JR4_2206_040422_4c
+
Geschafft: Hüttenbergs Torhüter Simon Böhne (r.) und Niklas Theiß freuen sich über den 27:26-Sieg gegen die SG BBM Bietigheim.

2. Handball-Bundesliga

Simon Böhne hält den Hüttenberger Sieg fest

  • VonMarkus Röhrsheim
    schließen

Erneut Krimizeit im Sportzentrum Hüttenberg. Doch anders als noch vor Wochenfrist gegen Spitzenreiter Gummersbach, jubelt am Samstagabend der TVH, der mit 27:26 gegen Bietigheim gewinnt.

Simon Böhne, der erstmals in dieser Saison im Tor des TV 05/07 Hüttenberg begann, wehrte den finalen Wurf des Bietigheimers Tim Dalhaus in die lange Ecke mit dem Fuß ab - und löste damit einen TVH-Freudentaumel nach einer ausgeglichenen Handball-Zweitliga-Partie aus.

»Es war ein richtiger Kampf. Wir haben alles gegeben«, konnte Gäste-Trainer Iker Romero, der spanische Weltmeister, seiner Mannschaft nach der 26:27-Niederlage keinen Vorwurf machen. Doch auch die Hüttenberger ließen, wie von Trainer Johannes Wohlrab im Vorfeld noch einmal eindringlich angemahnt, ihr Herz auf der Platte. Speziell das Deckungszentrum mit Moritz Zörb defensiv und Johannes Klein auf der offensiven Position ackerte unermüdlich und nahm dem starken Bietigheimer Angriff etliches weg. Wobei Klein, der den weiter verletzt fehlenden Hendrik Schreiber (Prellung und Bluterguss im Knie), der als Reporter bei sportdeutschland.tv glänzte, bestens vertrat und zudem mit zwei blitzsauberen Treffern kurz vor dem Wechsel noch den 13:13-Halbzeit-Ausgleich herstellte.

Denn eine ausgeglichene Anfangsphase, in der der TVH durch den starken Dominik Mappes in der 13. Minute per Siebenmeter beim 6:4 erstmals mit zwei Toren in Führung gegangen war, war durch einen Dreierpack des Gäste-Linksaußen Jan Wasmuth in Überzahl gekippt, die der auffällige Mittelmann Juan de la Pena zum 9:7 ausbaute (19.) und den TVH zum Torwartwechsel veranlasste. Dominik Plaue führte sich gleich gut ein. Doch im Angriff hatten seine Mitspieler Wurfpech, als das Harzleder innerhalb von wenigen Minuten fünfmal nur an der Torumrandung landete. Die SG BBM Bietigheim dagegen hatte das Glück, zwei Siebenmeterabpraller im Nachwurf verwandeln zu können.

Nach dem Seitenwechsel versuchte Mappes, die zweite Welle mit hohem Tempo voranzutreiben, wodurch der fehlerfrei abschließende Tristan Kirschner seine Farben wieder auf 16:14 nach vorne brachte. »Das Zentrum zieht sich zu, weil Dominik elf Tore macht. Dann habe ich mehr Platz und muss die Dinger reinmachen«, erklärte der 20-jährige Kirschner seine Treffer, so als wären sie eine Selbstverständlichkeit.

Wohlrab von Team begeistert

Bietigheim, im Hinspiel noch klarer Sieger, hielt aber dagegen. Mitte der zweiten Halbzeit konnte die TVH-Deckung in einer kurzen Phase die Kreuzbewegungen des SG-Rückraums nicht unterbinden, sodass Dahlhaus mit drei Toren in Folge die Gäste wieder mit 21:19 nach vorne warf. Böhne kehrte ins Tor zurück, und je ein Doppelpack von Mappes unter stärkster Bedrängnis und dem nun auf Linksaußen agierenden Philipp Schwarz ließen das Pendel in der 53. Minute beim 24:22 wieder auf die Seite der Mittelhessen ausschlagen. Das Spiel blieb nichts für schwache Nerven, Bietigheim nutzte eine weitere TVH-Zeitstrafe zur erneuten 25:24-Führung.

Sollten die Hausherren wie vor Wochenfrist wieder in den letzten fünf Minuten ein ausgeglichenes Spiel aus der Hand geben? Nein! Denn der lange glücklose Niklas Theiß traf zum Ausgleich, dem Kapitän Mappes das 26:25 folgen ließ, bei dem er auch noch Paco Barthe eine Zeitstrafe anhängte und auf die Bank schickte. Zwar hatten die Gäste noch einmal Glück, dass ein von Zörb geblockter Wurf de la Pena in die Hände fiel und der Mittelmann erneut ausglich. Doch Mappes ging weiter voran und setzte mit seinem elften Tagestor 50 Sekunden vor dem Ende den finalen Treffer, den die Handballer aus Hochelheim und Hörnsheim auch dank Böhne bis zum Schlusspfiff verteidigten.

»Das war ein Spiel mit Leidenschaft und Kampf um jeden Zentimeter über 60 Minuten. Und das am Ende einer englischen Woche, wo man auf dem Zahnfleisch geht«, war TVH-Trainer Johannes Wohlrab begeistert von seiner Mannschaft. »Das Quäntchen Glück, das wir am Ende vielleicht hatten, das haben wir uns hart erarbeitet.«

Hüttenberg: Plaue, Böhne; Schwarz (2), Kneer, Kirschner (4), Opitz, Theiß (3), Fujita, Weber (2), Rompf (3), Zörb, Mappes (11/3), Ribeiro, Hahn, Klein (2), Jockel.

Bietigheim: Poltrum, Lehmann; Vlahovic (1), Claus, Dahlhaus (6), Schäfer (4/1), de la Pena (4), Urban, Barthe (2), Asmuth (5), Wesseling (2/1), Pfeifer, Fischer (2).

Im Stenogramm: SR: Bona/Frank (Radevormwald). - Zuschauer. 700. - Zeitstrafen: 8:10 Minuten. - Siebenmeter: 4/3: 4/2.

Kommentare