Trainer Kai Wandschneider schwört seine HSG Wetzlar trotz aller Corona-Turbulenzen dieser Woche auf das Bundesliga-Heimspiel heute gegen Aufsteiger HSC Coburg ein. FOTO: DPA
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Trainer Kai Wandschneider schwört seine HSG Wetzlar trotz aller Corona-Turbulenzen dieser Woche auf das Bundesliga-Heimspiel heute gegen Aufsteiger HSC Coburg ein. FOTO: DPA

Handball-Bundesliga

Spiel der HSG Wetzlar findet statt

  • Daniela Pieth
    vonDaniela Pieth
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Ob mit oder ohne Till Klimpke. Das Bundesliga-Heimspiel heute gegen HSC Coburg findet statt! Und da haben sich die Handballer der HSG Wetzlar auf die Aufgabe größtmöglich zu konzentrieren.

Die Corona-Schatten der Länderspielreise des Deutschen Handball-Bundes werden von Tag zu Tag länger. Bereits drei Spiele der Handball-Bundesliga wurden in dieser Woche abgesagt, da zwei Nationalspieler - Johannes Bitter (TBV Stuttgart) und Marian Michalczik (Füchse Berlin) - positiv auf den Coronavirus getestet wurden. Die heutige Partie der HSG Wetzlar gegen den HSC 2000 Coburg soll trotz allem um 19 Uhr vor leeren Rängen in der Wetzlarer Rittal-Arena ausgetragen werden.

Die Auswirkungen:Bei der obligatorischen Pressekonferenz vor Heimspieltagen herrschte eine bedrückte Stimmung. Seit 24 Stunden war klar, dass sich Torhüter Till Klimpke in Quarantäne befand und die Nachrichten um die beiden EM-Qualifikationsspiele rasant Fahrt aufnahmen. "Das alles hat Auswirkungen auf den Kopf und auf den Sport", erklärte HSG- Geschäftsführer Björn Seipp. "Mir fällt es auch gerade schwer, über Spiele nachzudenken. Ich will nicht wissen, wie es Spielern und Trainern geht. Aber es muss weiter- gehen."

Die Austragung der Partie gegen HSC Coburg wurde gestern bestätigt, doch am Sonntag wären die Wetzlarer zudem bei Frisch Auf Göppingen zu Gast. Das Spiel der Schwaben heute bei der TSV Hannover-Burgdorf wurde bereits abgesagt, ob die Wandschneider-Schützlinge im Schwabenland antreten müssen, darüber werden nach weiteren Corona-Tests die Gesundheitsbehörden entscheiden.

Nachdem am Montag die Information von einer Covid-19-Erkrankung eines Nationalspielers bekannt geworden war, haben sich die Frisch Auf-Spieler Marcel Schiller und Sebastian Heymann sofort vorsorglich in häusliche Isolation begeben. Ihr Kontakt zum infizierten Spieler ist - nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt - nach gemeinsamer Pkw-Fahrt als Kontakt ersten Grades anzusehen. Beide Spieler haben bisher keine Symptome. Ein Corona-Test am Dienstag ergab bei beiden einen negativen Bescheid. Aufgrund einer Sonderregelung der HBL können Spiele verlegt werden, wenn in einer der betroffenen Mannschaften mindestens zwei Spieler nach der Nationalmannschaftswoche positiv getestet wurden oder in Quarantäne gesetzt werden mussten.

Ausblick:Mit zwei Niederlagen im Kopf geht es für Kristian Björnsen und Co. nun gegen den fränkischen Aufsteiger, der vor allem beim 26:28 gegen Magdeburg eine gute Leistung zeigte und nur knapp am ersten Punktgewinn vorbeigeschrammt ist. Wetzlar ist nach dem verpatzten Heimspiel gegen Melsungen in Berlin an der breiten Füchse-Bank gescheitert.

In Reihen der Coburger stehen einige alte Bekannte, die in Mittelhessen aktiv waren oder sogar geboren sind. Allen voran Geschäftsführer Jan Gorr und Trainer Alois Mraz, der sogar noch unter Trainer Kai Wandschneider bei der HSG aktiv war.

"Das ist eine Mannschaft, die taktisch sehr variabel spielt, mit unterschiedlichen Auslösehandlungen", urteilt Wandschneider. Mit Andreas Schröder, Pouya Norouzi, Drasco Nenadic und einigen anderen hat Coburg viel Bundesligaerfahrung im Kader. Der HSC ist spielerisch sehr stark und hat bisher nur gegen Nordhorn Punkte liegen lassen. Wandschneider: "Gegen Coburg sind wir jetzt erstmals Favorit und müssen diese Rolle auch annehmen. Wir müssen ohne Zuschauer unser eigenes Feuer entfachen und uns nur auf uns selbst konzentrieren. Wir wollen Coburg unbedingt schlagen und zwei Punkte holen."

Das sagt Gästetrainer Alois Mraz:Zumindest einen Vorteil sieht er aus persönlicher Sicht. "Ich fahre nach Hause", lacht der ehemalige tschechische Nationalspieler, der die Arena vor allem als Spieler kennt. "Von der Stimmung, ob zu Hause oder auswärts, ist das für alle schwierig. Wir müssen uns auf uns verlassen, dass wir uns in jeder Phase des Spiels motivieren. Ich würde lieber vor einem vollen Haus spielen. Auch auswärts."

An Wetzlar schätzt Mraz vor allem die gute Arbeit von Trainerkollege Wandschneider. "Kai macht seit Jahren einen richtig guten Job. Wetzlar ist vorne und hinten abgezockt, mit guten Torwartleistungen. Die HSG hat eine gute erste Welle, gute Außen, im Angriff gute Regisseure, die das Spiel steuern und die Halben zum Laufen bringen. Das wird schwer für uns. Aber wir haben in jedem Spiel Chancen - und die wollen wir in Wetzlar nutzen."

Personelle Lage:Die Wetzlarer Nationalspieler sind allesamt ohne Blessuren von ihren Teams zurückgekehrt und einsatzbereit. Till Klimpke darf, sofern die letzten Corona-Tests negativ ausfallen und er keine Symptome aufweist, spielen.

Das sieht beim HSC anders aus. "Wir sind schon gebeutelt, werden in Wetzlar nicht komplett auftreten", so Mraz, der auf Nenadic, Kapitän Schröder und Max Preller verzichten muss. Jan Kulhanek (Wade) und Florian Billek (Knie) sind angeschlagen, konnten beide nicht trainieren, hier ist der Einsatz sehr fraglich. "Das ist für uns schon kritisch", sorgt sich Mraz. "Trotzdem kommen wir mit einer Mannschaft, die kämpferisch alles gibt."

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