Rackelos-Coach Rolf Scholz (l.) erwartet ein enges Spiel in Frankfurt. FOTO: FRIEDRICH
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Rackelos-Coach Rolf Scholz (l.) erwartet ein enges Spiel in Frankfurt. FOTO: FRIEDRICH

Standortbestimmung

  • vonSebastian Kilsbach
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(sks). Gegen den Ulmer Talenthafen taten sich die Gießen 46ers Rackelos am letzten Spieltag der Basketball-ProB-Süd schwer. Im Derby gegen Frankfurt (Samstag, 19 Uhr, Nordwestzentrum) rechnet Coach Rolf Scholz mit einer ähnlichen Herausforderung.

Tabellarisch gehen die Gießener als Favorit ins Spiel. Trotz der jüngsten Niederlage stehen die Mittelhessen vor dem Duell in Frankfurt noch auf dem vierten Platz. Die Skyliners Juniors schlugen Speyer zuletzt mit 75:74 und hielten so ihren neunten Rang. Gießens Trainer Rolf Scholz warnt eindringlich vor der Schlagkraft des Farmteams: "Vom Talent und ihrer individuellen Qualität her sind sie sogar ein Stück weit besser. Das gilt für alle Top-Programme der Liga." Damit meint der ehemalige Zweitliga-Guard jene Clubs, die eng verzahnt mit ihren Bundesliga-Pendants kooperieren.

Drei davon - Ulm, nun Frankfurt und in der folgenden Woche Bayern II - sind in der entscheidenden Endphase der Hauptrunde Gegner der Rackelos. Alle drei kämpfen derzeit punktgleich um den Einzug in die Playoffs. Alle drei haben großes Potenzial, das sie jedoch nicht auf Knopfdruck abrufen können.

Frankfurt etwa verlor zwischenzeitlich sechs Partien in Folge. Daran änderte auch die Rückkehr der Leistungsträger Nigel Pruitt (rund 14 Punkte pro Spiel) und Len Schoormann (11) nichts, die im Hinrundenspiel gegen die Gießener verletzungsbedingt aussetzten. Damals gewannen die Rackelos mit 80:63. Für Scholz war das aber eine Momentaufnahme, ähnlich wie der zäh erkämpfte Sieg im ersten Aufeinandertreffen mit Ulm im Herbst: "Das letzte Match gegen sie am Sonntag hat gezeigt, wie außergewöhnlich unser Sieg damals war. Wir müssen immer am Leistungsmaximum spielen - und körperlich besser dagegenhalten als zuletzt."

Das gilt gegen Frankfurt verstärkt, da sie ähnlich wie das Schwabenteam über einen athletischen Kader verfügen. Fast schon ein Klischee ist die groteske Kadertiefe, über die die Skyliners Juniors verfügen. Coach Miran Cumurija konnte im Verlauf der Saison 19 unterschiedliche Akteure aufs Parkett schicken. Die meisten rekrutieren sich aus den Jugendmannschaften der Franchise. Umgedreht kann der Trainer aber auch einen U20-Nationalspieler wie Richard Freudenberg aus dem Hut zaubern. Der Forward gehört längst zum Stammpersonal der BBL-Skyliners. Erfurt schenkte Freudenberg erst vor drei Wochen 25 Punkte und zwölf Rebounds ein. Der Tabellenletzte musste nach ausgeglichenen 35 Minuten abreißen lassen. Frankfurt schwamm sich im Abstiegskampf frei.

Ein Abstecher ins Nordwestzentrum könnte sich für mittelhessische Basketball-Fans lohnen. In die Trainingshalle des Clubs verirren sich normalerweise nur ein paar Dutzend Familienangehörige. Um auf etwaige Gästefans gastronomisch vorbereitet zu sein, fragten die Skyliners unter der Woche an, wie viele Gießener zu erwarten sind. Circa 20 Anhänger dürften sich auf den Weg machen. Alle anderen können die Begegnung im Livestream auf YouTube verfolgen (FRAPORT SKYLINERS - ohne "Frankfurt").

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