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Der Vetzberger Niclas Zimmer (Mitte, blaues Trikot) bei der Tempohatz in Chemnitz, dem ersten Quali-Rennen für die Kriteriums-DM in Gießen.

Starker Einstand auf Asphalt

  • Ronny Herteux
    VonRonny Herteux
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(htr). Große Ereignisse werfen Schatten voraus. Und natürlich wird die deutsche Kriteriumsmeisterschaft der Radrennfahrer am 29. August in Gießen im Rahmen von »Rund um das Stadttheater« nicht von null auf 100 »vor der Tür stehen«, denn es sind fünf Vorläufe zu absolvieren, bei denen sich jeweils die besten 20 Fahrer für den finalen DM-Lauf in Mittelhessen qualifizieren.

BDR-Vizepräsident Günter Schabel hatte bei der Präsentation der wieder ins Programm gehobenen Kriteriums-DM bemerkt, dass »wir mit dieser neuen Meisterschaft die Vielseitigkeit des Radsports ergänzen wollen«. In den Genuss kommen die Klassen Elite Amateure und Amateure, wobei die Qualifikationsläufe auf Rundkursen zwischen 900 und 1500 m Länge bei einer Distanz zwischen 60 und 70 km stattfinden sollen. Übrigens: Die letzte DM dieses Formates datiert aus dem Jahre 1991, als Josef Holzmann aus Peiting vor Andreas Kappes und Dominik Krieger gewann.

Das erste Qualifikationsrennen führte die Radsportler weit in den Osten der Republik nach Chemnitz, wo die besten deutschen Kriteriumsfahrer am Start standen und entsprechend »heiß und hungrig« nach der langen »Corona-Pause« waren. Mit dabei: Niclas Zimmer von der RSG Gießen und Wieseck, der auf Asphalt für das Team Erdinger Alkoholfrei auf Tempojagd geht. Denn Zimmer, der Social-Media-Student aus Vetzberg, gehört zu den besten deutschen U23-Mountainbiker, hatte allerdings beim Weltcup in Albstadt einen bösen Sturz quittieren müssen und kam deshalb kürzlich bei der MTB-DM in Gedern nicht über Platz zwölf hinaus.

Zimmers zweites Standbein ist der Radsport auf Asphalt für das Team Erdinger Alkoholfrei, das mit sechs Fahrern in Chemnitz auf einem 1000 m langen Kurs »rund um ein Möbelhaus mit zwei schnellen und drei engen Kurven« am Start stand. 77 Runden mussten absolviert werden, dabei war im Vorfeld klar, dass es schnell werden würde. »Aber dass wir am Ende fast einen 47er-Schnitt hatten und es somit mein schnellstes Rennen überhaupt war, damit hatte ich nicht gerechnet«, zeigte sich der Vetzberger beeindruckt von der Tempohatz. »Da ich lange kein Rennradrennen mehr gefahren bin, fiel es mir am Anfang schwer, das hohe Tempo mitzugehen, aber ich hielt den Anschluss im Feld.« Am Ende wurden 55 von über 100 Fahrern im Ziel klassiert, die anderen Teilnehmer kassierte die Rennleitung nach einer Überrundung ein.

Auf dem Weg zur Form vor Albstadt

U23-Fahrer Zimmer war bemüht, seinen Teamkollegen Joshua Asel nach Kräften zu unterstützen, der Sprinter konnte auch alle fünf Runden bei der Wertungsabnahme fleißig punkten und verfehlte als Vierter nur knapp das Podest in Chemitz. Der Vetzberger »hat in der Schlussphase langsam ins Rennen gefunden« und kam als 35. in Ziel. Zwar hat er dadurch das Ticket für das DM-Finale in Gießen noch nicht in der Tasche, allerdings bleiben ihm noch vier Möglichkeiten dazu in den nächsten Wochen. Und die Chancen stehen nicht schlecht, zumal Zimmer in Chemnitz erst sein erstes Rennradrennen in dieser Saison absolviert hat und »ich generell noch nicht wieder auf dem Level wie vor dem Sturz in Albstadt bin, aber ich arbeite mich langsam wieder dahin«, so Zimmer.

Den Sieg nach 84,7 km mit 39 Punkten sicherte sich Jonas Schmeiser vom RSC Kempten vor Patrick Reißig (RSV Speiche) mit 23 Zählern und den punktgleichen Sebastian Vogel (SV Remse Radsport) und Joshua Asel (Team Erdinger Alkoholfrei/beide 17). Der für die RSG Gießen und Wieseck startende Florian Obersteiner wurde auf Rang 24 notiert.

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