Starke Defense sichert Sieg

  • VonSebastian Kilsbach
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(sks). 88:76 (46:43)-Sieg für die Gießen 46ers Rackelos in der Pro B: Nach zweistelligem Rückstand drehte der Basketball-Drittligist am Sonntagabend das Spiel gegen groß aufgestellte Hachinger. Für das Trainergespann gab die Defensive den Ausschlag.

Bis zum Schlussviertel nämlich war es eine offene Angelegenheit. »Sie haben oft die Verteidigung gewechselt, teilweise sogar mit einer Box-and-one gegen Johannes Lischka gespielt. Das war ungewöhnlich, aber sie haben alles versucht«, erklärt Co-Trainer Ivica Piljanovic. So schnupperten die Tropics, die mit sechs Niederlagen in Folge in die Partie gegangen waren, lange am Auswärtstriumph. Im Schlussviertel aber brach das offensive Gerüst der Bayern zusammen wie ein Kartenhaus. Nur neun Punkte, davon sechs in der letzten Minute, als das Spiel bereits gelaufen war, ließen die Rackelos zu. »Wir waren da einfach nochmal ein Tacken aggressiver, haben in der Verteidigung besser kommuniziert. Es macht einen immensen Unterschied, ob du beim Switchen ein paar Millisekunden schneller die Ansage machst«, so Piljanovic weiter. Headcoach Lutz Mandler ergänzte: »So waren deren Würfe immer verteidigt. Es war eine tolle Defensive, hervorragend. Hoffentlich können wir diese gute Stimmung mit in die Playoffs tragen.«

Der dritte Platz in der ProB-Süd ist den Rackelos damit nicht mehr streitig zu machen. Nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge war der Erfolg auch für die Teamchemie wichtig. Es war der erste Punktgewinn, seit Center Tim Uhlemann mit einer Fußverletzung aussetzen muss.

Mit nur einem echten Big Man ging es gegen die langgewachsene Garde des TSV, die das Reboundduell dadurch auch für sich entschied. Zu Beginn verschanzten sich die Gäste in eine Ballraumverteidigung, die Gießen durch Dreier von Donte Nicholas, Tim Köpple, David Amaize, Sebastian Brach und Lischka knackte (15:15, 7.). Haching blieb der Zone aber treu und vertraute darauf, dass die Quote der Rackelos von außen sinken würde.

Diese Taktik ging vorerst auf. Bereits mit 24:34 lag Gießen nach 14 Minuten in Rückstand, bevor ein Mann aus der zweiten Reihe groß aufdrehte: Felix Schweizer stand über weite Strecken des zweiten Viertels auf dem Parkett und nutzte diese Zeit für satte zehn Zähler - Karrierebestleistung. »Er hat ganz toll ins Rad gegriffen und sich offensiv viel zugetraut«, lobt Mandler. Nach Schweizers zweitem Dreier lagen die Hessen nur noch mit 37:39 im Hintertreffen. Es folgte ein 9:4-Run bis zur Halbzeitpause (46:43).

Diesen Vorsprung gab Gießen nicht mehr aus der Hand, auch wenn die Tropics alles in die Waagschale warfen. Da beide Teams früh ihre Foulgrenze erreicht hatten, fanden große Teile des dritten Abschnitts an der Freiwurflinie statt. Die langsame Pace sorgte dafür, dass die Gäste dort nochmal bis auf 67:69 heranschnuppern durften. Im letzten Quarter dauerte es zweieinhalb Minuten, bis der erste Korbversuche glücken wollte. Es war Nicholas, der per Dreier auf 74:67 stellte. Bis zum Ende blieb die Quote von außen mehr als stabil, pendelte sich schließlich bei starken 48 Prozent ein (15/31). Während bei Oberhaching offensiv nichts mehr zusammenlief, erhöhte Köpple von Downtown auf 77:69. Nach vier Nicholas-Punkten war die Messe gelesen. Auf die Rackelos wartet jetzt noch eine Auswärtspartie gegen Koblenz, bevor es im Gruppen-basierten Playoff-Modus spannend wird.

Gießen: Ziring (9), Köpple (15), Amaize (6), Schneider, Lischka (27), Nicholas (18), Schweizer (10), Sebastian Brach (3), Maruschka.

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