Sprinterinnen dominieren bei den "Hessischen"

Lisa Mayer (LG Langgöns-Oberkleen) war die überragende Sprinterin bei den hessischen Hallenmeisterschaften in Frankfurt-Kalbach. Sowohl über die 60 als auch über die 200 m gewann sie den Hessentitel. Stark präsentierte sich jedoch auch Lara Matheis von der TSG Gießen-Wieseck, die über beide Distanzen ebenfalls das Podest erreichte.

(ras) Die hessischen Hallenmeisterschaften in Frankfurt/Kalbach boten eine Reihe an Höhepunkten. So zeigte sich Ariane Friedrich nach zweieinhalb Jahren Wettkampfpause wegen Knieverletzung und der Geburt eines Kindes erstmals wieder in einem Wettkampf. Friedrich präsentierte sich topfit und übersprang nach Angaben von der hessischen Leichtathletikpräsidentin Anja Wolf-Blanke auf eigenen Wunsch hin unangekündigt – und so unbeobachtet von überregionalen Medien und Fernsehen – die Höhe von 1,87 m. Glänzende Leistungen gab es aber auch durch heimische Starter, allen voran durch Lisa Mayer von der LG Langgöns-Oberkleen, mit Sprintsiegen über 60 m und 200 m, jeweils gefolgt von Lara Matheis von der TSG Gießen-Wieseck, die Bronze und Silber gewann. In der U18 konnte Lavinia Bauer von der LGLO ihren Vorjahres-Dreisprungtitel bestätigen.

Die 60 m der Frauen sind derzeit eine Domäne der Gießener Sprinterinnen. Denn neben Lisa Mayer, die ihrer Favoritenrolle mit starken 7,43 s im Finale souverän gerecht wurde, stand auch Lara Matheis als Dritte auf dem Siegerpodest. Matheis beeindruckte bereits mit 7,61 s im Vorlauf, gewann in 7,64 auch ihren Zwischenlauf und wurde im Finale zeitgleich mit Xenia Stolz (Wiesbaden) mit jeweils 7,61 s letztlich auf Rang drei gesetzt. Durch eine kurzfristige Änderung ihrer Wettkampfplanung im Bobsport trat auch Ann-Christin Strack vom LAZ Gießen an den Startblock. Strack, die eine Woche zuvor in Stadtallendorf tolle 7,52 s ablieferte, gewann ihren Vorlauf locker in 7,76 s, aber in der Vorbereitung auf ihren Zwischenlauf kollidierte die Gießenerin in hohem Tempo mit einem Teilnehmer, der die Warmlaufstrecke unaufmerksam überquerte. Um ihren Start bei der Bob-Junioren-WM am Freitag in Winterberg nicht zu gefährden, verzichtete die leicht angeschlagene Gießener Umweltmanagement-Studentin auf die weiteren Läufe und damit auch die Medaillenchance.

Durch eine Umstellung jahrelang bewährter Zeitpläne traten Mayer und Matheis zwei Stunden nach dem 60-m-Finale über 200 m erneut an. Beide absolvierten ihr Rennen in getrennten Zeitläufen. Lara Matheis legte 24,75 s vor, die nur noch von Lisa Mayer mit 24,32 s übertroffen werden konnten. Mayer zeigte sich mit ihrer 60-m-Zeit sehr zufrieden, beklagte bezüglich der 200 m jedoch den Kräfteverschleiß durch die vorherigen Läufe sowie Knieprobleme während des Laufes, die dem Saisonhöhepunkt Hallen-DM jedoch nicht im Wege stehen sollten. Im Schatten der beiden Spitzensprinterinnen bot auch Luca Helen Schmitt von der TSG Wieseck einen starken Wettkampftag. Nur eine Hundertstelsekunde fehlte Schmitt durch 7,89 im Zwischenlauf zur Finalteilnahme über 60 m. Über 200 m lief die aus Linden stammende Schmitt mit 25,40 s jedoch die achtbare fünftschnellste Zeit, trat zusammen mit Matheis sowie Chiara James und Lisa-Marie Sucke auch noch anschließend in der 4x200-m-Staffel an und nahm nach 1:44,34 s mit ihren Wiesecker Kameradinnen die Bronzemedaillen in Empfang.

Beim Dreisprung der Frauen landete Jennifer Maedicke auf Rang drei. "Dafür, dass ich in der Winterphase beruflich bedingt nur einmal Dreisprung trainieren konnte, bin ich mit Platz drei und der Weite von 10,44 m zufrieden", äußerte sich die Springerin von der LGLO anschließend. Eine Finalteilnahme erreichte auch Anna Greim vom LAZ Gießen. Greim lief als Achte des 60-m-Hürden-Endlaufes die Zeit von 9,06 s.

Bei den Männern hatte Christopher Wenzel vom LAZ Gießen eigentlich über 3000 m gemeldet. Aber laut Trainer Erich Gebhardt, zeigte Wenzel bei letzten Tests hervorragende Zeiten über kürzere Distanzen, sodass neben Nikolai Schütze auch Wenzel über 800 m antrat. Von Beginn an ordnete sich Wenzel auf Platz zwei hinter Jon Grandpierre vom Wiesbadener SV ein. Mit einem bärenstarken Schlusssprint auf den letzten 150 m konnte Christopher Wenzel (1:54,58) die knapp zehn Meter große Lücke zu dem Wiesbadener noch schließen, kam aber nicht mehr vorbei. Auch sein Trainingsgefährte Nikolai Schütze (1:59,19) zeigte sich sprintstark und sicherte sich auf den letzten Metern Hessen-Bronze.

Über die 60 m der U18 trat Elias Goer (7,31) von der TSG Wieseck an und verfehlte in seinem ersten Jahr in der Altersklasse als Vierter mit zwei Hundertstel Rückstand nur knapp den dritten Podestrang. Im Kugelstoß der U20, der wegen der guten Voraussetzungen in Kalbach ausgetragen wurde, sicherte sich Mike Schneider von der LG Wettenberg mit 12,02 m den dritten Rang.

Als Titelverteidigerin im Dreisprung der U18 konnte Lavinia Bauer von der LGLO auch diesmal überzeugen und sprang ungefährdet mit 10,95 m zu Gold.

Neben den Hallendisziplinen bot der HLV im Werferzentrum den Winterwurf der U20 und der U15 an. Bei den meist nur spärlich besetzten Wettkämpfen setzte sich Manuel Kretzschmar von der LGLO gegenüber seinem einzigen Diskuswurfkonkurrenten in der U20 mit 35,68 m durch und wurde beim Speerwurf mit 45,49 m vor Moritz Bender (TSF Heuchelheim/39,50) Zweiter. Bei sechs Teilnehmerinnen in dieser Disziplin in der weiblichen U20 warf Luisa Rückel (KSG Bieber/38,18) den Speer auf den Silberrang. Tim Schneider von der LG Wettenberg durfte sich in der M14 beim Speerwurf über Platz zwei (32,92) und mit dem Diskus (27,16) über Rang drei freuen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare