Spitzenreiter Bamberg kommt in die Gießener Osthalle

(gae) Lang, lang ist es her, dass die LTi Gießen 46ers vor einem Spitzenspiel in der Basketball-Bundesliga standen. Am Sonntag ist es aber so weit. Dann kommt es um 17 Uhr in der Osthalle zum Knaller zwischen der auf Rang drei liegenden Truppe von Trainer Vladimir Bogojevic (8:2 Punkte) und dem Ligaprimus Brose Baskets Bamberg. Die Franken sind dabei haushoher Favorit, immerhin Deutscher Meister und Pokalsieger und aktuell noch ungeschlagen (12:0).

Zudem treten sie die Fahrt ins Mittelhessische mit breiter Brust an, denn der jüngste Erfolg am Mittwoch in der Euroleague gegen den Titelanwärter Olympiakos Piräus gibt dem Starensemble von der Regnitz sicher noch mehr Selbstbewusstsein mit auf den Weg.

"Ich habe Bambergs Co-Trainer Arne Woltmann gratuliert. Der Sieg gegen die Griechen ist gut für den deutschen Basketball", erzählt Gießens Headcoach Bogojevic, der natürlich die Partie mit seinem "Co" Usamedin Mehmed seziert hat. Neue Erkenntnisse konnten die beiden daraus aber nicht ziehen. Sie wissen nur zu genau, dass die Bamberger seit Wochen auf einem hohen Level agieren und deutlich die Handschrift ihres Trainers Chris Fleming tragen. Der US-Amerikaner, der vor zwei Jahren das Amt von Dirk Bauermann übernahm und dabei mit Argusaugen beobachtet wurde, letztlich seine Kritiker aber in der vergangenen Saison mit dem Double-Gewinn Lügen strafte, ist ein Disziplinfanatiker und überträgt das auf sein Team.

Im Backcourt sind die Baskets glänzend besetzt. Der nach seiner Verletzung wieder genesene John Goldsberry schwingt den Taktstock auf der "Königsposition" und wird dort von dem Ex-Gießener Anton Gavel adjutiert. Der 1,91 m große Goldberry ist der Ideengeber, der Slowake Gavel der unermüdliche Antreiber.

"Tono" ist zurzeit zudem der beste Scorer im Team und kommt auf einen Durschnittswert von 12,3 Punkten pro Spiel. Die Position des Allrounders bekleidet der ehemalige NBA-Profi Casey Jacobsen, der als Kapitän nicht nur auf dem Feld Verantwortung übernimmt. Der 29-jährige US-Amerikaner erhält neben Gavel die meiste Spielzeit von Fleming (knapp an die 33 Minuten). Derweil ist der Serbe Predrag Suput auf der Vier gesetzt. Nach seiner Verletzung, die er sich bei einem Testspiel gegen Bayern München zugezogen hatte, kommt der "Rackerer" so langsam in Schwung und ist mit 11,4 Punkten im Schnitt zweitbester Wefer bei den Bambergern.

Als Center agierte der deutsche Nationalspieler Tibor Pleiß, an dem sich im Juni der NBA-Klub Oklahoma City Thunder die Transferrechte gesichert hat. Der 2,15-m-Hüne unterliegt zwar noch Leistungsschwankungen, konnte aber zuletzt im DBB-Team bei der WM in der Türkei weitere Erfahrung auf hohem internationalen Niveau sammeln. Er teilt sich die 40 Minuten meist mit dem Neuen Kyle Hines, der bei den Bamberger Fans den Spitznamen "Karl Heinz" weghat. Der "nur" 1,96 m große Hines ähnelt von seiner Spielweise her Jeff Gibbs und weist mit 59 Prozent aus dem Zweierbereich einen Spitzenwert auf.

Überhaupt kann Fleming auf einen tiefen und qualitätiv hochwertigen Kader zurückgreifen. Der Shootingguard Brian Roberts, mit 23 Punkten Matchwinner beim 73:61 gegen Piräus, der reboundstarke Forward Terry Reyshawn, der Guard Karsten Tadda und der 2,05-m-Mann Erik Land sind eigentlich keine Backups, sondern von der Qualität her betrachtet Spieler, wie sie in der Starting Five stehen.

Klar, dass Bogojevic vor diesem Team Respekt hat und nur in den allerhöchsten Tönen schwärmt: "Sie sind von A bis Z gut besetzt, bestrafen Fehler auf beiden Seiten des Feldes und funktionieren auch als Mannschaft." Von seinem Team fordert er: "Wir müssen verteidigen, einzeln und kollektiv." Zudem misst er dem Rebound einen hohen Stellenwert bei.

Zurück ins Team, das am Donnerstag komplett trainierte, kehrt Chase Griffin nach seiner Sprunggelenksverletzung. Zwar ist der Guard noch nicht bei 100 Prozent, aber sicher eine wertvolle Hilfe in der Rotation auf den "kleinen" Positionen. Überhaupt können sich die Zuschauer auf interessante Mann-gegen-Mann-Duelle freuen. Vor allem die am Brett versprechen Spektakuläres, wenn die beiden Powerforwards "Zach" Peacock und Suput sowie auf der fünf jung (Pleiß) und alt (Elvir Ovcina) aufeinandertreffen - unter dem Korb könnte der Schlüssel zum Erfolg liegen. Bogojevic hofft unterdessen auf eine gute Kulisse und natürlich auf einen erfolgreichen Ausgang - immerhin sind die 46ers in dieser Saison noch ungeschlagen in der Osthalle . . .

Bogojevic: "Wir dürfen nicht unvernünftig werden"

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