Starke Offensive führt Sachsenhausen zum Sieg

bal) Am Ende kannte der Jubel keine Grenzen mehr - der 1. SC Sachsenhausen krönte sich am gestrigen Abend zum Sieger des 24. Gießener Fußball-Hallenstadtpokals und somit zum Nachfolger der TSG Wieseck. Dank eines 5:3-Finalerfolgs über den VfB 1900 Gießen sicherte sich das von Steven Hassler betreute Team den Turniersieg. Vor der großartigen Kulisse von 1100 Zuschauern, die den gesamten Abend über Hallenfußball auf hohem Niveau zu sehen bekommen hatten, steuerten Kevin Rennert und Sebastian Bubbel je zwei Treffer bei, Dario Vinetic traf ebenfalls.

"Das ist absolut geil. Der Stadtpokal ist immer total emotional. Das war eine geschlossene Teamleistung, unsere Mannschaft hat sich von Spiel zu Spiel gesteigert", freute sich Hassler, der SCS-Trainer Timo Becker (Hassler schmunzelnd: "Sein Stuhl wackelt auf keinen Fall.") vertrat, über die Leistung seiner Mannschaft.

In der Vorrunde waren es völlig verschiedene Charaktere, die den Spielen ihren Stempel aufdrückten. Beim TSV Klein-Linden brillierte Julian Sommer. Der torgefährliche Akteur brachte seine Mannschaft mit vier Treffern bis ins Spiel um Platz drei, und auch im Duell mit Gruppensieger VfB 1900 Gießen (3:5) überzeugte Sommer mit zwei Treffern. Aufseiten des 1. SC Sachsenhausen waren es gleich drei Akteure, die mit ihrer sensationellen Ausbeute überzeugten - sowohl Christopher Reuling, als auch Kevin Rennert und Sebastian Bubbel unterstrichen die Torgefährlichkeit der Gießener Weststädter. Zudem war es der zum Besten seiner Zunft gewählten SC-Schlussmann Ralph Orth, der der von Steven Hassler betreuten Truppe mit der ein oder anderen sensationellen Parade zum Turniersieg verhalf.

Aufseiten des unterlegenen Finalisten VfB 1900 Gießen waren es vor allem die technisch versierten Akteure Ürkan Özen (bester Spieler des Turniers) und Erdinc Solak (mit 13 Treffern bester Torschütze), die den Zuschauern etwas für ihr Eintrittsgeld boten. Hallenfußball, so wie man ihn sich wünscht, war es, was die beiden Spieler des Verbandsligisten verkörperten. Wie auch beim 1. SC Sachsenhausen überzeugte auch VfB-Schlussmann Igor Krivic. Krivic hütete beim VfB das Tor, weil der etatmäßige Schlussmann Dennis Fall den Verein Richtung Göttingen verlässt. Der groß gewachsene, bullige Torwart machte seine Sache in der Endrunde hervorragend und war einer der Hauptfaktoren, die zum Finaleinzug der 1900er führte.

Spiel um Platz drei: TSG Wieseck - TSV Klein-Linden 4:2: Die Anfangsphase des "kleinen Finals" war geprägt von der abwartenden Haltung der beiden Kontrahenten. Nach acht Minuten war es dann Tobias Winter, der die Wiesecker in Führung brachte. Vier Minuten später besaß TSV-Torgarant Julian Sommer nach einem Solo über die rechte Seite die Chance zum Ausgleich, vergab jedoch. 60 weitere Sekunden dauerte es, bis Kajetan Selmayr den Treffer zum 1:1 erzielte.

Kleinlinden suchte nun die Entscheidung, und nach Vorarbeit von Nils Römer scheiterte Sommer an Wiesecks Matthias Karweta, der auf der Torlinie rettete. Besser machte es auf der Gegenseite Sascha Noske, der einen Abpraller von der Bande zum 2:1 verwertete (14.). Nun entwickelte sich ein offener Schlagabtausch - Dennis Schlechts zehnter Treffer im Turnier zum 3:1 bedeutete die Vorentscheidung vier Minuten vor dem Ende. Zwei Minuten vor Schluss war es Simon Hassler, der den TSV nach einem Freistoß noch einmal heranbrachte. Den Schlusspunkt setzte dann jedoch Wiesecks Nelson Delzer 30 Sekunden vor dem Abpfiff - 4:2. "Das Spiel um Platz drei zu erreichen, war absolut okay für unsere junge Mannschaft. Wir wollten uns für das kleine Finale nochmal zusammenreißen", konstatierte ein enttäuschter Sommer.

Finale: 1. SC Sachsenhausen - VfB 1900 Gießen 5:3: Fast familiär erschien die Begrüßung der beiden Mannschaften vor den Augen von Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz zu den Klängen von Europes "The Final Countdown".

Im Vorfeld des Finals wurde mit Ürkan Özen der beste Spieler des Turniers gewählt - vor allem seine technische Versiertheit und seine Sicherheit am Ball bescherte ihm diesen Titel. Das Finale hielt, was es versprochen hatte. Bereits nach zwei Minuten versuchte sich Erdinc Solak per Hacke, Soufyen Gouri klärte vor dem Tor mit der Hand und sah die Rote Karte - den fälligen Strafstoß von Solak parierte Ralph Orth. In Überzahl zog der VfB 1900 ein feines Powerplay-Spiel auf, doch erst nach vier Minuten markierte Solak das 1:0. Sachsenhausen investierte nun mehr und kam zu Chancen. Doch weder Sebastian Bubbel (6.), noch Kevin Rennert per Fallrückzieher (7.) schafften es, Igor Krivic zu überwinden. In der zehnten Minute war es dann Rennert, der einen Angriff über links mit dem 1:1 belohnte. Mit unermüdlichem kämpferischen Einsatz bot der SCS dem Verbandsligisten Paroli, dieser konterte mit sehenswerten Spielzügen. Doch dann war es Sebastian Bubbel, der einen Abpraller von der Bande zum 2:1 verwertete. Die Weststädter hatten das Spiel gedreht und der VfB kam nun noch einmal - Steffen Tafferner rettete per Kopf auf der Linie (13.

), ehe im Gegenzug Kevin Rennert auf 3:1 erhöhte. Keine Minute dauerte es, da verkürzte Lucas Onar nach einem Fehlpass von Martin Hosman auf 2:3. In der 14. Minute traf Dario Vinetic zum 4:2 gegen den sonst so sicheren Krivic, wieder mussten die 1900er einem Zwei-Tore-Rückstand hinterherlaufen. Nach einem Tafferner-Freistoß verlängerte Rennert per Kopf und dann war Bubbel zur Stelle, der das Spielgerät in herrlicher Manier zum 5:2 einnetzte. Zwei Minuten vor Schluss verkürzte Onar noch einmal auf 3:5, doch der SC ließ nichts mehr anbrennen. "Wir ärgern uns natürlich. Aber Sachsenhausen war im Abschluss einfach besser, meinen Glückwunsch. Für mich zählt nur die Leistung der Mannschaft, ich sehe mich nicht als den besten Spieler des Turniers", so VfB-Akteur Ürkan Özen.

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