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Der TV 05/07 Hüttenberg vor dem Start in die Zweitliga-Saison (hintere Reihe, v. l.): Moritz Zörb, Moritz Lambrecht, Mario Fernandes, Markus Stegefelt, Dieudonné Mubenzem, Johannes Klein, Robin Hübscher; mittlere Reihe (v. l.): Betreuer Thomas Rudolph, Rehatrainer Peter Nagel, Physiotherapeutin Chris Schöpfer, Merlin Fuß, Simon Belter, Physiotherapeutin Stephanie Müller, Athletiktrainer Jonas Meissner, Co-Trainer Johannes Wohlrab, Trainer Frederick Griesbach; vorne (v. l.):, Physiotherapeutin Katja Schuch, Björn Zintel, Tobias Hahn, Dominik Plaue, Nikolai Weber, Simon Böhne, Christian Rompf, Tomáš Sklenák, Physiotherapeutin Anna-Louisa Klein, Es fehlt: Hendrik Schreiber. - Weiteres Funktionsteam: Betreuer Michael Gally, Physiotherapeut Andreas Rüspeler, Physiotherapeutin Lea Schülert, Teamarzt Carsten Hauk und Dr. Georg Springmann, Torwarttrainer Andrzej Mientus.

2. Handball-Bundesliga

So ist die Situation in Hüttenberg vor dem Start

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Weiter im Wandel ist der TV 05/07 Hüttenberg. Mit dem neuen Trainer Frederick Griesbach und ohne einige Leistungsträger der vergangenen Jahre starten die Mittelhessen in die neue Runde.

In Hüttenberg hat sich vor dem Saisonstart in der 2. Handball-Bundesliga mit dem Heimspiel gegen die HSG Konstanz am Samstag (19.30 Uhr) einiges verändert. Einerseits hat sich Lothar Weber nach 30 Jahren aus der ersten Management-Reihe zurückgezogen. Andererseits hat man mit dem Weggang der langjährigen Leistungsträger Fabian Schomburg, Daniel Wernig und Ragnar Jóhannsson auch auf dem Feld feste Größen verloren. "Wir stecken in einem spannenden Projekt mit einem neuen Trainer und einer jüngeren Mannschaft", weiß auch der 30-jährige Fabian Friedrich, nun alleiniger Geschäftsführer der Handball-Marketing GmbH & Co. KG. Trotz eines starken Zuschauerzuspruchs in der zurückliegenden Saison musste man aufgrund gestiegener Kosten erstmals seit 20 Jahren wieder Verbindlichkeiten aufnehmen.

Dennoch stellt sich der TV 05/07 den immer höheren Anforderungen und verstärkte die Geschäftsstelle mit Kim-Marin Heeß, der bei den Hüttenbergern für Medien und Kommunikation zuständig ist. "Die Vorfreude auf die neue Saison ist groß. Allerdings können wir nur durch Wachstum wettbewerbsfähig bleiben", weiß Friedrich, dass der TVH trotz eines Etats von rund 1,2 Millionen Euro im Vergleich zu den Rivalen finanziell im unteren Drittel der Liga rangiert. Unter anderem deshalb sieht sich der neue Trainer Frederick Griesbach "in der Rolle des Underdogs." Vielleicht eine bessere Ausgangssituation als im Vorjahr, als viele den Erstliga-Absteiger mit zu den Favoriten zählten.

Kommen/Gehen:Um die Mannschaft weiter zu verjüngen, wurde der Vertrag mit Torwart Fabian Schomburg nach acht Jahren nicht verlängert. Sein Nachfolger als Partner von Routinier Nikolai Weber und Youngster Simon Böhne ist der 24-jährige Dominik Plaue, der vom Zweitliga-Absteiger Dessau-Roßlauer HV kommt. Zudem verlor der TVH seine langjährige erfolgreiche rechte Seite mit dem Isländer Ragnar Jóhannsson (zum Erstligisten Bergischer HC) und Publikumsliebling Daniel Wernig (zu Drittligist HSG Hanau), der ebenfalls keinen neuen Vertrag bekam. Diese beiden sollen durch die Youngster Simon Belter und U19-Nationalspieler Merlin Fuß ersetzt werden, die schon im Vorjahr teilweise zum Einsatz kamen. Zudem konnte man mit U21-Nationalspieler Hendrik Schreiber ein großes Talent von Nachbar HSG Wetzlar ausleihen. Womit Hüttenberg auch die Option hat, im Rückraum phasenweise mit drei Rechtshändern zu agieren. Ein mittlerweile probates Mittel, wie auch die letzte Handball-WM gezeigt hat. Zumal Trainer Griesbach zu bedenken gibt: "Die klassischen festen Rückraumpositionen gibt es im modernen Handball nicht mehr so ausgeprägt." Auf der linken Außenbahn hat zudem der letztjährige "Alleinunterhalter" Christian Rompf - Moritz Lambrecht sorgte hier ab und an für Entlastung - Unterstützung bekommen: In Robin Hübscher hat der TVH einen 24-Jährigen unter Vertrag genommen, der von Bundesligist TBV Lemgo-Lippe ins Mittelhessische und damit näher an seine Mainzer Heimat gewechselt ist. Last but not least wurden Malvin Werth und Tim Lauer an die U23 der HSG Wetzlar ausgeliehen, um nach ihren langen Verletzungspausen in der 3. Liga wieder zu Spielanteilen zu kommen. Ein bisschen sind auch Mario Fernandes und Moritz Zörb Neuzugänge. Die beiden Kreisläufer und zentralen Deckungsspieler fielen verletzungsbedingt im letzten Saisondrittel aus. Im Trainingslager in Tschechien streiften sie erstmals seit Monaten wieder das Trikot über. Erschwert wurde das Einspielen in der Vorbereitung allerdings dadurch, dass nicht nur Fernandes und Zörb erst spät spielfähig waren. Die Nationalspieler Schreiber und Fuß verpassten ebenfalls Teile der Vorbereitung durch die Terminierung der Nachwuchs-Weltmeisterschaften.

Stärken/Schwächen:"Wir müssen konstanter werden und zudem unsere Abschlussquote verbessern", sagt Griesbach. Er vermutet als Ursache dieser Schwächen aber auch eine gewisse Unsicherheit aus der letzten Saison. Speziell den beiden Rückraum-Shootern Markus Stegefelt und Dieudonné Mubenzem fehlt in manchen Situationen noch die letzte Entschlossenheit oder das Vertrauen in die eigene Stärke. Trotz des langen Ausfalls der beiden Abwehrdirigenten Fernandes und Zörb stellte man am Saisonende die sechstbeste Liga-Defensive. Und das, obwohl auch Routinier Nikolai Weber im Tor sich nach vielen Jahren hinter einer 6:0-Deckung erst einmal an das Zusammenspiel mit einer offensiven Formation gewöhnen musste. Dieses Level will Griesbach zumindest halten.

Trainer/Umfeld:Passend zum Verjüngungsprozess hat der TV 05/07 Hüttenberg in Griesbach ebenfalls einen jungen Coach verpflichtet. Der 30-Jährige trainierte zuletzt den Süd-Drittligisten VfL Pfullingen und hat einen Zweijahresvertrag unterschrieben. Der A-Lizenz-Inhaber hat bereits Erfahrungen im Profibereich als Videoanalyst unter Dr. Rolf Brack bei FrischAuf Göppingen gesammelt. Griesbach möchte das Training individueller gestalten, um Belastungsspitzen besser zu kompensieren. Unterstützt wird er weiterhin von Co-Trainer Johannes Wohlrab. Dagegen ist die Position des Sportlichen Leiters abgeschafft worden, die zuletzt Arno Jung innehatte.

Prognose:Es wird keine leichte Saison für den TVH. Sollte das Verletzungspech der Vorsaison nicht wieder zuschlagen und man zudem die Leistungsschwankungen abstellen, ist eine Abschlussplatzierung im Bereich des Vorjahres (Rang zehn) möglich.

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