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Ein halbes Jahrhundert lang existiert die Sportabzeichengruppe des MTV 1846 Gießen. Die Teilnehmer können einige interessante Geschichten erzählen.

MTV 1846 Gießen

Sport schweißt zusammen

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Tradition und wohl auch ein bisschen Nostalgie schwingen mit, wenn die Sportabzeichengruppe des MTV 1846 Gießen am Mittwoch ihr 50-jähriges Bestehen feiert - ein Blick zurück.

Aus der Redaktion

Mit der Sportabzeichengruppe feiert heute eine der ältesten noch bestehenden Gruppen des MTV 1846 Gießen ihren 50. Geburtstag. Die seit 20 Jahren von Ilona Rüssel geleitete Gruppe verkörpert mehr als nur das gemeinsame Sport treiben und ist in dieser Form einzigartig in Hessen. Gegründet am 9. Oktober 1969 von Ruth Arbesmann, wurde die Gruppe bis 1999 von dieser geleitet. 137 Personen haben 728 Sportabzeichen errungen in dieser Zeit, und seit 1999 kamen derer noch mals 552 hinzu. Bereits seit 1965 fungiert Arbesmann als Sportabzeichenprüferin und hat bisher 49 Mal das Abzeichen in Gold errungen.

Begonnen hat alles mit drei Teilnehmerinnen in der kleinen Turnhalle der damaligen Korczak-Schule. "Mit bescheidenen Verhältnissen haben wir begonnen. Die neue Außenanlage der Ostschule war ein großer Luxus. Weitsprunggrube, 100-Meter-Laufbahn, Kugelstoßanlage und auch die Möglichkeit für Ballspiele", sagt Arbesmann. Um mit dabei zu sein, musste man nicht etwa Mitglied im MTV sein, sondern konnte über den II. Weg der Stadt Gießen mitwirken, wobei das Geld hierfür von den Übungsleitern einzusammeln und an die Stadt abzuführen war. Deshalb spendierte damals das Sportamt auch eine Stoppuhr, eine Vier-Kilogramm-Kugel, einen Schleuderball und Schlagbälle. Ein Zehn-Meter-Bandmaß stiftete Karl Reuter, der Vater von Ruth Arbesmann. Die Dauerleistung - fachlich vermessen - wurde rund um die Osthalle gelaufen. Als dann der Umzug auf den MTV-1846-Sportplatz erfolgte, wurde ein gebrauchter Stahlschrank für 320 DM gekauft. Im Winter erhielt die Gruppe eine Trainingszeit in der großen Sporthalle der Ricarda Huch-Schule.

Die Gruppe war 1988 bereits auf 30 Teilnehmerinnen und einen Mann angewachsen. 1999 waren es 34 Teilnehmer. Heute sind es 25, von denen zwölf noch immer jährlich das Sportabzeichen ablegen und regelmäßig donnerstags zum Training kommen. Älteste Teilnehmerin ist mit 90 Jahren Gudrun Schott, die noch immer jährlich ihre Prüfung ablegt und es mittlerweile auf 47 Abzeichen bringt. Über viele Jahre hinweg ist die MTV-Gruppe auch zu Landes- und deutschen Turnfesten gefahren und als Sieger heimgekehrt. "Wir haben uns mit Vorführungen bei Gymnastikschauen mit außergewöhnlichen Handgeräten beteiligt. Viele Bilder beweisen unsere Aktivitäten. Wanderfahrten, eine Nachtwanderung und eine Frühwanderung waren die Höhepunkte im Jahresablauf. Gerne haben wir bei Vereinsveranstaltungen mit angefasst und auch einige Jahre die Bedienung beim Neujahrsempfang des Sportkreises übernommen", blickt Arbesmann zurück.

Mit Olympiasiegern und Sportstars ist die Gruppe in diesen fünf Jahrzehnten zusammengekommen, wobei das Treffen mit Rosi Mittermaier und Christian Neureuther 2010 in Gießen, aber auch mit Heike Drechsler, Harald Schmid, Charles Friedek, Frank Busemann und Edgar Itt zu nennen sind. "Neue Mitglieder sind in den letzten Jahren nur einzelne zu uns gestoßen. Es ist schwierig, in einer so festen Gruppe Anschluss zu finden. Wir heißen jede, die bereit ist, regelmäßig zu trainieren und dann jährlich das Sportabzeichen zu erwerben, willkommen", sagt Rüssel.

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