Siegesserie ausgebaut

  • vonSebastian Kilsbach
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(sks). Auch gegen Karlsruhe waren die Gießen 46ers Rackelos in der Basketball-ProB Süd am Samstag siegreich. Das 96:87 war bereits der fünfte Punktgewinn in Folge.

Den Rackelos macht in der ProB-Süd derzeit nach wie vor kein Team etwas vor. Hatte Karlsruhe zuletzt noch Tabellenführer Koblenz locker in die Schranken gewiesen, so war gegen die Mittelhessen um Tim Uhlemann und Johannes Lischka am Samstagabend nichts zu holen.

Dabei profitierte das Farmteam davon, dass mit der kompletten Kapelle angetreten werden konnte. Da John Bryant im Team der Bundesliga-46ers bereits spielberechtigt war und in Vechta zumindest die Deutschen-Quote erfüllen konnte, musste keiner der Doppellizenzspieler mit nach Niedersachsen reisen. Vermutlich wäre die Wahl ansonsten erneut auf Tim Uhlemann gefallen.

Wie wichtig der Forward derzeit für seine Rackelos ist, unterstrich er gegen Karlsruhe vor allem in der ersten Halbzeit. »Er hat bestätigt, wie effektiv und hart er an sich gearbeitet hat«, lobt sein Trainer Lutz Mandler. Was war passiert? Karlsruhe hatte sich exzellent auf die korbnahe Offensivausrichtung der Gießener eingestellt. Uhlemann und Lischka dominierten in der bisherigen Saison unterm Brett nach Belieben. Die Fächerstädter riegelten ihre Zone aber hermetisch ab. Vor allem Lischka kam zunächst kaum zum Zug. Auch Uhlemann rieb sich im Lowpost auf, setzte dafür aber Nadelstiche von der Dreierlinie.

Dabei ist »Nadelstiche« eher untertrieben: Allein im ersten Viertel netzte der 21-Jährige vier Dreier, bis zur Halbzeit waren es sechs (von sieben). So wahrte Gießen eine Mini-Führung. 23:19 hieß es nach dem ersten Viertel, 45:41 stand es zur Halbzeit. Sean Flood hielt in Abwesenheit des ehemaligen 46ers-Akteurs Rouven Roessler, der nicht mitgereist war, seine Farben teils im Alleingang auf Tuchfühlung.

Das mangelnde Inside-Spiel war dann Diskussionspunkt Nummer eins in der Halbzeitpause. »Wir haben Nicholas Donte auf die Position drei näher Richtung Korb gezogen und über ihn die ersten Punkte nach dem Seitenwechsel gemacht«, erklärt Mandler den Strategiewechsel. »Das hat den Weg geebnet.«

Dieser Weg hatte ein 33:18 im dritten Viertel zum Ergebnis, das Gießen zwischenzeitlich auf 20 Punkte enteilen ließ (71:51, 28.). Erst am Ende des Abschnitts konterte Karlsruhe mit einem 7:0-Lauf, den Lischka aber energisch mit Abschluss nach Finte und Fastbreakzählern stoppte.

Karlsruhe verdankte es einem großen Willen, dass sie über die defensive Galligkeit fast noch ins Spiel zurückgefunden hätten. Allein an offensiver Durchschlagskraft mangelte es den Fächerstädtern, die nicht näher als auf 69:79 herankommen sollten. Gießen rotierte zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits tief durch. Zwischenzeitlich standen ausschließlich in Mittelhessen aufgewachsene Basketballer auf dem Parkett: »Heute kamen alle zum Einsatz. Das spricht für das Team und die gesamte Organisation«, freut sich Mandler, der ja selbst einst als Nachwuchsspieler beim MTV 1846 Gießen aktiv war.

Die Rackelos rückten nach dem Sieg vorerst auf den dritten Rang vor. Jetzt wartet eine weitere »englische« Woche mit Partien gegen Erfurt am Mittwoch (20 Uhr) und Coburg am Sonntag.

Gießen: Ziring, Köpple (17), Amaize (6), Schneider, Göbel, Uhlemann (25), Lischka (24), Nicholas (13), Schweizer (3), Brach (8), Maruschka.

Karlsruhe: Flood (21), Schmitz, Maisel (8), Amrhein, Davis (12), Rupp (12), Rothenberg, Bär (3), Thompson (10), Phrahst (21).

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