Spielbetrieb in Erfurt eingestellt

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(sid). Wochenlang hat Rot-Weiß Erfurt gekämpft, gezittert, gebangt - doch am Mittwochnachmittag starb auch die letzte Hoffnung. Mit dürren Worten teilte der einstige Fußball-Meister der DDR mit, dass er mit sofortiger Wirkung den Spielbetrieb in der Regionalliga Nordost einstellt. Der tiefste Sturz der Thüringer in ihrer lange Zeit ruhmreichen Vereinshistorie war letztlich unvermeidbar. In Erfurt war im Oktober auch Franz Gerber als Investor eingestiegen, der zuvor als Sportlicher Leiter beim Südwest-Regionalligisten FC Gießen fungiert hatte.

"Die Spieler der Mannschaft haben große Geduld bewiesen. Die meisten von ihnen wollten bleiben und haben bis Mittwoch abgewartet. Sie müssen jetzt noch vor Ende der Transferperiode die Möglichkeit zu einem Vereinswechsel bekommen", sagte Insolvenzverwalter Volker Reinhardt, nachdem die Verhandlungen mit einem neuen möglichen Investor erfolglos geblieben waren.

Mit dem Rückzug steht der Abstieg des früheren Europapokal-Teilnehmers in die Oberliga fest. Das Heimspiel am Samstag gegen Tabellenführer Energie Cottbus kann nicht mehr stattfinden. Da Erfurt über keine zweite Mannschaft verfügt, steht ein völliger Neuaufbau in der fünfthöchsten Spielklasse bevor - die rot-weiße U19 als älteste Nachwuchsmannschaft ist Tabellensiebter in der Regionalliga.

Reinhardt dankte allen Spielern, "dass sie diese auch für sie belastende Situation solidarisch mitgetragen haben", und wünschte ihnen allen "eine erfolgreiche sportliche Zukunft". Er und die Spieler hatten einvernehmlich beschlossen, dass bis Mittwochnachmittag die Entscheidung fallen müsse.

Für die bisherigen RWE-Kicker, die teilweise bereits ihre Spinde geräumt und die Mannschaftskasse aufgelöst hatten, ist die Lage dennoch brenzlig: Nur noch bis Freitag haben sie Zeit, einen neuen Klub zu finden, ansonsten droht den Profis Arbeitslosigkeit zumindest bis zum Sommer. "Wir stehen mit unseren Mitgliedern in Erfurt in Kontakt und versuchen, den Jungs in dieser schwierigen Situation bestmöglich zu helfen", teilte die Spielergewerkschaft VdV mit.

Der neuerliche Absturz der Erfurter ist einer mit Ansage. Seit Jahren krebste der Klub am Existenzminimum herum, zuletzt hatte der Hauptsponsor seine Zahlungen eingestellt, das für viele Millionen renovierte Steigerwaldstadion erlebte lange nichts Erfreuliches mehr - und RWE konnte angeblich die Stadionmiete nicht mehr stemmen.

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