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Neujahrsempfang des Sportkreises Gießen an historischer Stätte: Sportkreisvorsitzender Prof. Heinz Zielinski und die geladenen Gäste am Sonntagvormittag in der Miller Hall, wo sich nunmehr auch die Sportkreis-Geschäftsstelle befindet. (Foto: ra)

Sportkreis zaubert sich ins neue Jahr

Der Sportkreis Gießen geht unter der Regie von Prof. Heinz Zielinski weiter neue Wege. Beleg dafür war der Neujahrsempfang am Sonntagvormittag in der Gießener Miller Hall, in der der Sportkreis mittlerweile auch seine neue (vorzeigbare) Geschäftsstelle direkt neben der des Basketball-Bundesligisten Gießen 46ers bezogen hat.

Im Mittelpunkt standen einmal mehr nicht die üblichen Ansprachen der Offiziellen, sondern die waren geschickt eingerahmt in sportliche und künstlerische Aktivitäten.

So durfte sich Gießens Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz eingangs gleich einer gelungen Präsentation der Gießen Tornado Cheers erfreuen, die in der noch recht kühlen historischen Sportstätte einheizten. Zwischendurch bewunderten die Verbands- und Vereinsvertreter die teils spektakulären Powermoves der Breakdancer der TSG Blau-Gold Gießen – und zum Abschluss versetzte der Busecker Mediziner Dr. Ulrich Hentschel als Zauberkünstler die Anwesenden in Erstaunen.

Kein Wunder, dass der mit 90 Minuten angesetzte offizielle Teil wie im Flug verging, zumal der Sportkreis auch die Ehrung seiner Zukunftspreis-Sieger 2015 in das Programm eingebunden hatte. In der Kategorie "Vereine bis 300 Mitglieder" durfte sich der Pferdesportclub Luisenhof Buseck über den ersten Platz und eine entsprechende finanzielle Unterstützung freuen. Dahinter landeten die Spvgg. Blau-Weiß Gießen und der Schützenverein Laubach. In der Kategorie "Vereine über 300 Mitglieder" machten unangefochten die ID-Fußballer des TSV Klein-Linden vor der TSG Leihgestern sowie den gemeinsamen Dritten TSV Allendorf/Lahn und RV Germania Hungen das Rennen.

Am Rednerpult griff der Sportkreisvorsitzende Zielinski thematisch wie gewohnt die gesamte Bandbreite des Sports auf, bedankte sich aber im Besonderen bei der Politik in Stadt und Land, dass man bei der Bewältigung der Flüchtlingsproblematik von Hallenschließungen verschont geblieben sei und somit der Sport hierzulande auch tatsächlich seine integrative Kraft weiter entfalten könne. Zielinksi hob an anderer Stelle die Bedeutung der Arbeit in den Vereinen hervor: "Der Sport in der Region ist stark, weil die Vereine hier stark sind." Der Sportkreisvorsitzende wäre aber nicht er selbst, wenn er neben seinem diplomatischen Geschick nicht auch immer wieder deutlich die eigenen Problemzonen ansprechen würde. "Wir sind politisch noch nicht stark genug", ist es für den Sportkreisvorsitzenden für die Zukunft noch immer ein großes Anliegen, dem Sport in den politischen Gremien mehr Gehör zu verschaffen.

Gießens Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz, die auch die Interessen des Kreises vertrat, nahm Zielinskis Ball gerne auf und erinnerte diesbezüglich daran, dass der "Sport uns durchaus immer wieder mächtig Dampf macht". Vorbildlich sei die Zusammenarbeit beim Thema Integration, lobte sie: "Da ziehen wir an einem Strang. Denn Sport ist Integration."

Den Landessportbund Hessen vertrat dessen Finanzminister Helmut Meister. Der "Schatzmeister ohne Schätze" der 2,1 Millionen Mitglieder im LSBH hob die Bedeutung der 23 Sportkreise "als unsere Außenstellen" hervor, da eine solche Vereinigung nicht zentral zu verwalten sei. In charmanter Art und Weise erinnerte er die politischen Vertreter am Beispiel des Main-Kinzig-Kreis daran, dass es bei der Budgetierung landesweit keine Vorschrift gebe, bei allen Sparmaßnahmen zuerst die freiwilligen Leistungen zu kürzen: "Das kann, muss aber nicht sein."

In jedem Fall bot der Jahresempfang des Sportkreises die gewollte Möglichkeit zum Austausch ohne Schlagabtausch, zum gegenseitigen Kennenlernen und besseren Verständnis. Dazu passte eines der Schlussworte von Zielinski: "Wir müssen uns immer mit dem nötigen Respekt untereinander begegnen."

Ralf Waldschmidt

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