_210502OVRSVTHU0242_0305_4c
+
Testen, testen, testen: Über 1100 Antigen- und PCR-Tests auf das Corona-Virus wurden bei allen Beteiligten in Wetzlar vorgenommen. Alle waren negativ.

Spezielle Situation in der Blase

  • Markus Konle
    vonMarkus Konle
    schließen

Ein Turnier mit acht internationalen Teams zu organisieren, bedeutet einen riesigen Aufwand - und in der Corona-Pandemie war der noch um ein Vielfaches größer als in normalen Zeiten. Das galt auch und besonders für die Hotels, die Teil der Blase waren, in der sich die beteiligten Rollstuhlbasketballer und Offiziellen in den Tagen von Wetzlar aufhielten.

»Es gab schon einige Herausforderungen«, sagte Martin Blum, einer der beiden Geschäftsführer des Wetzlarer Hofs und des Burghofs. In den beiden Häusern wurden fünf der acht Mannschaften beherbergt. Darunter auch der RSV Lahn-Dill, der wie alle anderen Beteiligten am Donnerstag in die Blase musste. »Es ist auch ohne Pandemie schon eine Herausforderung, so viele Menschen mit unterschiedlichen Handicaps unterzubringen«, sagte Blum. »Wir haben im Vorfeld die Zimmer ausgemessen, um genau zu planen, in welchem Zimmer wir welchen Sportler unterbringen können, damit zum Beispiel Spieler, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, auch vernünftig duschen können«, berichtete Blum während des Turniers am Telefon.

Viele Aspekte aus dem Hygienekonzept galt es zu beachten. »Wie sind die Wege im Hotel, dass die Teams sich nicht begegnen?«, lautete nur eine der vielen Fragen, die im Vorfeld zu klären waren. »Jede Mannschaft hat einen eigenen Speise- und einen eigenen Tagungsraum«, erklärte der Geschäftsführer, der mit seiner Crew die Stadthalle mitnutzen konnte, um allen Anforderungen gerecht zu werden. Dazu gehörte auch, dass jedes Team zu den Mahlzeiten sein eigenes Büfett erhielt. »Das ist mit viel Laufarbeit für die Mitarbeiter verbunden«, sagte Blum lachend. Hinzukam, dass das kulinarische Angebot angepasst wurde an die Ernährungsgewohnheiten der Sportler - für Vegetarier, Veganer oder Muslime, die noch bis zum 12. Mai den Fastenmonat Ramadan begehen. In dieser Zeit essen und trinken gläubige Moslems nur vor und nach dem Sonnenaufgang. Auch darauf nahmen die Hotelmitarbeiter natürlich Rücksicht und servierten Speisen auch früher und später als für die übrigen Teammitglieder.

»Ich hatte vorher schon etwas Bauchgrummeln, weil wir so lange nicht im Betrieb waren. Defacto waren wir ja seit Ende Oktober auf Eis gelegt«, räumte Blum ein. »Aber es macht riesig Spaß und läuft reibungslos«, lautete sein Zwischenfazit während des Turniers. Für seine Angestellten und ihn bedeuteten diese Zeit auch persönliche Entbehrungen. »Alle Mitarbeiter werden jeden morgen getestet, zudem hat jeder Mitarbeiter einen festen Raum, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren«, sagte Blum. Die Hotel-Crew verzichtete zudem während der Zeit auf persönlichen Kontakte mit Menschen außerhalb der Blase. »Unsere Auszubildenen bleiben bis Montagmorgen sogar komplett im Hotel«, sagte der Geschäftsführer. Unter dem Strich haben sie auch dazu beigetragen, dass das Turnier unter den schwierigen Corona-Bedingungen zum Erfolg wurde.

Ein Erfolg war es auch für die Spieler des RSV. »Es ist schon eine spezielle Situation«, meinte Christopher Huber (25), über das Leben in der »Bubble«. Nur zu den jeweiligen Spielen durften die Teams das Hotel verlassen: Mit lesen, schlafen, einer intensiven Vorbereitung auf den nächsten Gegner und dem Schauen der übrigen Partien im Livestream schlugen Huber und seine Kollegen die Zeit tot. »Zur Ablenkung gab es dann noch ein paar Gesellschaftsspiele«, berichtet der gebürtige Gießener, der die Zeit auch dazu nutzte, um an seiner Bachelorarbeit zu schreiben. KUS

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare