1 über die Mauer ins rechte obere Toreck - nichts zu halten für Jan Finger. Auf der Gegenseite hatten die Lahnstädter ein wenig Glück, dass Jonas Scheitza, der mit einem schönen Freistoßtrick freigespielt wurde, nicht genau genug zielte. In der Folge verlagerte sich das Spielgeschehen zunehmend in die Hälfte der Gastgeber, was diesen Raum zum kontern bot. Zunächst verlängerte Parson ein Zuspiel mit der Hacke zu Claudius Weber, der aber aus 16 Metern verzog (64.). Danach war es erneut Weber, der ein Parson-Pass aus kurzer Distanz nicht im Tor unterbringen konnte (83.), wenn auch unter schwerer Bedrängnis. Besser machte es nur drei Minuten später Sebastian Bubbel, der jedoch von einem Kelsterbacher Verteidiger sein Tor "geschenkt" bekam. Der misslungene Rückpass ließ nämlich Viktoria-Keeper Finger keine Chance mehr, einzugreifen, sodass Bubbel nur noch ins leere Tor einschieben musste. Die Entscheidung musste aber verschoben werden, denn im nächsten Gästeangriff markierte Scheitza den 2:3-Anschlusstreffer.

Endgültig den Sieg perfekt machten Bubbel per Kopf aus kurzer Distanz (89.) sowie Weber, nachdem die Gießener die Viktoria-Abwehr nochmals richtig schwindlig gespielt hatten.

"Das 0:1 war unnötig. Da habe ich mich über den Fehler von Nebil Celik geärgert. Am Ende geht der Sieg für uns aber absolut in Ordnung. Obwohl wir in Halbzeit eins besser waren als in der zweiten, haben wir nach dem Wechsel vier Tore gemacht. Vor der Pause hat des Öfteren der finale Ball gefehlt", lautete Hasslers Fazit zum Kehraus.

VfB 1900 Gießen: Kühn - Stehle, Chabou, Schmidt, Zimmermann - Spottka (ab 75. Kilian), Parson, Celik (ab 65. Mohr), Özen (ab 75. Koch) - Bubbel, Weber.

Viktoria Kelsterbach: Finger - May, Scheitza, Sommerfeld, Arends - Joswig, Machade, Jung (ab 69. Barjalei), Beckmann (ab 62. Mben) - Veith (ab 23. Gräf), Nathaniel.

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Wahl (Schöffengrund). - Zuschauer: 100. - Tore: 0:1 (17.) Nathaniel, 1:1 (34.) Parson, 2:1 (52.) Spottka, 3:1 (86.) Bubbel, 3:2 (87.) Scheitza, 4:2 (89.) Bubbel, 5:2 (90 + 2.) Weber.

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