Auf der Suche nach einer Anspielstation ist Leon Okpara bei der 76:93-Niederlage seiner Gießen 46ers Rackelos gegen Ulm. Er wird hier von Joseph Rosga (v.) attackiert, im Hintergrund schaut Gästetrainer Anton Gavel genau hin. FOTO: FRIEDRICH
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Auf der Suche nach einer Anspielstation ist Leon Okpara bei der 76:93-Niederlage seiner Gießen 46ers Rackelos gegen Ulm. Er wird hier von Joseph Rosga (v.) attackiert, im Hintergrund schaut Gästetrainer Anton Gavel genau hin. FOTO: FRIEDRICH

Ulm spielt Physis aus

  • vonHarald Friedrich
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(sks). Nichts zu holen gab es für die Gießen 46ers Rackelos in der Basketball ProB: Gegen die von Anton Gavel trainierte Orange Academy Ulm unterlag das Team mit 76:93 (39:35). Damit sind die Mittelhessen auf den vierten Tabellenplatz abgerutscht.

Schon im Hinspiel hatten die Rackelos Probleme mit der physisch harten Gangart der Schwaben, konnten am Ende aber knapp den Sieg davontragen. Eng ging es auch am Sonntagabend vor 250 Zuschauern in der Sporthalle Ost zu - zumindest 25 Minuten lang. "Wir kamen auch davor nicht gut mit ihrem Stil zurecht, konnten das aber durch zwei, drei getroffene Würfe mehr kaschieren", erklärt Trainer Rolf Scholz. Sein Gegenüber Gavel lobte die hervorragende Ballbewegung seiner Ulmer: "Wir haben Johannes Lischka gut aus dem Spiel genommen und in der zweiten Halbzeit nur einen Ballverlust kassiert", hob der ehemalige Aufbauspieler der Gießen 46ers hervor.

Das Spiel startete so punktearm wie intensiv. Nach einem 4:0 der Gäste konnten Wyatt Lohaus und Tim Köpple durch ihre Züge zum Korb eine erste Führung etablieren. "Mit Ausnahme von diesen beiden haben sie uns unserer Offensivwaffen hervorragend beraubt", erklärt Gießens Co-Trainer Lutz Mandler. Über die Stationen 9:6 (5.) und 14:12 (9.) schafften es beide Mannschaften, sich gegenseitig zu neutralisieren. Lohaus war es, der mit seinen individuell herausgespielten Würfen seine Farben auch im zweiten Viertel zunächst in Front hielt. Das Duell glich einem wilden Hin und Her. Der Fehlerteufel hatte sich längst auf beiden Seiten des Feldes eingeschlichen. Symptomatisch war da, dass Mittmann einen völlig freien Dreier verpasste und kurz darauf den Ball ohne Grund ins Aus trudeln ließ. Die 39:35-Führung der Gießener zur Pause sollte nicht lange Bestand haben. Zwar erwischten die Gastgeber mit zwei Dreiern durch Lischka und Köpple den besseren Start (47:42, 22.). Danach legte Ulm aber den Schalter um: Ein 9:0-Run brachte alles ans Tageslicht, das bei den Rackelos an diesem Abend falsch lief und falsch laufen sollte.

Hatte Scholz schon vor dem Spiel vor der physischen Spielart des Ulmer Teams gewarnt, fehlten seiner Auswahl nun die Mittel, um adäquat dagegenzuhalten. Zumindest defensiv hielten die Brandmauern zu diesem Zeitpunkt noch, weshalb Ulm über die Stationen 55:49 und 60:54 in Schlagdistanz schien. Ein Dreier mit der Sirene durch Moritz Krimmer ließ es aber Böses erahnen. Ein letztes Mal zogen die Gießener das Momentum auf ihre Seite, als Lohaus ins Gesicht des einen Kopf größeren Christoph Philipps netzte. Mehrere Stops blieben danach aber ungenutzt. Ein technisches Foul gegen die Bank sowie ein unsportliches Foul durch Leon Okpara, der so einen Fastbreak zu unterbinden hoffte, ließen die Gäste auf 80:64 stellen (35.). Ein Dreier von Mittmann gegen den eng verteidigenden Lischka markierte die Vorentscheidung. Fünf schnelle Punkte durch Köpple und Uhlemann in der vorletzten Minute kamen für eine Aufholjagd zu spät. "Sie habe ihre Talente ausgespielt und unsere Angriffe gut unterbunden", musste Scholz neidlos anerkennen.

Gießen: Köpple (13), Amaize, Krämer (10), Uhlemann (13), Okpara (2), Lischka (11), Pesava, Lohaus (24), Brach (2), Osterwalder (1).

Ulm: Ensminger (10), Rosga (12), Mittmann (11), Diallo (17), Philipps (15), Fazekas (6), Krause (9), Milicic (5), Krimmer (9), Stark.

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