September hat es in sich

Wie wichtig der Sieg des TV 05/07 Hüttenberg am ersten Spieltag gegen den HC Erlangen war, wird sich womöglich schon am Samstagabend zeigen. Denn um 18.15 Uhr ist der Vorjahresvierte beim Vizemeister der letzten Saison, dem Bergischen HC, zu Gast.

(jms) Wie wichtig der Sieg des TV 05/07 Hüttenberg am ersten Spieltag gegen den HC Erlangen war, wird sich womöglich schon am Samstagabend zeigen. Denn um 18.15 Uhr ist der Vorjahresvierte beim Vizemeister der letzten Saison, dem Bergischen HC, zu Gast. Beim Blick auf den Kader der Spielgemeinschaft aus Solingen und Wuppertal fällt auf, dass die Löwen auch in dieser Saison in der Südstaffel der 2. Handball-Bundesliga eine exponierte Stellung einnehmen werden. "Der BHC ist Favorit auf die Staffelmeisterschaft und verfügt über einen Kader, der in der Breite und in der Spitze doppelt gut besetzt ist", zeigt Hüttenbergs Trainer Jan Gorr Respekt. Die Aufgabe im Bergischen wird also eine echte Herausforderung für die Mittelhessen, die mit dem Samstag-Gastgeber allerdings noch eine Rechnung offen haben.

Am letzten Spieltag der vergangenen Runde war der TVH drauf und dran, dem Favoriten in der Solinger Klingenhalle in die Aufstiegssuppe zu spucken und sich selbst für die Relegationsspiele zu qualifizieren. "Doch am Ende fehlte uns die Kraft. Wir haben lange Zeit sehr gut mitgehalten und gezeigt, dass wir in der Lage sind, auch auf diesem Niveau zu bestehen", sagt Gorr, der für die bittere Niederlage "gerne Revanche nehmen" möchte.

Doch nachdem die Bergischen in den Relegationsspielen gegen den Nordvertreter TV Emsdetten den Kürzeren zogen, investierte der Klub aus Nordrhein-Westfalen noch einmal kräftig und zog mit Hendrik Pekeler vom THW Kiel den dritten Topkreisläufer an Land. Der 19-jährige Juniorennationalspieler gehört auf seiner Position zu den hoffnungsvollsten Talenten in Deutschland. Er wird neben Henning Quade und Sebastian Hinze auf dieser Position eingesetzt. Zudem schloss sich mit Alexander Oelze ein Bundesligaspieler den Löwen an. Der wurfgewaltige Spielmacher spielte in der letzten Saison bei der HBW Balingen/Weilstetten und traf 131 Mal ins Schwarze. Ansonsten konnte Trainer Hans-Dieter Schmitz, der gemeinsam mit seinem Co-Trainer Chrischa Hannawald die Geschicke beim ambitionierten Klub leitet, das Team zusammenhalten. Der norwegische Nationalspieler Kristoffer Kleven-Moen gehört wie sein Landsmann Kenneth Klev zu den Aktivposten im Rückraum.

"Das Team ist so gut wie kein anderes in der zweiten Liga besetzt. Es geht eigentlich nicht besser", sagt Gorr mit Recht. Seine junge Truppe versäumte es im letzten Rundenspiel der vergangenen Saison, das Spiel für sich zu entscheiden, weil die Keeper Jan Stochl und Mario Huhnstock im Tor eine tolle Leistung boten. Schwachstellen sind eigentlich kaum auszumachen bei den Westdeutschen. Dennoch reichte es für den Meisterschaftsanwärter Nummer eins beim ThSV Eisenach zum Saisonstart "nur" zu einem Unentschieden. Auf Seiten des TVH war die Stimmung nach dem starken 27:22-Erfolg gegen den HC Erlangen gut. Problemlos dominierte das Team einen Gegner, der sich auf Augenhöhe mit Hüttenberg sah und nach dem Spiel die Stärke der Mittelhessen eingestehen musste. Vor allem die 3:2:1-Deckung, die jederzeit reibungslos agierte und kaum Schwächen offenbarte, war einmal mehr das Prunkstück des Hüttenberger Spiels.

Trainer Gorr fand noch weitere Aspekte, die er als positiv erachtete: "Uns ist es gelungen, das Zusammenspiel zwischen Rückraum und Kreis gut zu inszenieren. Insgesamt war es ein ordentlicher Auftritt." Einziger negativer Aspekt waren gegen Ende der Partie die ausgelassenen Chancen - denn der TVH verpasste es, die Franken mit einer deutlichen Packung nach Hause zu schicken.

In Solingen muss das Hüttenberger Team wieder an die Leistungsgrenze gehen, um bestehen zu können. Mit dabei sein wird auch Timm Schneider, der an diesem Wochenende wieder einen kleinen Deutschland-Trip hinlegen wird. Am Freitagabend spielt der bullige Rückraumspieler mit der HSG Wetzlar in der 1. Liga beim TV Großwallstadt. Einen Tag später fährt der mit einem Doppelspielrecht ausgestattete Akteur mit dem TVH gen Westen. "Wir fahren sicher nicht zum Bergischen HC und haben die Punkte eingeplant. Aber wir sehen durchaus unsere Chance, die wir mit taktischer Disziplin suchen wollen. Dass wir am ersten Spieltag gewonnen haben, erleichtert unsere Situation, da wir an den ersten vier Spieltagen richtig schwierige Aufgaben zu bewältigen haben", sagt Gorr. Schon am 11. September geht es in eigener Halle gegen den TV Bittenfeld, eine Woche später folgt die Auswärtshürde HSC Coburg und am 25. September das Hessenderby gegen HSG Frankfurt/Rhein/Main. Ein heißer September für den TV 05 /07 Hüttenberg.

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