Rudern

Souveräner Auftritt zum Abschluss

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Bad Waldsee war am letzten Wochenende die abschließende Station der Ruder-Bundesliga – und der Achter aus Gießen zeigte zum Kehraus eine starke Leistung.

Zum frühen Zeitlauf waren die Ruderer aus Gießen wohl noch nicht ganz wach. In ihrem ersten Lauf kamen die Gießener nicht richtig vom Fleck und ruderten nicht so sauber, wie es Trainer Rainer Koppmann erwartet hatte. Erst auf der zweiten Streckenhälfte fanden sie zusammen und konnten sich von ihrem Konkurrenten Bernburg absetzen.

Als neuntschnellstes Team trafen sie im Achtelfinale auf die Renngemeinschaft Rüdersdorf-Pirna. Dieses Mal überließen die Hessen nichts dem Zufall. Mit einem starken Start trieben sie ihren Achter vom Start weg über den kleinen Stadtsee und fuhren einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg ein. Im Viertelfinale lag der Achter aus Minden neben den Gießenern in den Startblöcken. Der Tabellenzweite musste an diesem Wochenende jedes Rennen gewinnen, um seine Chance auf den Titel zu wahren. Doch Gießen wollte ihnen das nicht so einfach machen.

Den Start entschieden die Westfalen zwar für sich und konnten sich so früh einen kleinen Vorsprung herausfahren. Doch die Ruderer aus Mittelhessen blieben ihnen auf den Fersen. Zur Streckenhälfte verkürzten sie den Abstand und setzten den Titelaspiranten mächtig unter Druck. Minden reagierte und setzte früh zu einem Endspurt an, den die Gießener nicht mithalten konnten. Mit einer knappen halben Länge entschieden sie das Viertelfinale für sich. "Wir sind gegen Minden ein richtig gutes Rennen gefahren", so Paul Itting. "Dass es am Ende gegen den späteren Vizechampion nicht ganz reicht, ist absolut zu verkraften." Für ihn und seine Ruderkameraden ging es ab da um die Plätze fünf bis acht.

Im Halbfinale gegen Dresden spielten die Gießener ihre Stärke am Start aus. Mit hoher Schlagfrequenz trieben sie ihr Boot über die Sprintstrecke im schwäbischen Bad Waldsee und ließen keinen Zweifel daran, dass sie die Niederlage gegen Minden hier wettmachen wollten. Mit über eine Sekunde Vorsprung kamen die Hessen klar als Erste über die Ziellinie.

Zum Abschluss des Renntages ging es gegen das Team aus Bremen auf die Strecke. Der sonst so explosive Start gelang den Gießenern nicht ganz so sauber, wie noch im Lauf zuvor. Die Hanseaten nutzten die Unsicherheit ihrer Gegner und blieben konsequent am hessischen Boot dran. Zur Streckenhälfte feuert Steuerfrau Marina Warncke ihre Männer zu einem Zwischenspurt an. Mit Erfolg: Schlag um Schlag schob Gießen seinen Bugball vor die Bremer. Mit einer Luftkastenlänge Vorsprung sicherte sich das Team aus Gießen den Sieg und den fünften Platz in der Tageswertung. Ein Ergebnis, mit dem die Gießener zufrieden sein konnten: "Wir haben eine gute Leistung abgeliefert. Auch im letzten Rennen konnten wir das abrufen, was wir uns vorgenommen und was wir trainiert hatten", so Simon Baar nach dem letzten Rennen.

In der Tabelle rückte die Mannschaft von Trainer Rainer Koppmann vom neunten auf den siebten Platz vor. "Unser Saisonziel – die obere Tabellenhälfte – haben wir erreicht. Nach dem holprigen Start im Frühjahr konnten wir auf den letzten drei Regatten unser Potenzial zeigen", so der Trainer, der auch einen Grund für die Steigerung ausgemacht hat: "Wir haben im Sommer intensiver an unserer Technik gearbeitet, und die Männer haben sich gut auf meine Ideen eingelassen. Das hat sich ausgezahlt."

Im Kampf um den Titel kam es bereits im Halbfinale zum Aufeinandertreffen der Titelaspiranten Minden und Berlin. Der Hauptstadt-Achter ließ keinen Zweifel daran, dass er den Renntag und die Saison für sich entscheiden wollte. Mit über eine halben Achter-Länge Vorsprung sicherte er sich den Einzug ins Finale. Auch das letzte Rennen der Saison konnten die Berliner für sich entscheiden und sind neuer Champion der Ruder-Bundesliga – vor Minden und Münster. Dahinter reihen sich Wurzen, Dresden, Witten und der Achter aus Gießen ein. Auf Platz acht landete Köpenick vor Wanne-Eickel, Bremen, Hannover, Waldsee und dem Domstadt-Achter aus Limburg und Wetzlar. Auf den unteren Plätzen finden sich Pirna, Hameln, Lübeck und Bernburg wieder.

In Bad Waldsee ruderten für Gießen: Daniel Hartmann, Nico Weber, Michel Zörb, Nils Braden, Fabien Kröber, Paul Itting, Michael Wieler, Johannes Birkhan, Simon Baar, gesteuert von Marina Warncke.

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