Starke Leistung der TSG Wieseck

(ms) "Die Jungs haben klasse gespielt", freute sich Trainer Achim Mohr Augenblicke nach dem Abpfiff. Beim hoch gehandelten FSV Braunfels kam seine TSG Wieseck am Samstag zu einem verdienten 3:1 (1:0)-Sieg, was zur Folge hat, dass die Gießener Vorstädter mittlerweile punktgleich mit den Schloss-Städtern sind, die sich ja vor Saisonbeginn selbst zu den Titelanwärtern in der Verbandsliga Mitte erhoben hatten. Davon ist man momentan relativ weit weg. Während die Wiesecker feierten, war der neue Trainer des FSV Braunfels, Oliver Dönges, ziemlich bedient. "Wir haben die erste Halbzeit total verpennt", fasste der 35-Jährige das Geschehen aus seiner Sicht zusammen.

Vor nur 100 Zuschauern machten zunächst die Braunfelser mächtig Betrieb. Die Gäste kamen in den ersten drei, vier Minuten kaum aus der eigenen Hälfte, was wenig Gutes erahnen ließ. Doch als sich die TSG sortiert hatte, steckten die Gastgeber zurück. Mit Kampf und Einsatz drehte die TSG schnell den Spieß um. Nach acht Minuten zirkelte Andreas Klan vom linken FSV-Strafraumeck den Ball auf den langen Pfosten, wo Dennis Schlecht keine Probleme hatte, um per Kopf das 1:0 zu markieren. Fortan lief es für die TSG Wieseck, während beim FSV Braunfels nichts mehr ging. Auch Ex-Profi Mehmet Dragusha verstand es nicht, Ordnung ins Spiel zu bringen. Sobald die Schloss-Städter im Vorwärtsdrang waren, machte der Gast die Räume eng. Zumal es der FSV immer nur durch die Mitte versuchte, und im zentralen Mittelfeld bildeten Andreas Klan und Sebastian Kraft eine schier unüberwindbare Mauer. Die Gäste setzten nach, merkten, dass die Braunfelser komplett verunsichert waren. Nach 15 Minuten verhinderte FSV-Schlussmann Uli Zanger das 0:2, als er einen Kopfball von Tobias Winter prächtig abwehrte.

Oliver Dönges musste dann auch noch nach 27 Minuten Sebastian Schäfer vom Feld nehmen, der mit einer Leistenverletzung ausschied. Das hatte wiederum zur Folge, dass bis zur Pause Florian Winch Alleinunterhalter im FSV-Angriff spielte, der allerdings kaum einen brauchbaren Ball erhielt. Denn die TSG hatte Gegner und Spiel sicher im Griff. Nur einmal musste man durchatmen, als kurz vor der Pause Dragusha mit einem Schuss Pech hatte.

Umgekehrtes Bild dann in Durchgang zwei. Die Gastgeber machten Druck, zogen ein wahres Powerplay auf. Die TSG kam kaum aus der eigenen Hälfte. Allerdings waren die Angriffe des FSV insgesamt zu harmlos, meist wurde es durch die Mitte probiert, und da ging nichts. Glück hatte die TSG allerdings nach 65 Minuten, denn Patrick Seip hatte die Riesenchance zum 1:1, doch irgendwie schaffte er es, das Leder aus kürzester Entfernung ans Außennetz zu setzen. Ein Kopfball von Manuel Jung, den TSG-Schlussmann Tobias Walden glänzend über die Querlatte lenkte, sowie eine Chance von Dragusha waren die weiteren und gleichzeitig letzte Chancen für den FSV. Ein glückliches Händchen bewies Achim Mohr dann mit der Einwechslung von Osman Polat. Der war gerade mal elf Minuten im Spiel, um dann für das 2:0 verantwortlich zu zeichnen.

Nach einem abgewehrten Ball ging Osman Polat in der 78. Minute volles Risiko und zog aus rund 16 Metern ab. Vom Innenpfosten sprang der Ball dann ins Netz. Eine nicht sonderlich glückliche Figur gab dabei Uli Zanger ab. Die Gastgeber bewiesen immerhin Moral und setzten weiter nach. So war das 1:2 in der 90. Minute durch Florian Winch auch durchaus verdient. Zwei Minuten ließ Referee Schwarz aus Bad Homburg nachspielen, so dass die Schloss-Städter den Wiederanstoß kaum erwarten konnten. Doch der FSV stellte sich selbst ein Bein. Denn nach einem langen Ball der Wiesecker hob Dominik Desch das Abseits auf, und Angreifer Niklas Wagner bedankte sich mit dem Treffer zum 3:1-Endstand.

"Es ist nicht ganz unverdient", meinte Achim Mohr, während sein Pendant Oliver Dönges angesichts seines misslungenen Trainer-Debüts haderte: "Wer solche Chancen nicht nutzt, der braucht sich nicht zu beschweren", ärgerte ihn vor allem die vergebene Top-Gelegenheit von Patrick Seip.

FSV Braunfels: Zanger; Varli, Manuel Jung, Springer, Desch, Seip, Patrick Jung, Dragusha, Schug (ab 68. Aliakbari), Sebastian Schäfer (ab 27. Wachter), Winch.

TSG Wieseck: Walden; Leib (ab 84. Marcel Kraft), Schlecht, Tobias Schäfer, Pitz, Schneider (ab 67. Polat), Sebastian Kraft, Klan (ab 55. Zimmer), Delzer, Winter, Niklas Wagner.

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Schwarz (Bad Homburg). - Zuschauer: 100. - Torfolge: 0:1 (8.) Schlecht, 0:2 (78.) Polat, 1:2 (90.) Winch, 1:3 (90.+1) Niklas Wagner. - Gelbe Karten: Pitz, Winter.

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